Amphibienteiche im Naturschutzgebiet Hußgeweid im Amöneburger Becken von gebietsfremder Wasserpflanze bedroht

Das ökologische Gleichgewicht der Amphibienteiche im Naturschutzgebiet Hußgeweid im Amöneburger Becken im Landkreis Marburg-Biedenkopf wird von einer  gebietsfremden Wasserpflanze bedroht. Nach Mitteilung des Regierungspräsidiums Gießen (RP) hat sich in den Teichen das Nadelkraut, eine gebietsfremde Wasserpflanze, die vermutlich von  einem Aquarianer ausgesetzt wurde, angesiedelt. Die Behörde versucht seit Jahren, mit einer Vielzahl von Maßnahmen dieser Entwicklung entgegenzuwirken.

 

„Um eine weitere Verbreitung durch Tiere zu verhindern, haben wir inzwischen gemeinsam mit dem Forstamt Kirchhain und externen Experten entschieden, die Teiche einzuzäunen“, erläutert Bianca Lauer, Naturschutzexpertin beim RP. Damit solle verhindert werden, dass dort weidende Schafe oder andere Tiere die Pflanze nicht weiter verbreiten. An Fell oder Füßen könnten kleinste Nadelkrautteile haften bleiben und so unbeabsichtigt in andere, noch nicht befallene Regionen gelangen.

 

Jetzt, so Lauer, sei dieser Zaun zerschnitten worden, was eine Verschleppung der invasiven Art begünstige. Die Naturschützer des Regierungspräsidiums bitten daher nachdrücklich, den Zaun am Teich zu belassen. Um eine Verschleppung des Nadelkrautes – dazu reichen selbst kleinste Teile aus –, das in Ufernähe auch außerhalb des Wassers wächst, auf andere Gebiete zu verhindern, werden die Besucher des Schutzgebietes zudem gebeten, die Uferbereiche der drei Amphibienteiche zu meiden und Hunde im Umkreis von 100 Metern nicht frei laufen zu lassen. An Fell oder Füßen könnten kleinste Nadelkrautteile haften bleiben und so unbeabsichtigt weiter verbreitet werden.

 

Aus gegebenem Anlass richtet die Naturschutzbehörde nochmals einen dringenden Appell an Spaziergänger und Erholungssuchende in dem nach europäischem Recht geschütztem Gebiet, keine Wasserpflanzen aus Aquarien oder dem eigenen Gartenteich in öffentlichen Gewässern zu entsorgen. Wer dies versuche, gefährde nicht nur die gesunde Wasserflora und -fauna, sondern riskiere auch ein Bußgeld.

 

Für Informationen rund um das Verhalten in den Schutzgebieten „Brückerwald und Hußgeweid“ sind im Regierungspräsidium Gießen Jutta Neumann und Bianka Lauer unter 0641-303 5552 /-5543 oder per Mail  unter jutta.neumann@rpgi.hessen.de und Bianka.Lauer@rpgi.hessen.de zu erreichen. Darüber hinaus steht Florian Zilm vom Forstamt Kirchhain als Ansprechpartner für Waldpädagogik und Naturschutz unter der Rufnummer 06422-942728 zur Verfügung.

 

Ergänzende Erläuterung:

Die aus Australien und Neuseeland stammende Wasserpflanze zählt zu den invasiven Arten und kann aufgrund ihrer ausgeprägten Neigung zur flächenhaften Verbreitung heimische Arten und Lebensgemeinschaften aus den Gewässern verdrängen. Damit geht wertvoller Lebensraum für die einheimischen Wasserpflanzen sowie Amphibien, wie den streng geschützten Kammmolch, verloren, die die Teiche alljährlich zum Laichen und Überwintern nutzen.

 

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Pressesprecherin: Frau Gabriele Fischer
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