Neuerungen am Lahnfenster: Film über Renaturierungsmaßnahmen und Kinderbuch – Mit Anmeldung wieder geöffnet

Gießen. Passend zu den Sommerferien für diejenigen, die Zuhause bleiben und noch ein schönes Ausflugsziel suchen: Das Lahnfenster am Klinkel‘schen Wehr in Gießen kann wieder mit Anmeldung besucht werden.

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Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich warb gemeinsam mit den Beteiligten für einen Besuch des Lahnfensters – inklusive Filmvorführung und einer Autorinnenlesung.
Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich warb gemeinsam mit den Beteiligten für einen Besuch des Lahnfensters – inklusive Filmvorführung und einer Autorinnenlesung.

Noch dazu gibt es zwei Neuerungen. Einerseits wird ein fast neunminütiger Film über die Maßnahmen zur Renaturierung der Lahn gezeigt, andererseits liegt das druckfrische Kinderbuch „Filmreife Ferien an der Lahn“ von Andrea Nesseldreher zum Durchblättern aus. Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich warb gemeinsam mit den Beteiligten für einen Besuch des Lahnfensters – inklusive Filmvorführung und einer Autorinnenlesung.

Vom Start weg im Jahr 2007 hat sich das Lahnfenster zu einem beliebten Publikumsmagnet entwickelt. Alleine seit der Neueröffnung nach einer Erweiterung vor sieben Jahren hat das verantwortliche Regierungspräsidium Gießen über 130.000 Besucherinnen und Besuchern gezählt. Kein Wunder, dass es ein beliebtes Ausflugsziel in Mittelhessen ist. Nur hier kann die Unterwasserwelt der Lahn auf Augenhöhe beobachtet werden und das eingebettet in eine pädagogische Begleitung, falls gewünscht.

„Damit wir auch in Zukunft die Fische unter der Wasseroberfläche in möglichst großer Vielfalt beobachten können, sind mittlerweile rund 500 Maßnahmen zur Renaturierung der Lahn umgesetzt worden“, berichtet Regierungspräsident Ullrich während seiner Begrüßung. Viele Gewässer hat der Mensch in vergangenen Jahrzehnten begradigt zum Nachteil der Natur. Stichwort: Artenvielfalt oder Biodiversität, wie es in der Fachsprache heißt. Dass sich das wieder ändert, dazu tragen unter anderem das EU-LIFE-Projekt „Living Lahn“ bei oder auch das Programm „100 Wilde Bäche für Hessen“ des Hessischen Umweltministeriums bei. Um die positiven Auswirkungen des bisher Erreichten auch einer möglichst großen Öffentlichkeit vorstellen zu können, haben sich die zwei RP-Abteilungen „Ländlicher Raum, Forsten, Natur- und Verbraucherschutz“ und „Umwelt“ zusammengetan und den jungen Filmemacher Kristof Reuther aus Ismaning beauftragt.

Herausgekommen ist mit „Natürlich verbunden – Die Lahn und ihre Zuflüsse“ eine fast neunminütige Liebeserklärung an heimische Gewässer mit herrlichen Landschaftsaufnahmen - aus der Drohnenperspektive bis abgetaucht unter Wasser –, vielen Bach- und Flussbewohnern bis hin zur wie dressiert auf der Hand tanzenden Ringelnatter und insgesamt reichlich Wissenswertem. Vor über zwei Jahren war Kristof Reuther schon einmal zu Gast an der Lahn, wo das RP Gießen im benachbarten Bootshaus ein Symposium organisiert hatte. Dort kam es unter anderem auch zu der Begegnung mit Ursula Rock vom RP-Dezernat für Naturschutz. Seit Jahren ist sie maßgeblich für die Weiterentwicklung des Lahnfensters verantwortlich.

Nun ist der junge Filmemacher wieder dabei, zugeschaltet per Videokonferenz. „Man tut gut daran, die Menschen bei diesem Thema mitzunehmen, also solche Renaturierungsmaßnahmen auch öffentlichkeitswirksam mitzugestalten“, sagt der junge Regisseur. Besonders in Erinnerung sei ihm das Projekt an der Gisselberger Spanne bei Marburg geblieben. „Das ist wirklich sehr eindrücklich, wie dem Fluss wieder Platz gegeben wird, und ich finde es insgesamt sehr beachtlich, was sich in wenigen Jahren hier an und entlang der Lahn entwickelt hat.“

RP-Mitarbeiterin Brigitta Mikus führt in dem Film durch die Handlung. Für sie ist es eine Premiere als Darstellerin. „Ich habe so etwas noch nie gemacht, erstens vor der Kamera zu stehen, aber auch ans Gewässer zu fahren und einfach mal was Schönes zu zeigen.“ Ihr Alltag als Wasserbau-Ingenieurin ist ansonsten eher bestimmt durch deutlich fachliche und durchaus gelegentlich auch konfliktreichere Aufgaben. „Die Vielfalt in den Gewässern und der Randbereiche ist es, die den Fluss ausmacht“, sagt Frank Plettenberg vom Angelsportverein Edingen (Lahn-Dill-Kreis). Er ist der zweite Protagonist im Film. „Wir sind auf einem guten Weg, aber es ist noch viel zu tun.“

Karin Ohm-Winter, Leiterin der RP-Abteilung Umwelt, ist begeistert: „Der Film vermittelt sehr gut, welche Ziele der europäischen Wasserrahmenrichtlinie wir schon erreicht haben und er zeigt zugleich, was auch noch vor uns liegt.“ Regierungspräsident Ullrich freut sich über die vermittelte Botschaft: „Denn Renaturierung wird ja mit dem Landwirt, mit den Anglern, mit den Kanuten, also mit den Menschen umgesetzt, und nicht gegen sie.“ Gerhard Schulze-Velmede, Leiter des RP-Dezernats für Naturschutz, ergänzt: „Selbst, wenn es vornehmlich darum geht, die Gewässer zu renaturieren, darf auch nicht vergessen werden, dass in Gießen sehr stark aufgeholt worden ist, was die Integration des Flusses in die Stadt und seine Nutzung durch die Bevölkerung angeht.“ Zum Gelingen sei es zentral wichtig, möglichst viele Akteure zum Mitmachen zu bewegen. „Filmreife Ferien an der Lahn“ heißt das neue Kinderbuch von Andrea Nesseldreher, bei dem der Mittelhessen querende Fluss den blauen Faden darstellt. Die Geschwister Lilly und Nikolas sind erstmals ohne Eltern in einer Jugendfreizeit unterwegs, die die Region zwischen Marburg und Runkel erkundet. Passender als im Lahnfenster könnte eine Lesung daraus nicht stattfinden. Mit Fingerspitzengefühl schlüpft die Autorin in ihre Figuren und lässt sie das in Gießen spielende Kapitel erleben, in dem neben dem Elefantenklo und Mathematikum eben unter anderem auch die Beobachtungsstation für Fische eine prominente Rolle spielt.

Der „Kinderreiseführer mit Abenteuergeschichte“ (Nesseldreher über ihr Werk) soll Kindern Lust auf die Region machen, die hier im Urlaub sind, und auch denen, die hier leben und Ideen für einen Ausflug suchen. „Filmreife Ferien an der Lahn“ ist genaugenommen ein Krimi, denn Lilly meint, einer Entführung eines Mädchens auf der Spur zu sein. Aber niemand glaubt ihr. Dabei spielt eine pinkfarbene Limousine eine Rolle und die junge Sängerin Cora, mit der das eigentliche Abenteuer beginnt.

Der Film „Natürlich verbunden – Die Lahn und ihre Zuflüsse“ von Kristof Reuther wird dauerhaft im Lahnfenster sowie bei Führungen auf großem Monitor im Pavillon gezeigt und ist außerdem bei Facebook und auf YouTube zu finden. Das Buch „Filmreife Ferien an der Lahn“ von Andrea Nesseldreher liegt im Lahnfenster zur Ansicht aus und ist im Buchhandel für 15,95 Euro erhältlich. Die Beobachtungsstation am Lahnfenster ist aktuell freitags zwischen 15 und 19 Uhr geöffnet, Samstag, Sonntag sowie während der hessischen Ferien zusätzlich montags bis donnerstags von 13 bis 18 Uhr. Ein Besuch ist nach Voranmeldung möglich (https://rp-giessen.hessen.de/umwelt-natur/lahnfenster-hessen) und kann zwischen 15 und 45 Minuten dauern.

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