Ein großer Tag für ein engagiertes Dorf

„Sie haben sich auf den Weg gemacht, ein Bioenergiedorf zu werden – und das mit großem Erfolg.“ Mit diesen Worten überreichte Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich einen Genehmigungsbescheid für ein besonderes Projekt. Insgesamt 138 Gebäude, überwiegend Wohnhäuser, aber auch eine Schule, ein Hallenbad sowie landwirtschaftliche Gebäude sollen zukünftig an 365 Tagen im Jahr mit Nahwärme versorgt werden.

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Startschuss für das Bioenergiedorf Mengsberg: Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich übergibt Bescheid mit der Genehmigung
Ein großer Tag für ein engagiertes Dorf

Hierfür will die Bioenergiegenossenschaft Mengsberg eG eine dreistufige Heizzentrale mit Biomasse- und Flüssiggaskessel sowie einer großflächigen Solarthermieanlage errichten. Den positiven Bescheid für den Biomassekessel brachte RP Ullrich dem Ort mit seinen knapp 900 Einwohnern vorbei, nicht zuletzt auch deshalb, um sich über das Projekt zu informieren.


„Energiewende und Klimaschutz sind ohne Bioenergie nicht realisierbar“, sagte Christoph Ullrich während der Übergabe. Die Genossenschaft leiste nicht nur einen wichtigen Beitrag hierfür. „Sie stärken auch die heimische Wirtschaftskraft und tragen so zum Erhalt und Ausbau von Arbeitsplätzen vor Ort bei.“ Denn: Biomasse weist viele Vorteile auf. „Sie steht rund um die Uhr zur Verfügung, kann bedarfsgerecht eingesetzt werden und ist gut speicherbar“, berichtet der Regierungspräsident. Um die immissionsschutzrechtliche Genehmigung erteilen zu können, wurden unterschiedliche Fachbehörden aus den Bereichen Arbeitsschutz, Abfallwirtschaft und Naturschutz beteiligt. „Gegen das Vorhaben bestanden keine Bedenken“, sagt er. Auch die Vorprüfung der Umweltverträglichkeit verlief positiv.


Entsprechend groß ist die Freude bei Karlheinz Kurz, dem Vorsitzenden der Bioenergiegenossenschaft eG und Ortsvorsteher, sowie zahlreichen Beteiligten, die sich für den freudigen Moment eingefunden haben. „Ich freue mich, dass Sie nach Mengsberg gekommen sind und den Genehmigungsbescheid für unser Projekt persönlich übergeben“, sagt er in Richtung des Gießener Gasts. Weiterhin bedankte sich Karlheinz Kurz ‎für die konstruktive und sehr gute Zusammenarbeit mit dem Regierungspräsidium während des Genehmigungsverfahrens. Erste Bauarbeiten zur Errichtung des Heizgebäudes laufen bereits, da die Bioenergiegenossenschaft eG bereits im Vorfeld den vorzeitigen Beginn beantragt hatte.


Hintergrund: Funktionsweise der Heizzentrale


Für den Sommer und die Übergangszeit ist in Mengsberg ein Großflächensolarthermiefeld mit einer Brutto-Kollektorfläche von ca. 2950 Quadratmeter vorgesehen. Dieses ist ausgelegt ca. 17 Prozent des Gesamtwärmebedarfs und damit die gesamte Sommerlast abzudecken. Mit dieser Kollektorfläche kann eine Leistung von ca. 2000 Kilowatt erzeugt und bereitgestellt werden.


Die Grund- und Hauptlast in der übrigen Zeit soll durch den mit Holzhackschnitzeln betriebenen Biomassekessel mit einer Feuerungswärmeleistung von ca. 1279 Kilowatt abgedeckt werden. Für den Spitzenlastbereich an sehr kalten Tagen sowie als Redundanzabdeckung ist der Flüssiggaskessel mit einer Feuerungswärmeleistung von 1.740 Kilowatt vorgesehen.


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