Exotische Hölzer neu unter Schutz gestellt

Die Konferenz der Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutzübereinkommens, die sich mit dem internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen befasst, hat Anfang Oktober in Johannesburg umfangreiche Änderungen der Anhänge zu diesem Übereinkommen verabschiedet.

Von besonderer Bedeutung ist dabei, dass ab dem kommenden Jahr bestimmte Holzarten (alle Palisander- und Bubingaarten) unter die Regelungen des internationalen Artenschutzes fallen. Wie das Regierungspräsidium (RP) Gießen als zuständige Artenschutzbehörde mitteilt, sind hiervon viele Instrumentenbauer und -händler betroffen.

Der Instrumentenbau und der Musikalienhandel werden bei Verwendung dieser Hölzer ab Beginn des neuen Jahres grundsätzlich buchführungspflichtig. Außerdem müssen der Artenschutzbehörde für alle entsprechenden Instrumente Nachweise über die rechtmäßige Herkunft vorgelegt werden. Für den Import von Instrumenten, die geschützte Hölzer enthalten, aus Ländern außerhalb der EU werden dann Einfuhrgenehmigungen erforderlich, sofern es sich um kommerzielle Transaktionen (Handel) handelt. Dasselbe gilt für die Ausfuhr in Länder außerhalb der EU.

Ware, die sich zum Stichtag im Lager befindet, unterliegt dem Bestandsschutz. Wenn belegt werden kann, dass Instrumente vor dem 2. Januar 2017 bereits im Lager vorhanden waren, dürfen diese auch nach diesem Zeitpunkt verkauft werden. Das RP weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass alle Instrumentenbauer und Musikalienhändler ihren vorhandenen Bestand an Rohholz oder Instrumenten auflisten und der Behörde melden sollen, damit es nicht später zu Unklarheiten kommt. Für Musiker wurde eine Ausnahmeregelung beschlossen. Im nichtkommerziellen internationalen Warenverkehr entfällt für Sendungen, die Palisander enthalten, bei einem Gewicht bis zehn Kilogramm die Vorlage von Ein- und Ausfuhrdokumenten. Für weitere Rückfragen steht die Obere Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium Gießen, Dezernat Artenschutz, unter der Rufnummer 303 – 0 gerne zur Verfügung.

Die Verwendung von Palisander- und Bubingaholz ist wegen seiner guten Klangeigenschaften bei der Herstellung von Musikinstrumenten von erheblicher Bedeutung. Sowohl Streich- und Zupfinstrumente als auch Holzblas- und Percussioninstrumente werden häufig unter Verwendung dieser Hölzer gebaut.

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Pressesprecherin: Frau Gabriele Fischer
Pressestelle Regierungspräsidium Gießen
Telefon: 0641-303 2005
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