Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich besucht Alphabetisierungskurs in Neustadt

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Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich besucht Alphabetisierungskurs in Neustadt
Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich besucht Alphabetisierungskurs in Neustadt

Es ist mucksmäuschenstill im Klassenzimmer, als Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich eintritt. Auch während der Ferien wird im Gebäude 48 der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen fleißig gelernt. An den mit Corona-Sicherheitsabstand aufgestellten Tischen sitzen sieben Bewohner aus Syrien, Afghanistan und Eritrea. Sie sprechen gewöhnlich Sprachen wie Dari, kurdisch, Paschtu oder Tigrinja. Heute wollen sie bei Sprachlehrkraft Laya K. mit der deutschen Sprache weiterkommen. Die 34-Jährige Schwalmstädterin mit iranischen Wurzeln studierte in Teheran Deutsch als Fremd- und Zweitsprache. Mehr als 3500 Unterrichtseinheiten kann sie bereits vorweisen.

Thema des Tages ist heute der Buchstabe M und so nähern sich die Teilnehmer über Milch, Meer, Maus und Mond ganz behutsam dem dreizehnten Buchstaben des deutschen Alphabets. „Acht bis zehn Teilnehmer kommen drei Mal in der Woche zu den sogenannten „Sprache-und-Werte-Kursen“ zusammen“, berichtet Henrik Ernst, Fachbereichsleiter für Flüchtlingshilfe und Integration der Johanniter-Unfall-Hilfe. Fünf verschiedene Kurse bietet sein Verein in der Neustädter Einrichtung an. Die „Niveaustufen“ der jeweils 90-minütigen Unterrichtseinheiten reichen von Alphabetisierung über Anfänger bis Fortgeschrittene.  Die Johanniter bieten außerdem einen Erstorientierungs- sowie einen ehrenamtlich getragenen Kurs an. Weitere Angebote am Standort, wie zum Beispiel die Zwergenschule, runden den Spracherwerb ab oder sorgen für Spiel, Spaß, Aufklärung und Beschäftigung.

„Integration gelingt am besten über die Sprache“, sagt Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich, der in der hinteren Reihe des Klassenzimmers Platz genommen hat. Seine diesjährige Sommerbereisung nutzt der Behördenchef, um sich die vielfältigen Betreuungs- und Schulangebote an den Standorten der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge des Landes Hessen anzusehen. Denn Corona hatte auch hier umfangreiche Einschränkungen zur Folge. „Nach und nach nehmen die Anbieter ihren Dienst wieder auf“, sagt Ullrich. „Die Angebote ermöglichen eine Tagesstruktur und bieten Raum für Selbstbestätigung und Austausch“. Daneben weise das Lernen aber auch eine hohe Nachhaltigkeit auf, da insbesondere die Sprache einer der wichtigsten Schlüssel zur Integration sei. Besonders dankbar sei der Präsident für die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die trotz schwieriger Corona-Bedingungen Angebote weiterhin aufrechterhalten oder inzwischen wiederaufgenommen hätten.

In der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen sind aktuell 2820 Menschen untergebracht, 396 von ihnen in Neustadt.

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