111 positive Corona-Fälle in Erstaufnahmeeinrichtung in Kassel-Niederzwehren

Um Infektionsketten zu unterbrechen, werden interne Quarantänebereiche erweitert und neu strukturiert

Gießen/Kassel-Niederzwehren. Nach fünf positiven SARS‐CoV‐2-Fällen (Corona) sind am Dienstag alle 300 Bewohnerinnen und Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtung Hessen am Standort in Kassel-Niederzwehren sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Dienstleister und des Regierungspräsidiums Gießen getestet worden. Jetzt liegt das Ergebnis der von der Stadt Kassel eingeleiteten Reihenuntersuchung vor. Demnach sind 109 Bewohnerinnen und Bewohner sowie ein Mitarbeiter des RP Gießen und eine Mitarbeiterin eines Dienstleisters positiv getestet worden. Das RP Gießen hat die Aufgabe, hessenweit die Erstaufnahme von Flüchtlingen zu organisieren.

„Die hohe Zahl macht entsprechende Maßnahmen notwendig“, berichtet Manfred Becker, Abteilungsleiter im Regierungspräsidium Gießen und für die Erstaufnahmeeinrichtung zuständig. Am Freitag war die Einrichtung durch das Kasseler Gesundheitsamt unter Quarantäne gestellt worden. Dabei bleibt es. „Um die Infektionsketten zu unterbrechen, werden die internen Quarantänebereiche derzeit erweitert und neu strukturiert, damit die positiv und negativ Getesteten räumlich getrennt werden können. Entscheidend ist, dass eine weitere Ausbreitung verhindert wird.“ Hierzu arbeitet das RP Gießen eng mit der Stadt Kassel zusammen.

„So plötzlich dieser Ausbruch in seiner Heftigkeit gekommen ist, darf nicht vergessen werden: Wir befinden uns hier in Deutschland mitten in einer Pandemie“, sagt Manfred Becker. Deren Hauptmerkmal sei es gerade, überraschend aufzutreten. Bislang hatte das Sicherheitskonzept vom RP Gießen in der Corona-Krise gegriffen. In der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen sind aktuell 3283 Menschen an fünf Standorten untergebracht, davon 300 in Kassel-Niederzwehren. Seit dem Lockdown vor sieben Monaten wurden an allen Standorten insgesamt 22 Bewohnerinnen und Bewohner positiv auf Covid-19 getestet und umgehend isoliert. Es gelte nun die Gesamtlage in Kassel-Niederzwehren genauestens zu prüfen sowie die Infektionsketten zu analysieren. „Die Erkenntnisse werden dann in unser Sicherheitskonzept einfließen“, erklärt Manfred Becker weiter.

„Aufklärung und deren Umsetzung prägen seit März unseren Alltag“, erläutert Manfred Becker. So werden zum Beispiel neu ankommende Flüchtlinge nach der Aufnahme im Ankunftszentrum in Gießen generell für mindestens zwei Wochen vorsorglich in separaten Räumlichkeiten der dortigen Erstaufnahmeeinrichtung untergebracht. Verdachtsfälle werden noch vor einem Befund in einem dafür vorgesehenen Gebäude isoliert. Sämtliche Maßnahmen und Konzepte waren und werden mit den jeweils zuständigen Gesundheitsämtern eng abgestimmt.

In allen Standorten sind Alltagsmasken an Bewohnerinnen und Bewohner sowie Beschäftigte ausgegeben worden. „Alle am Standort beschäftigten Dienstleister erhalten regelmäßig Informationen zu Hygienemaßnahmen und Abstandsregelungen, die innerhalb der Einrichtung gelten“, erläutert Abteilungsleiter Becker. Auf die Corona-Risiken werde in allen Aufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften intensiv und wiederholt hingewiesen. Mahlzeiten werden auch nicht mehr in der Kantine eingenommen, sondern auf den Zimmern. Aktuelle Informationen des Robert-Koch-Instituts zum Schutz vor dem Virus werden in mehreren Sprachen in jeder Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen ausgehängt. „Die Sozialbetreuung und Dolmetscher informieren ständig über die aktuellen Entwicklungen“, berichtet er. Darüber hinaus stellt das Land Hessen weitere Informationen mehrsprachig und fortlaufend zur Verfügung.

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