Regierungspräsident Ullrich übergibt an Haus Caruso einen Zuschussbescheid über 498.000 Euro

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Regierungspräsident Ullrich übergibt an Haus Caruso einen Zuschussbescheid über 498.000 Euro
(v.l.): Der Erste Kreisbeigeordnete Stephan Aurand, Landrat Wolfgang Schuster, Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich, Heimleiter Rainer Zech, Ortsvorsteherin Heidi Brandes und die stellvertretende Heimleiterin Sara Werner

„Ich bin seit den ersten Schritten mit dabei, deshalb ist dieser Tag heute ein ganz besonderer Tag.“ Heidi Brandes ist die Ortsvorsteherin von Oberscheld bei Dillenburg. Sie strahlt, als wäre es ihr persönlicher Bescheid, den sie bei der Bank gleich einlösen wird. Fast eine halbe Million Euro steuert das Land Hessen für ein außergewöhnliches Projekt bei. Ein Projekt, das sie über zwei Jahrzehnte vorangetrieben hat.

Im Haus Caruso leben 28 Frauen und Männer, die durch eine Abhängigkeitserkrankung meist mehrfach geschädigt und dauerhaft auf Unterstützung angewiesen sind. 20 Jahre nach seinem Start soll es nun erweitert werden. Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich übergab bei einem Besuch der vorbildlichen Sozialeinrichtung einen Bescheid in Höhe von 498.000 Euro.

Regierungspräsident übergibt Förderbescheid des Landes Hessen

„Wofür machen wir das Ganze denn hier?“, fragte Christoph Ullrich im Gespräch. „Wir machen das für Menschen, die ein nicht so gutes Schicksal haben und dadurch ein bisschen besser am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.“ Von daher freue er sich, den Bescheid übergeben zu können, den das Land möglich gemacht habe. „Dies bedeutet eine Qualitätssteigerung und einen besseren Standard für die Bewohner.“ Genau darum geht es in dem Neu- und Erweiterungsbau. Es gibt 28 vollstationäre Plätze und ein dem Wohnheim angegliedertes betreutes Wohnen. In der Regel leben zwei Bewohner in einem Zimmer.

„Unsere Bewohner haben sowohl körperlich als auch psychisch, meist auch sozial Folgeschäden durch ihre Abhängigkeit. Die, die zu uns kommen, bleiben mindestens ein Jahr oder länger, bis sie sich stabilisiert haben“, erläutert die stellvertretende Heimleiterin Sara Werner. „Und wenn Menschen länger Unterstützung brauchen, dann sind Einzelzimmer enorm wichtig.“ Mit dem Bewilligungsbescheid falle nun der Startschuss, um das zu ermöglichen. Die Bewohner sind zwischen Mitte 40 und 80 Jahre alt und leben teilweise schon über 20 Jahre im Haus Caruso. „Es geht hier darum, Leben zu sichern“, ergänzt sie.

Die Landesmittel erhält zunächst der Lahn-Dill-Kreis. Dessen Landrat Werner Schuster wird das Geld an den Einrichtungsträger, die Aktives Leben im Alter gGmbH, weiterleiten. Für ihn ist es ein Gemeinschaftswerk, von dem die Menschen etwas haben: „Der Bescheid wird das Haus Caruso ein gutes Stück voranbringen.“Damit steht eine über viele Jahre entwickelte Projektidee kurz davor, umgesetzt zu werden. „Diese Einrichtungen in den kleinen Orten mit ihren überschaubaren Strukturen haben eine ganz besondere Bedeutung“, sagt der Erste Kreisbeigeordnete Stephan Aurand für den Lahn-Dill-Kreis, „von daher ist das ein schöner Mosaikstein der Eingliederungshilfe.“

Viele Überlegungen hatte es vorgegeben und genauso viele sind wieder verworfen worden. Die Kirchengemeinde hatte schließlich die heutige Lösung ermöglicht. Sie gibt ihr Grundstück ab, das hinter der Ergotherapie des Wohnheims liegt. Noch stehen zwei Garagen darauf, die genauso abgerissen werden wie die Praxis. Zwischenzeitlich liegt die Baugenehmigung für das rund 1,75 Millionen-Euro-Projekt vor. Demnach sind im ersten Stock sowie im Dachgeschoss insgesamt zwölf Einzelzimmer mit Dusche und WC geplant. Jede Etage bekommt eine Teeküche und die Mitarbeiter Büros. Bereits 2016 hatte der Kreistag einem entsprechenden Beschluss zugestimmt.

Wenn alles gut geht, kann Ende 2019, spätestens Frühjahr 2020 eingezogen werden. „Wir haben immer wieder überlegt, wie wir die Situation entzerren zu können“, sagt Einrichtungsleiter Rainer Zech. „Wir sind sehr dankbar für die viele Unterstützung.“ Nun wird noch auf einen Bescheid des Landeswohlfahrtsverbands gewartet. Den Rest muss die „Aktives Leben im Alter gGmbH“ als Betreiberin selbst aufbringen.

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