Atypische Beschäftigung

Ausgangslage

In Deutschland waren nach einer Auswertung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institutes der Hans-Böckler-Stiftung im Jahr 2014 rund 39 Prozent aller abhängig Beschäftigten in Teilzeit, Leiharbeit oder Minijobs tätig. Damit ist der Anteil atypisch Beschäftigter erneut geringfügig gestiegen. Besonders stark gestiegen sind in Hessen die Anteile der Beschäftigten in der Leiharbeit sowie die verschiedenen Formen der Teilzeitarbeit. Insgesamt waren im Jahr 2013 in Hessen mehr als 38 % der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in atypischen Verhältnissen beschäftigt. Im Jahr 2003 hatte dieser Anteil noch etwa 29% betragen.

Begriffsbestimmung

„Atypische Beschäftigung“ wird in Abgrenzung zur „Normalarbeit“ definiert. Die wesentlichen Merkmale des „Normalarbeitsverhältnisses“ sind vor allem ein abhängiges Beschäftigungsverhältnis in Vollzeit und ohne Befristung, ein existenzsicherndes Einkommen, der Schutz durch die Systeme der Sozialversicherung und die Ausübung der Tätigkeit in dem Unternehmen, mit dem das Arbeitsverhältnis besteht. Wird von einem der Merkmale abgewichen, spricht man von einem atypischen Beschäftigungsverhältnis.

Zu den atypischen Beschäftigungsformen werden nach Definition des Statistischen Bundesamtes z.B. Teilzeitbeschäftigungen mit 20 oder weniger Arbeitsstunden pro Woche gezählt, ebenso geringfügige Beschäftigungen (wie Minijobs), befristete Beschäftigungen (wie Saisonarbeit, Zeitverträge) sowie Leiharbeitsverhältnisse.

Arbeits- und Gesundheitsschutz

Der Arbeits- und Gesundheitsschutz weist für atypisch Beschäftigte häufig Defizite auf, denn seine Instrumente sind primär auf die Stammbelegschaften/ Normalarbeitsverhältnisse ausgelegt und erreichen von daher in vielen Fällen nicht die atypischen Beschäftigungsformen (vgl. Becker/ Engel, 2015). Maßnahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes haben von daher sowohl die Bedürfnisse und Arbeitssituation der atypischen Beschäftigten als auch die der Stammbelegschaft einschließlich möglicher Wechselwirkungen zu berücksichtigen.

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