Naturschutzgebiete und Freizeit

Stehen Naturschutz und Erholung im Konflikt?

In unserer zunehmend technisierten Welt suchen viele Menschen Ausgleich und Erholung in der freien Natur. Gerade in dicht besiedelten Ballungsräumen wirken weitgehend naturnah erhaltene Bereiche besonders anziehend: Naturschutzgebiete. Da es sich bei diesen streng geschützten Gebieten um die letzten Rückzugsnischen für viele, oftmals vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten handelt, gelten dort auch besondere Vorschriften, die spezifisch auf die jeweiligen Schutzgründe abgestimmt sind.

 

Die Nutzung der Naturschutzgebiete für Sport und Erholung ist daher nicht immer möglich, aber häufig auch erlaubt. Aus naturschutzfachlichen Gründen kann es untersagt sein, die Wege zu verlassen, zu reiten, zu lagern, zu baden, Boot zu fahren, Blumen zu pflücken oder Tiere zu beunruhigen.

 

Welche Vorschriften für ein Gebiet gelten, können Sie entsprechenden Hinweistafeln, die an den Grenzen bzw. Zugängen zu den Naturschutzgebieten aufgestellt sind, entnehmen. Auskunft erteilt darüber hinaus das jeweils zuständige Forstamt, dem auch die Überwachung und Betreuung des Gebietes obliegt. In begründeten Ausnahmefällen ist es möglich, eine Befreiung von den Verboten einer Naturschutzgebiets-Verordnung einzuholen. Hier ist auf Antrag durch das Regierungspräsidium ein förmliches Verfahren durchzuführen.

 

Geocaching:

Auch in Mittelhessen nimmt die Zahl der Geocaches (geheime Verstecke in Form von Plastikdosen o. ä. mit Papierlogbuch, die per GPS gesucht werden) stetig zu. Die freie Natur spielt bei der Wahl der Verstecke eine große Rolle. Besonders beliebt sind attraktive Landschaften, Felsen, Wälder oder Naturschutzgebiete. Aber gerade diese beruhigten Orte, abseits der üblichen und viel genutzten Freizeit-  und Erholungsräume, sind oftmals gleichzeitig auch Brutstätten oder Rückzugsorte scheuer, zum Teil seltener, besonders bedrohter, geschützter Tierarten.

 

Besonders wiederkehrende Störungen haben teilweise erhebliche Folgen. In den meisten Fällen geschiet dies jedoch nicht absichtlich, sondern weil vielen Geocachern die Problematik nicht bewusst ist.

 

Gut geeignet zum Austausch von gegenseitigen Informationen und zur Sensibilisierung der Teilnehmer für die Belange des Natur- und Artenschutzes sind regionale Geocaching-Stammtische. Am "1. Stammtisch Hüttenberger Land - Naturschutz" (http://coord.info/GC3B6CM, einsehbar für angemeldete Nutzer der Datenbank geocaching.com) nahmen Mitarbeiterinnen des Regierungspräsidiums Gießen teil und informierten über mögliche Probleme beim Geocaching im Zusammenhang mit dem Tierartenschutz. Speziell wurden ungeeignete Cache-Verstecke erörtert und auf die Regeln für das Verstecken von Geocaches in Naturschutzgebieten eingegangen.

 

Auf Anfrage ist die Teilnahme von Mitarbeitern des Regierungspräsidiums Gießen auf weiteren Geocaching-Stammtischen zu dem Thema "Naturschutz" möglich.

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