„Wir sind hier aus der Region, wir sind hier verwurzelt“

Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich informiert sich in Rauschenberg über das Unternehmen SW-Motech

PM 138 RP Ullrich besucht SW-Motech in Rauschenberg.JPG

Achim Kessler zeigt einen der Alukoffer.
Die Alukoffer sind nur ein winziger Ausschnitt aus dem SW-Motech-Angebot, die während des Besuchs bei SW-Motech vorgestellt werden (v.l.): Rauschenbergs Bürgermeister Michael Emmerich, Achim Kessler, Jörg Diehl, Jürgen Swora und Dr. Christoph Ullrich.

Gießen. Die Tage in der ehemaligen Traktorwerkstatt sind lange vorbei, geliefert wird in über 60 Länder und produziert für alle Motorradhersteller weltweit. Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich informiert sich regelmäßig vor Ort bei Unternehmen im Gießener RP-Bezirk mit seinen fünf Landkreisen zwischen Limburg und Schlitz, Münchhausen und Hungen. Diesmal besuchte er die Firma SW-Motech in Rauschenberg.

„Seit Corona sind wir um 62 Prozent gewachsen“, berichtet Jörg Diehl, einer von vier Inhabern und Geschäftsführern, die alle eines eint: global denken, regional handeln. SW-Motech hat etwas erreicht, wonach sich andere Unternehmen sehnen. Es hat im Laufe von über 20 Jahren eine emotionale Marke geschaffen, die unter Motorradfahrern eine große Akzeptanz erfährt. „Momentan ist es eher eine schwierige Situation, die wir haben“, beschreibt Firmengründer Jürgen Swora die Lage. Denn die Covid 19-Pandemie hat eine enorme Nachfrage mit sich gebracht.

Begeisterte Reaktionen in der Motorrad-Szene

Während einer Präsentation stellt das Führungsteam die Firmengeschichte vor. Diese handelt von den zwei Motorradfans Swora und Diehl, die für eine Reise durch das nordafrikanische Libyen selbstgebaute Hecktanks mitnehmen, um die große Lücken zwischen den Tankstellen zu überbrücken. Sie erzählt von begeisterten Reaktionen in der Motorrad-Szene, von Bauaufträgen für weitere Tanks und der Lust am Tüfteln, von dem, was heute gerne Existenzgründergeist genannt wird. Richtig Fahrt nimmt das Unternehmen ab 1999 auf dem elterlichen Hof von Jörg Diehl, wo die Traktorwerkstatt und der Schweinestall umfunktioniert wird. „Wir sind hier aus der Region, wir sind hier verwurzelt“, umschreibt Jörg Diehl das Credo der drei Gründer, zu denen auch Kai Jockel gehört.

„Dadurch, dass immer neue Produkte entwickelt wurden, die es so in der Form nicht gab, und das kombiniert mit technischem Anspruch, ist ein großes Interesse auf dem Markt geweckt worden“, sagt Jürgen Swora. Mit Accessoires wie Tankrucksäcken, dem Umbau von Sitzbänken, besonders robusten Hauptständern und der Entwicklung eines Tankrings mit Schnellspannfunktion wird SW-Motech groß und größer. „Das sind Produkte, die eigentlich niemand braucht, denn das Motorrad fährt auch ohne uns, die aber Wünsche erzeugen“, erläutert Jörg Diehl. Die Firma gerät schnell an ihre Grenzen. Ein Umzug nach Rauschenberg in eine gekaufte Halle folgt sowie die Eröffnung eines Produktionswerks in Tschechien. Die mittelhessische Zentrale wächst derweil weiter.

2006 zieht Achim Kessler mit seiner Firma Bags-Connection auf dem Gelände in Rauschenberg mit ein, eine räumliche Nähe, die zu einer engen geschäftlichen Verbindung führt. Später wird er zum vierten Geschäftsführer im Team. „Ab diesem Augenblick konnten wir beides, Metall und Textil, und das hat uns einen hohen Zulauf der Hersteller gebracht“, erinnert er sich. Letztendlich sind beide Unternehmen vor sieben Jahren zusammengelegt worden.

In 20 Jahren immer gewachsen

„In Mittelhessen haben wir viele Top-Firmen, die mit innovativen Ideen unterwegs sind“, sagt Regierungspräsident Ullrich während des Rundgangs durch die 2017 eröffnete Logistikhalle. „Dies hier ist ein sehr gutes Beispiel, was aus einer einzigen Idee wie einem Hecktank wachsen kann.“ Die Erfolgsgeschichte ging immer weiter mit Niederlassungen in Frankreich, Spanien und zuletzt Portland (USA). In Rauschenberg ist das Unternehmen nach diversen Umbauten und Erweiterungen an seine Grenzen gekommen. „In 20 Jahren sind wir immer gewachsen“, erklärt Jörg Diehl. Eine umfangreiche Erweiterung am Standort wäre aus Sicht der Geschäftsführer die Wunschlösung. Gespräche hierzu finden derzeit statt.

Nicht nur der Standort, auch die Zahl der Beschäftigten wurde immer größer. Derzeit sind es alleine in der Zentrale nahezu 200, Tendenz steigend. Die Belegschaft sei treu, sagt Jörg Diehl: „Unser Mitarbeiter Nummer eins arbeitet immer noch hier.“ Wäre da nicht der Fachkräftemangel, der sich bemerkbar macht. „Wir brauchen mehr Werbung in eigener Sache“, sagt Jürgen Swora. Ein Stichwort, das der Gast aus Gießen aufnimmt. Auch in seiner Funktion als Vorsitzender des Vereins Mittelhessen e.V. setzt sich Regierungspräsident Ullrich dafür ein, die Identität der Region Mittelhessen in der Bevölkerung zu stärken. „Ich staune immer wieder, welche Firmen in der Region beheimatet sind, welche Produkte sie herstellen, welche Dienstleistungen sie erbringen und wie groß ihr internationaler Bekanntheitsgrad in der jeweiligen Branche ist“, sagt er. „Wir müssen nur noch viel mehr darüber reden, welche Kompetenzen wir hier in unserer Region haben.“ Für das Image der Unternehmen sei das wichtig, aber eben auch für die gesamte Region Mittelhessen.

Stichwort – Verein Mittelhessen e. V. und Regionalmanagement Mittelhessen GmbH:

Der Verein Mittelhessen e. V. ist ein Gesellschafter der Regionalmanagement Mittelhessen GmbH. Unter dem Vorsitz von Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich bringen sich fast 250 Mitglieder in den regionalen Dialog ein, entwickeln Ideen und helfen bei der Umsetzung einer mittelhessischen Identität.

Die Regionalmanagement Mittelhessen GmbH stärkt und vermarktet den Wirtschafts- und Hochschulstandort in der Mitte von Hessen. Der Schulterschluss aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik ist in den Themenfeldern Infrastruktur, Bildung und Fachkräfte sowie Forschung und Innovation tätig. In der Regionalmanagement Mittelhessen GmbH haben sich 2013 alle Handwerkskammern, Hochschulen, Industrie- und Handelskammern, Landkreise und Oberzentren mit dem Verein Mittelhessen zusammengetan, um das seit 2003 bestehende Regionalmanagement weiter zu entwickeln, und Strategien für die Region zu planen und gemeinsam umzusetzen.

Kontakt für Pressevertreter
Pressesprecher: Herr Oliver Keßler
Stabsstelle Presse, Öffentlichkeitsarbeit, Region Mittelhessen
Telefon: 0641-303 2005
Fax: 0641-303 2008
E-Mail: pressestelle@rpgi.hessen.de

Landgraf-Philipp-Platz 1-7
35390 Gießen

Hessen-Suche