RP Dr. Ullrich besucht die Grube Malapertus in Wetzlar

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Grube Malapertus
Grube Malapertus (1): RP Dr. Ullrich (7.v.l.) mit dem Förderverein „Grube Malapertus“ um den Vorsitzenden Nils Müller (4.v.r) und seinem Stellvertreter Günter Schmidt (2.v.l.) sowie dem Geschäftsführer der Heidelberger Sand und Kies GmbH Thomas Wittmann.

Gießen/Wetzlar. „Wo früher Bergbaugeschichte für die Region Mittelhessen geschrieben wurde, schreiben wir heute ein neues touristisches Kapitel“, sagt Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich bei seinem Besuch im künftigen Museumsbergwerk Malapertus auf dem Simberg bei Niedergirmes. Die Bergaufsicht des Regierungspräsidiums erteilte im Dezember 2017 eine Betriebserlaubnis zur Sanierung der ehemaligen Erz- und Kalksteingrube. Nun machte sich RP Ullrich ein Bild vom Fortschritt der Arbeiten. Begleitet wurde er dabei vom Vorstand des Fördervereins Grube Malapertus, den RP-Kollegen der Bergaufsicht, Martin Heidlas und Ralf Ukleja, sowie Thomas Wittmann, Geschäftsführer der Heidelberger Sand und Kies GmbH.

Nachdem die Bewirtschaftung der Grube und des Kalksteinabbaus durch die Heidelberger Sand und Kies GmbH vor acht Jahren eingestellt worden war, pachtete der eigens gegründete Förderverein die Grube. Ziel ist es, das ehemalige Bergwerk als Montandenkmal zu erhalten. Die Vereinsmitglieder wollen damit vor allem Kenntnisse über Technik und Kulturgeschichte des Bergbaus in Wetzlar dokumentieren und vermitteln. Die intakte Bergwerksanlage zu erhalten, ist Mittel zum Zweck: Das Erlebnis Bergbau sollte im wahrsten Sinne des Wortes „erfahrbar“ werden.

Als wesentliche Maßnahme wurden Teile des ehemaligen Maschinenschachtes ausgetauscht – inklusive der beiden Förderseile. Noch in diesem Jahr soll – wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind – die Freigabe für die Personenseilfahrt in der Schachtanlage durch das RP erteilt werden. Dann könnten auch die ersten Besucher ins Bergwerk einfahren. Imposant ist das insofern, als dass es während des aktiven Betriebs niemals eine Personenbeförderung gegeben hat. „Historisch gab es hier nur eine Materialbeförderung. Zukünftig sollen sich die Besucher in den Förderkörben bewegen.“ So soll das Wissen um die Vielfältigkeit der heimischen Bodenschätze erhalten und auch die kulturgeschichtliche Bedeutung für die Entwicklung der mittelhessischen Region betont werden. „Unser Konzept liegt dabei weniger in einer ständigen musealen Nutzung mit festen Öffnungszeiten, als vielmehr in einem Event-Charakter für angemeldete Gruppen“, erläutert der Vereinsvorsitzende Nils Müller.

Die Vereinsmitglieder haben in ihrer Freizeit in zahllosen Arbeitseinsätzen umfangreiche Maßnahmen zu Umbau und Erhalt vorangetrieben. Mitunter mussten verschüttete Strecken freigeräumt oder gesichert und Holzkonstruktionen ausgetauscht werden. Die Beleuchtung der Strecken mit ihren Gängen ist verbessert und Bergbaumaschinen, Loren sowie rostige Schienen auf museale Nutzung hin überprüft und entsprechend in Szene gesetzt worden. Die zahlreichen bergbaulichen Einrichtungen sollen so dauerhaft erhalten bleiben.

„Der Dank der gesamten Region gebührt den ehrenamtlichen Vereinsmitgliedern, die dieses herausragende Projekt überhaupt erst ermöglicht haben“, sagt RP Ullrich am Ende der Tour. Alleine gestützt auf Spenden, Mitgliedsbeiträge und Einnahmen aus der Vermietung der Festhalle hätten es der Verein geschafft, die Anlagen zu erhalten und zu sichern und letztendlich ein einmaliges Museumsbergwerk mit Personenseilfahrt zu errichten. „Aber auch das finanzielle Engagement von Heidelberger Sand und Kies ist zu loben, ohne dass dieses Projekt nicht machbar wäre.“ Mittelhessen ist eine tolle Region– „auch und gerade mit seiner langen bergbaulichen Tradition.“

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