Leitende Medizinaldirektorin Ruth Böhr zur Abteilungsleiterin ernannt

PM 177 RP Gießen hat mit Ruth Böhr neue Abteilungsleiterin.jpg

Ruth Böhr, Abteilungsleiterin
Staatssekretär Dr. Stefan Heck (r.) und Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich gratulieren der neuen Abteilungsleiterin Ruth Böhr.

Gießen. „Es war bisher nie langweilig“, sagt Ruth Böhr über ihr Berufsleben. Und das wird es in Zukunft als Leiterin der Abteilung „Soziales“ im Regierungspräsidium Gießen sicherlich auch nicht werden. Dafür sorgt allein schon die Vielfalt an Themen in ihrer täglichen Arbeit. Die reichen vom Schwerbehindertenrecht über Elterngeld bis hin zur Versorgung von Opfern von Gewalttaten. Hinzu kommt die Aufsicht über die Pflege- und Altenheime sowie über die sechs Hessischen Ämter für Versorgung und Soziales. In Wiesbaden überreichte Dr. Stefan Heck, Staatssekretär im Hessischen Ministerium des Innern und für Sport, Ruth Böhr während einer Feierstunde in kleinem Rahmen die Urkunde für ihre Aufgabe.

Auch Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich und Regierungsvizepräsident Martin Rößler gratulierten ihrer neuen Abteilungsleiterin. Bereits seit fast zwei Jahren stand die Medizinerin kommissarisch an der Spitze und war davor schon stellvertretende Abteilungsleiterin.
Beim Regierungspräsidium Gießen arbeitet die Fuldaerin seit Dezember 2007. Nach dem Medizinstudium in Marburg war sie zunächst als ärztliche Gutachterin und ab April 1987 als Leitende Ärztin im Hessischen Amt für Versorgung und Soziales Fulda im Einsatz. Nach ihrer Versetzung ins Regierungspräsidium Gießen wurde sie zur Leitenden Ärztin der Versorgungsverwaltung bestellt und übt in dieser Funktion unter anderem hessenweit die Fachaufsicht über 130 ärztliche Gutachterinnen und Gutachter aus und berät Ministerien, Verbände und Schwerbehindertenvertretungen. Von Juli 2009 bis zur Ernennung als Abteilungsleiterin war sie zusätzlich Leiterin des Dezernats „Ärztlicher Dienst/Gesundheitswesen“.

Von August 2009 bis Februar 2020 war die Leitende Medizinaldirektorin ins Sozialministerium abgeordnet. Schweinegrippe und Organtransplantation waren große Themen in dieser Zeit. Dann kam die Flüchtlingswelle 2015 und sie übernahm die Leitung der Projektgruppe Medizin. Deren Aufgabe bestand darin, die ambulante Versorgung und Erstuntersuchung der Geflüchteten sicherzustellen – an allen rund 110 Standorten, an denen Flüchtlinge untergebracht wurden. „Damit begannen über zwölf spannende und atemlose Monate, in denen neben meinem medizinisch-fachlichen Wissen vor allem Krisenmanagement gefragt war“, sagt Ruth Böhr rückblickend. Bis Ende Februar wurden täglich rund 800 Geflüchtete untersucht, geröntgt und geimpft. Und täglich trafen neue Flüchtlinge ein – bis zu 1300. Eine Mammutaufgabe, die nur mit Hilfe von einigen Tausend Helfern und mit Hilfe der „Fly in Docs“ gemeistert werden konnte. Die von Ruth Böhr ins Leben gerufene sogenannte medizinische Untersuchungs- und Versorgungspassage wurde schließlich in die Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen integriert und besteht noch heute. „Insgesamt wurden zwischen August 2015 und November 2016 an den Standorten 100.000 Flüchtlinge erstuntersucht und geimpft sowie die tägliche ambulante Versorgung sichergestellt, indem von mir ein Team aus circa 1000 Ärztinnen und Ärzten und weiteren 2000 Beschäftigten rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche koordiniert wurde“, fasst Böhr zusammen.

Ihr Engagement in dieser Zeit wurde auch während der Feierstunde im Ministerium gewürdigt. „Sie haben besonders in der Hochphase der Flüchtlingsaufnahme vor fünf Jahren Ihre organisatorischen Fähigkeiten unter Beweis gestellt“, sagte Staatssekretär Heck während der Feierstunde im Ministerium. Diesen Worten konnte sich Regierungspräsident Ullrich nur anschließen. Ruth Böhr sei eine engagierte und qualifizierte Mitarbeiterin, die einen sehr guten Ruf genieße. Ullrich lobte ebenfalls die besonderen Verdienste, die sie sich in der Flüchtlingskrise erworben hatte. Beide wünschten ihr viel Erfolg und eine glückliche Hand für ihre – wenn auch nicht ganz neue – verantwortungsvolle Arbeit als Abteilungsleiterin. Als solche ist sie übrigens verantwortlich für rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in vier Dezernaten sowie weitere 770 in den sechs hessischen Versorgungsämtern. Auf die vor ihr liegende Zeit freut sich Ruth Böhr bereits. „Ich liebe die große Abwechslung in den einzelnen Aufgaben, die ständig wechselnden Herausforderungen und die Arbeit für und mit so vielen und unterschiedlichen Menschen. Es ist jeden Morgen spannend, was mich an diesem Tag wieder erwartet“, betonte sie.

Der Arbeitstag beginnt für sie aber erst einmal mit einer längeren Autofahrt. Das Pendeln macht ihr allerdings nichts aus. Im Gegenteil. „Ich empfinde die Fahrt als Ort und Zeit der inneren Einkehr und es entstehen viele kreative Ideen auf der Strecke zwischen Fulda und Gießen.“ In ihrer Freizeit ist Ruth Böhr als ehemalige Seglerin viel und gerne an der frischen Luft unterwegs, arbeitet im Garten, liest sehr viel und spielt Orgel. „Im Zentrum steht allerdings mein Enkel, der mich lehrt, die Welt mit anderen Augen zu entdecken und achtsam jeden kleinen Augenblick zu genießen.“

Kontakt für Pressevertreter
Pressesprecher: Herr Oliver Keßler
Stabsstelle Presse, Öffentlichkeitsarbeit, Region Mittelhessen
Telefon: 0641-303 2005
Fax: 0641-303 2008
E-Mail: pressestelle@rpgi.hessen.de

Landgraf-Philipp-Platz 1-7
35390 Gießen

Hessen-Suche