„Mobile Hühnerställe liegen voll im Trend“

In der Reihe „Zahl des Monats“ stellt das Regierungspräsidium Gießen interessante Zahlen aus dem Verwaltungsalltag vor und beleuchtet dabei Wissenswertes. Bürgerinnen und Bürger erhalten dadurch einen noch tieferen Einblick in die Aufgaben einer Mittelbehörde, die viel spannender ist, als vielleicht gedacht.

PM 194 Zahl des Monats November - Legehennen in Hessen Artikelbild Homepage.jpg

Grafik mit Bild von Hühnern im Stall und der Information, dass 1,7 Millionen Legehennen in registrierten Betrieben in Hessen gehalten werden.

Gießen. Huch, was ist das denn? Vor geraumer Zeit haben sich das Spaziergänger oder Autofahrer noch gefragt, wenn sie an einer Wiese vorbeikamen, auf der ein mobiler Hühnerstall steht. Inzwischen sind die Ställe und ihre gefiederten Bewohner nichts Besonderes mehr. „Sie liegen voll im Trend. Immer mehr Legehennen werden auf diese Art und Weise gehalten“, sagt der Gießener Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich. Das bestätigen auch aktuelle Zahlen aus seiner Behörde. Die ist nämlich hessenweit zuständig für die Registrierung von Legehennen und die Zulassung von Eierpackstellen, in denen die Eier sortiert und verpackt werden. Demnach gibt es in Hessen alles in allem 1.748.410 registrierte Legehennen, die auf verschiedene Arten gehalten werden – unsere „Zahl des Monats“.

Mehr als 400 Betriebe, die ihre Eier im Handel anbieten, sind derzeit in Hessen erfasst. „Dabei erhält jeder Stall durch das Regierungspräsidium Gießen einen individuellen Erzeugercode, mit dem die Eier gestempelt werden“, erklärt Dr. Katharina Fleck vom Dezernat für Qualitätssicherung für Futtermittel und tierische Erzeugnisse. „Darüber hinaus gibt jedoch eine Vielzahl weiterer Legehennenhalter, die nicht registrierungspflichtig sind, da sie weniger als 350 Tiere haben und die Eier lose an den Endverbraucher abgeben.“

Jedes einzelne Ei kann zurückverfolgt werden

Fleck und ihre Kolleginnen und Kollegen können genau aufschlüsseln, wie viele Hennen wie leben. Die meisten, insgesamt 1.117.018 an der Zahl, legen ihre Eier in Bodenhaltung. Das ist erkennbar an der „2“ zu Beginn des gestempelten Erzeugercodes. In der Freilandhaltung steht den 247.510 registrierten Hennen in Hessen zusätzlich zum Stall ein Auslauf zur Verfügung. Hier ist die „1“ die erste Ziffer des Erzeugercodes. 371.284 Hennen werden ökologisch gehalten. „Die Hennen haben hier unter anderem mehr Platz im Stall und bekommen ökologisch erzeugtes Futter“, erklärt die RP-Mitarbeiterin. Ihre Eier sind mit einer „0“ am Anfang des Erzeugercodes gekennzeichnet. Der Stempel gibt aber nicht nur Aufschluss darüber, wie die Hennen leben. „Er gewährleistet, dass jedes einzelne Ei zurückverfolgt werden kann“, fasst Dezernatsleiter Professor Peter Theobald zusammen. Denn der Ziffer für die Haltungsform folgen das Länderkürzel („DE“), das Kürzel des Bundeslandes (Hessen hat die Nummer 06) sowie die individuelle Betriebs- und Stallnummer.

Zum Trend bei den mobilen Ställen bestätigt die RP-Mitarbeiterin: „In den vergangenen zwei Jahren gab es in diesem Bereich eine Vielzahl von Neuregistrierungen, sodass derzeit fast 160.000 Legehennen in Mobilställen gehalten werden.“ Das entspreche in der Regel der Freiland- oder der ökologischen Haltung.

Käfighaltung spielt nur noch untergeordnete Rolle

Im Gegensatz dazu spielt die Haltung in sogenannten ausgestalteten Käfigen in Hessen „nur noch eine untergeordnete Rolle“, weiß Dr. Katharina Fleck. Diese Form der Haltung hat die seit 2012 in der EU verbotene konventionelle Käfighaltung ersetzt. In Deutschland gibt es sogar eine Sonderform: Hier sind die Hennen in Kleingruppen in Käfigen untergebracht. Diese Anlagen dürfen aber nur bis 2025 betrieben werden, neue werden nicht mehr genehmigt. Das spiegelt sich auch bei den Zahlen wider: 12.598 der mehr als 1,7 Millionen registrierten Hennen – und damit noch nicht einmal ein Prozent – leben so. „Die Eier aus Käfighaltung sind an der ,3‘ als erste Ziffer des Erzeugercodes auf dem Ei zu erkennen“, lautet ihr Hinweis.

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