Pflege der Naturschutzgebiete

Nach § 5 Abs.1 Ziff. 1a HAGBNatSchG werden durch die das NSG ausweisende Naturschutzbehörde Bewirtschaftungspläne erstellt, in denen gutachtlich Pflegemaßnahmen aufgeführt sind, die der Erreichung des Schutzzweckes dienen. Pflegemaßnahmen sind immer dann erforderlich, wenn es nicht um die natürlich Entwicklung als Schutzziel geht. Das ist bei Naturschutzgebieten erforderlich, in denen Lebensräume und Artvorkommen geschützt sind, die das Ergebnis einer historischen extensiven Landnutzung darstellen. Diese Nutzung findet heute meist nicht mehr. Hierzu gehören z.B. Borstgrasrasen, orchideenreiche Magerrasen, Wachholderheiden und  Streuwiesen.

Der Pflegeplan wird i.d.R. hierbei die Beweidung mit Schafen und Ziegen im Hütebetrieb oder die Streuwiesennutzung durch einschürige Mahd im Detail aufzeigen. Seine Umsetzung durch geeignete Landwirte soll den dauerhaften Erhalt des Schutzzweckes eines Naturschutzgebietes gewährleisten. Mittelfristige Pflegepläne haben meist eine Laufzeit von 10 Jahren. Aus ihnen werden die jährlich erforderlichen Maßnahmen abgeleitet. Bei diesen Jahresplänen werden alle Maßnahmen vorab mit den Hauptnutzern im Gebiet, z.B. den Land- und Forstwirten, den Gemeinden, den Fischerei- und Jagdberechtigten und den örtlichen Gebietsbetreuern abgestimmt.

Ziel der jährlichen Maßnahmenplanung ist, soweit möglich eine naturschutzfachlich günstige Nutzung im Naturschutzgebiet zu erhalten oder wieder einzuführen. Hierzu wird auch verstärkt auf finanzielle Unterstützung der Landwirte im Rahmen des Hessischen Programms für Agrarumwelt- und Landschaftspflege-Maßnahmen (HALM) gesetzt. Die lokale Gebietspflege und -betreuung (jährliche Maßnahmenplanung und -abstimmung sowie die Umsetzung der Maßnahmen) steht in der Verantwortung des Regierungspräsidium. Zur Umsetzung bedient es sich der in der Fläche agierenden Forstämter des Landesbetrieb Hessen-Forst.

Der Abschluss von Rahmenverträgen im Rahmen des HALM erfolgt durch das zuständige Amt für den ländlichen Raum beim Landkreis.

In stark besucherfrequentierten Naturschutzgebieten im Burgwald, entlang der Lahn zwischen Gießen und Wetzlar sowie in der Wetteraue informiert die amtliche Naturschutzwacht die Besucherinnen und Besucher über die Schönheiten und Empfindlichkeiten des Gebietes

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