Erstmals werden tragende Bauprodukte aus Stahl und Aluminium überprüft

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Schweißer

Gießen. Zukünftig werden Wintergärten, Carports und Überdachungen Sicherheitskontrollen unterzogen. Fast jeder Hausbesitzer nennt mindestens eines dieser Bauprodukte sein eigen oder beabsichtigt, demnächst eines davon zu erwerben. Aber worauf muss ein Käufer beim Kauf achten, da er im Schadensfall erster Ansprechpartner für Polizei oder Versicherungen ist? Das Regierungspräsidium Gießen gibt Tipps, worauf zu achten ist.

Seit Jahren ziert das CE-Zeichen viele Produkte: von der Gummiente bis zum Flachbildschirm. Diese Kennzeichnungspflicht gilt durch europäisches Recht auch für viele Artikel, die nach den entsprechenden Landesbauordnungen beim Bauen zu verwenden sind. Auch die im vergangenen Jahr geänderte Hessische Bauordnung verpflichtet Bauherren und Hausbesitzer, für die Sicherheit ihrer Gebäude oder Gebäudeteile zu sorgen. „Anlagen sind so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und instand zu halten, dass die öffentliche Sicherheit und Ordnung, insbesondere das Leben und die Gesundheit nicht gefährdet werden“, erläutert Kurt Lehmann-Zintel, Experte im Dezernat Bauaufsicht, Wohnungswesen und Gewerbe des Regierungspräsidiums Gießen.

Dies bedeutet zum einen, dass Bauherren und Hausbesitzer dafür verantwortlich sind, dass auf und von ihrem Grundstück keine Gefahr für Menschen und Umwelt ausgeht. Und zum anderen, dass nicht nur beim Neubau, sondern insbesondere auch beim Renovieren oder Instandsetzen ausschließlich zugelassene Bauprodukte verwendet werden.

Für die Bauprodukte, die in diesem Jahr überprüft werden, wie die erwähnten Wintergärten, Carports und Überdachungen, ist die Statik das wesentliche Merkmal. „Insbesondere wenn man bedenkt, dass diese Produkte unmittelbar dem Wetter ausgesetzt sind.“ Angesichts der sich ändernden Wetterlagen ist es wichtig, dass Gebäude und deren Teile dem Wetter sicher trotzen können.

„Diese Bauprodukte bestehen aus geschweißten bzw. zusammengefügten Teilen, die aus den Einzelteilen vor Ort zusammenmontiert werden“, berichtet der RP-Fachmann. Das setzt voraus, dass Hersteller solcher Produkte aufgrund einer statischen Berechnung und entsprechend ausgebildeten Mitarbeitern insbesondere geschweißte Teile fachgerecht herstellen und bei dem Produkt geeignetes Montagematerial enthalten ist. Der Gesetzgeber geht davon aus, dass nur zertifizierte Betriebe dazu in der Lage und demnach berechtigt sind.

Diese Betriebe müssen für ihre Produkte sogenannte Leistungserklärungen erstellen, um danach die begehrte CE-Kennzeichnung am Produkt anbringen zu dürfen. Welche Bauprodukte dies betrifft, regelt die Europäische Union. Leistungserklärungen enthalten Daten des Produkts wie zum Beispiel die Wärmeleitfähigkeit oder die Tragkraft.

„Wird ein Hausbesitzer gegenüber einer Bauaufsicht oder auch im Schadensfall nachweispflichtig, genügt die Leistungserklärung zusammen mit einer statischen Berechnung als Nachweis der Zulässigkeit“, erklärt Kurt Lehmann-Zintel. Sollte diese Unterlage nicht vorliegen, können hohe Kosten auf den Bauherren beziehungsweise Hausbesitzer zukommen, wenn es darum geht, einen Nachweis über Sachverständigengutachten oder Laboruntersuchungen zu führen.

Deshalb sollten gerade in Bereichen, die sich unmittelbar auf die Sicherheit von Personen auswirken können, ausschließlich qualitativ hochwertige Produkte verbaut werden, die von zertifizierten Betrieben mit entsprechend qualifizierten Mitarbeitern hergestellt werden. Diese Betriebe können ein Zertifikat nach EN 1090-1 vorweisen.

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