RP Dr. Ullrich besucht mittelhessische Top-Firmen: Lakewood in Gießen-Rödgen

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Lakewood in Gießen-Rödgen

Gießen/Rödgen. „Wir haben hier in Mittelhessen viele Top-Firmen, die mit innovativen Ideen unterwegs sind, wir müssen aber mehr über sie sprechen.“ Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich informiert sich regelmäßig vor Ort bei Unternehmen im Gießener RP-Bezirk mit seinen fünf Landkreisen zwischen Limburg und Schlitz, Münchhausen und Hungen. Diesmal besuchte er die Firma Lakewood im Gießener Ortsteil Rödgen. In einer ehemaligen Zigarrenfabrik bauen 19 Beschäftigte jährlich 1200 hochwertige Akustikgitarren, die weltweit begehrt sind. Der Regierungspräsident, selbst ein bekennender Nicht-Musiker, aber begeisterter Handwerker, war beeindruckt von den anspruchsvollen Abläufen, bei denen der Mensch mit seinen jeweiligen Fähigkeiten im Mittelpunkt steht.

Auch eine geschlossene Tür kann das sirrende Schleifgeräusch vom Gespräch in der Teeküche unterm Dach nicht fernhalten. Überall im Backstein-Gebäude wird an dem gewerkelt, was später zum Beispiel als „M 32“ – dem Bestseller von Lakewood – weltweit verschickt wird. „Ich habe erst mal zu groß gekauft und dann ist das Gebäude nach und nach kleiner geworden, je größer unser Bedarf geworden ist.“ 30 Jahre liegt das zurück. Früher lebte Gründer Martin Seeliger mit seiner Familie, wo heute die Schleifmaschine steht, die für den richtigen Winkel der Gitarrendecke sorgt. „Die Leute empfinden das hier als Werkstatt, nicht als Fabrik“, ergänzt Teilhaber Markus Hoppe.

"Am Anfang, da war nur Lust, aber kein Geld."

Akustische Gitarren erleben eine große Nachfrage, nicht erst seit Ed Sheeran. Handgemachte Musik hat Martin Seeliger immer begeistert. „Am Anfang, da war nur Lust, aber kein Geld.“ 1982 startete er in die Selbstständigkeit. Die erste Gitarre mit dem berühmt gewordenen Namen in geschwungener Schrift hat er 1986 gebaut. Seitdem haben sich viele Anekdoten angesammelt. Zum Beispiel jene, dass Lakewood wirklich existiert. Die Stadt am Eriesee im US-Bundesstaat Ohio ist nicht ganz so groß wie Gießen. Persönliche Verbindungen oder eine romantische Geschichte dazu gibt es nicht. Martin Seeliger suchte einen international verwendbaren Namen und tippte mit geschlossenen Augen auf eine Landkarte. Das war’s.

Regierungspräsident Christoph Ullrich setzt sich auch in seiner Funktion als Vorsitzender des Vereins Mittelhessen e.V. dafür ein, die Identität mit der Region Mittelhessen in der Bevölkerung zu steigern. v, welche Produkte sie herstellen und wie weit diese verkauft werden“, sagt er während des Rundgangs. Die Nachfrage bei Lakewood nimmt tatsächlich immer weiter zu. Größter Exportmarkt ist China. Einen Direktvertrieb gibt es nicht. Martin Seeliger setzt auf den stationären Handel und Großhandel im In- und Ausland.

Auch wenn in ausgewählten Partnergeschäften die Lakewood-Gitarren ausprobiert werden können: „Es gibt immer mehr Menschen, die von uns selbst beraten werden wollen.“ Der Kauf einer Lakewood-Gitarre ist eng mit Emotionen verknüpft. Einen Showroom gibt es bislang nicht. Was in der früheren Zigarrenfabrik gebaut wird, ist bereits bestellt und wird nach der Qualitätskontrolle verschickt.

Neben festen Modellen möchten immer mehr Kunden ein selbst zusammengestelltes Instrument. Diese Aufgabe übernimmt der „Gitarren-Designer“ auf der Internetseite. Mit dem digitalen Werkzeug kreiert der Kunde seine eigene Gitarre und kann sie dreidimensional aus allen Perspektiven betrachten – von der Form über die Holzauswahl bis hin zur eigenen Unterschrift aus Perlmutt, eingearbeitet in das Griffbrett.

Eigene Unterschrift in Perlmutt im Gitarrenhals

Der Clou dahinter ist jedoch: „Das haben wir alles selbst gemacht, von der Idee bis zum Endprodukt“, erklärt Markus Hoppe. Extern beauftragt hätte der „Gitarren-Designer“ einen sechsstelligen Betrag geschluckt, schätzt er. Unbezahlbar für ein mittelständisches Unternehmen wie Lakewood. Der finanzielle Aspekt stand aber nicht am Anfang des Projektes, wie Martin Seeliger berichtet: „Wir hatten einfach Lust darauf, das zu machen.“

Zeichnungen anfertigen, all das webfähig machen, Datenbanken einrichten: Mit der Lust folgten die komplett neuen Aufgaben für das Team. 2008 ging die erste Version online. „Wir sind die einzigen in der Branche, die einen solchen Konfigurator haben“, sagt Martin Seeliger. Manuel Heinrich von der Regionalmanagement Mittelhessen GmbH begleitet Regierungspräsident Ullrich bei seinem Besuch. Er ist begeistert: „Dieses Beispiel zeigt, dass es für eine innovative Idee und eine klug durchdachte Umsetzung keine digitale Metropole braucht. Das gibt es mitten in Mittelhessen.“

Immer am Ball bleiben. Die noch bessere Gitarre konstruieren. Und mehr: „Wir müssen in kürzerer Zeit mehr Gitarren bauen.“ Und das bei gleichbleibender Qualität und einer Bauweise, die vor allem auf menschliche Fertigkeiten setzt. Erfahrung und Maschine gehen Hand in Hand, getreu dem Motto: Technische Neuerungen nutzen und auf Automatisierung zurückgreifen, wenn es die Maschine einfach besser kann als der Mensch. „In einigen Wochen bekommen wir unseren ersten Roboter“, berichtet Martin Seeliger. Der wird dann die Aufgabe haben, Lackoberflächen zu polieren.

Dass diese und immer wieder andere neue Ideen umgesetzt werden, dafür macht der Gründer auch die menschliche wie berufliche Vielfalt in der Belegschaft verantwortlich. „Darunter befinden sich ausgebildete Zupfinstrumentenmacher, aber auch Quereinsteiger wie Konzertpromoter, Fotografen, Schreiner oder ein Bootsbauer aus Neuseeland. Das ist eine Bereicherung für den Betrieb.“

Stichwort:
Verein Mittelhessen e. V. und
Regionalmanagement Mittelhessen GmbH:

Der Verein Mittelhessen e. V. ist ein Gesellschafter der Regionalmanagement Mittelhessen GmbH. Unter dem Vorsitz von Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich bringen sich fast 250 Mitglieder in den regionalen Dialog ein, entwickeln Ideen und helfen bei der Umsetzung einer mittelhessischen Identität.


Die Regionalmanagement Mittelhessen GmbH stärkt und vermarktet den Wirtschafts- und Hochschulstandort in der Mitte von Hessen. Der Schulterschluss aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik ist in den Themenfeldern Infrastruktur, Bildung und Fachkräfte sowie Forschung und Innovation tätig.


In der Regionalmanagement Mittelhessen GmbH haben sich 2013 alle Handwerkskammern, Hochschulen, Industrie- und Handelskammern, Landkreise und Oberzentren mit dem Verein Mittelhessen zusammengetan, um das seit 2003 bestehende Regionalmanagement weiter zu entwickeln, und Strategien für die Region zu planen und gemeinsam umzusetzen.

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Stabsstelle Presse, Öffentlichkeitsarbeit, Region Mittelhessen
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