Damit es möglichst kein böses Erwachen zur schönen Bescherung gibt

Verbraucherschutz-Experten des Regierungspräsidiums Gießen geben Tipps für Kauf und Betrieb von Weihnachtsbeleuchtung

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Geschmückter Weihnachtsbaum mit LED-Beleuchtung
Moderne LED-Beleuchtung spart nicht nur Strom, sondern ist dank ihrer geringen Spannung auch sicher.

Gießen. „Brennende Kerze löst Zimmerbrand aus“: Schlagzeilen wie diese machen gerade in der Weihnachtszeit die Runde. Doch nicht immer ist die vergessene Kerze auf dem Adventskranz die Ursache für Brände, die Verletzte oder sogar Tote fordern und meist einen hohen Sachschaden verursachen. „Auch die elektrische Beleuchtung, egal ob im Haus oder im Freien, kann zur Gefahr werden“, betont der Gießener Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich. In seiner Behörde arbeiten Experten für den Bereich technischer Verbraucherschutz und Produktsicherheit – und die geben Tipps, damit es möglichst kein böses Erwachen zur schönen Bescherung gibt.

Lichterketten in allen Farben und Formen haben in den Wochen vor und nach Weihnachten Hochsaison. Dass die ausgewählte Beleuchtung nicht immer den erforderlichen technischen Standards entspricht, wissen die RP-Mitarbeiter und Verbraucherschützer Michael Axmann und Stefan Wingenbach nur zu gut. Stromschläge und Kurzschlüsse zählen dabei zu den größten Gefahren. Umso wichtiger ist der Blick auf die Sicherheit der verwendeten Produkte. Und das sowohl vor dem Kauf als auch vor dem Gebrauch.

„Beim Kauf muss Sicherheit im Vordergrund stehen“

„Damit es an Weihnachten Lichterglanz ohne böse Überraschungen gibt, muss beim Kauf der Beleuchtung immer die Sicherheit im Vordergrund stehen“, erläutert Michael Axmann. Verbraucher sollten darauf achten, dass die Lichterkette mit einem GS-Prüfzeichen gekennzeichnet ist und das erforderliche CE-Zeichen aufweist. Eine Gebrauchsanweisung, eindeutige Herstellerangaben und wichtige Warnhinweise dürfen ebenfalls nicht fehlen. „Kaufen Sie keine Lichterketten mit dünner oder brüchiger Isolierung oder erkennbar fehlerhaften Fassungen und Anschlüssen“, lautet sein Rat. Bei alten und unter Umständen defekten Kabeln und Lampenfassungen gilt: grundsätzlich ausrangieren. Erhöhte Vorsicht sei ausdrücklich beim Kauf von Produkten im Billigpreissegment geboten, insbesondere aus fernöstlichen Ländern. „Kunden müssen auf Angaben zu Strom, Spannung und Leistung achten. Ist die Verpackung unzureichend und die Aufschrift unleserlich, sollten Verbraucher besser vom Kauf absehen“, sagt Stefan Wingenbach.

Im Außenbereich seien besondere Dinge zu beachten, wie Axmann betont: „Leuchtartikel, die im Freien benutzt werden, müssen samt Trafo speziell für den Außenbereich geeignet und damit spritzwassergeschützt sein.“ Das stehe in der Regel auf der Packung, aber auf jeden Fall in der Bedienungsanleitung, ergänzt Wingenbach. Um sich vor bösen Überraschungen zu schützen, sollte die GS-Kennzeichnung bei der Kaufentscheidung auch hier eine maßgebliche Rolle spielen. „Das Zeichen steht für ‚Geprüfte Sicherheit‘ und bedeutet, dass der Hersteller das Produkt freiwillig einer sicherheitstechnischen Kontrolle unterzogen hat“, erklärt Axmann.

Wichtig: Rauchmelder

Sein grundsätzlicher Tipp, egal ob drinnen oder draußen dekoriert wird: „Nehmen Sie eine moderne LED-Beleuchtung. Diese ist durch die geringe Spannung sicher und spart auch noch Strom.“ Generell raten die beiden Experten, auf Produkte mit Trafo zurückzugreifen. Denn dieser sorgt dafür, dass die lebensgefährliche Steckdosenspannung auf eine niedrigere, ungefährliche Spannung reduziert wird. 100-prozentige Sicherheit gibt es selbst hier aber nicht. „Selbstverständlich kann sich ein defekter Trafo soweit erhitzen, dass er anfängt, zu brennen, oder aber nahestehende Gegenstände in Brand setzt“, weiß Wingenbach. Auch deshalb rät er, Lichterketten immer in ausreichendem Abstand zu brennbaren Materialien wie Papier oder Stoff anzubringen.

Wer – zumindest in Bezug auf die Weihnachtsbeleuchtung – gerade über Nacht auf Nummer sicher gehen will, sollte die Stecker ziehen. „Allerdings gibt es noch genug andere Geräte, die über Nacht am Netz bleiben“, gibt Wingenbach zu bedenken. „Umso wichtiger ist es daher ganz unabhängig von der Weihnachtsbeleuchtung, dass in jeder Wohnung und jedem Haus ausreichend Rauchmelder vorhanden sind, die im Ernstfall rechtzeitig Alarm schlagen und Leben retten.“

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