Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich besucht die Glockenwelt Burg Greifenstein

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Rundgang durch die Glockenwelt
Rundgang durch die Glockenwelt

Ein Glockenschlag ertönt. Was dann passiert, lässt Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich staunen: Die Klangwellen sorgen dafür, dass die Kuppel der Glockenwelt Burg Greifenstein in ein zartes Licht getaucht wird. Dies ist nicht die einzige Besonderheit in diesem ohnehin besonderen Museum, in dem Geschichte lebendig und im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar wird. Denn hier sind Mitmachen, Anfassen und Ausprobieren nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht. Auch Regierungspräsident Ullrich lässt es sich nicht nehmen, eine der rund 100 ausgestellten Glocken anzuschlagen. Er ist auf Sommertour und gibt Tipps für Unternehmungen, die – aber natürlich nicht nur – in Zeiten von Corona möglich sind. Und er ist nach wie vor begeistert, dass Mittelhessen so viel Tolles zu bieten hat. „Die Glockenwelt ist wirklich einen Ausflug wert. Besonders Kinder dürften hier ihren Spaß haben, auch mit den Mäusen Bim und Bam“, schmunzelt Ullrich.

Das Museum gilt als bedeutendste Glockensammlung Deutschlands. Michael Volkwein vom Vorstand des Greifenstein-Vereins geht sogar noch einen Schritt weiter. „Wir sind mindestens Mitteleuropas größtes Glockenmuseum“, sagt er stolz. Hier gibt es die unterschiedlichsten Exemplare – von der Kirchen- über die Kuh- bis zur Schiffsglocke. Seit seiner Gründung im Jahr 1969 ist der Verein Eigentümer der mittelalterlichen Burg, die teilweise eine Ruine ist. „Sie war einst eine riesige Festung und wurde später zu einer barocken Residenz ausgebaut“, erläutert Volkwein beim Rundgang. Wie groß die Anlage früher war, veranschaulicht das Modell in der Katharinenkapelle eindrucksvoll. Was die Burg als eine von vielen in Lahntal und Westerwald und allgemein in Deutschland von den anderen abhebt, ist die Glockenwelt. „Das ist unser Alleinstellungsmerkmal“, betont Volkwein. Das Museum im Bollwerk „Rossmühle“ wurde 1984 eröffnet und von 2007 bis 2012 aufwendig modernisiert. Der Verein investierte damals auch dank Fördermitteln und Spenden 420.000 Euro.

Die meisten der Glocken stammen von Hans-Gerd Rincker, dem früheren Chef der Glocken- und Kunstgießerei Rincker in Sinn. Er hat mit seiner Sammlung, die bereits ab 1973 in den Kasematten zu bewundern war, maßgeblich dazu beigetragen, dass das Museum eröffnet wurde. „Jede Glocke hat ihre eigene Geschichte“, erzählt Dr. Wolfgang Leineweber, der stellvertretende Vorsitzende des Vereins. Es sind Geschichten, die den Gang durch 1.000 Jahre Glockenhistorie noch spannender machen. Wer im Museum auf Entdeckungsreise geht, kann natürlich nicht nur die rund 100 Glocken anschauen und hören, wie sie klingen. Audioguides entführen in ferne Länder und andere Kulturen und machen es möglich, Klängen aus aller Welt zu lauschen. Dazu gibt es allerlei Informationen, wie Glocken hergestellt werden oder auch welche Funktionen sie haben. Die beiden Mäuse Bim und Bam begleiten vor allem die kleinen Gäste spielerisch auf ihrer Suche nach dem Geheimnis der Glockenklänge und -geschichten.

Neben dem Museum gibt es auf Burg Greifenstein noch etwas ganz Besonderes: eine der wenigen Doppelkirchen Deutschlands. Über der gotischen Katharinenkapelle wurde im 17. Jahrhundert eine barocke Schlosskirche errichtet, die heute der evangelischen Kirchengemeinde gehört. „Das ist der einzige Moment, in dem man nicht ins Mittelalter zurückversetzt wird“, sagt Greifensteins Bürgermeisterin Marion Sander, als ihr Blick auf die beeindruckenden Stuckdekorationen in der Kirche fällt. Doch damit nicht genug: Auf Burg Greifenstein wartet noch mehr darauf, entdeckt zu werden, beispielsweise der neue Naturlehrpfad. Auf einem Rundweg gibt es allerlei Informationen über Fauna und Flora in diesem Gebiet.

Burg Greifenstein mit Glockenwelt und Doppelkirche ist donnerstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Erwachsene zahlen vier Euro Eintritt, Kinder von sechs bis 16 Jahre zwei Euro. Weitere Informationen gibt es im Internet sowie bei Facebook und Instagram (@glockenwelt).

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