RP Gießen errichtet Zaun für Beweidung in FFH-Gebiet „Wieseckaue und Jossolleraue“

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Rinder in der Wieseckaue

Gießen. Was machen die Kühe auf der Wiese? Das werden sich vermutlich Besucher fragen, die hinter dem Schwanenteich entlang der Wieseck spazieren gehen. In der zweiten Novemberhälfte wird noch ein stationärer Zaun errichtet. „Die Einzäunung ist erforderlich, damit wichtige Pflegemaßnahmen durchgeführt werden können“, sagt Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich. Diese Maßnahmen finden neuerdings mit tierischer Hilfe statt. Für die Gießener Bevölkerung heißt das: Sie kann sich fast mitten in der Stadt an dem Anblick von Jungrindern und Mutterkühen verschiedener Rassen erfreuen.

Hintergrund ist ein Rückgang an Artenreichtum in diesem Teil der Wieseckaue, die hier zum FFH- und Vogelschutzgebiet „Wieseckaue östlich von Gießen“ gehört. Diese werden nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und der Vogelschutz-Richtlinie der EU ausgewiesen und dienen dem Schutz von Pflanzen (Flora), Tieren (Fauna) und Lebensraumtypen (Habitaten). Wegen der in den letzten Jahren zunehmenden, hohen Feuchtigkeit der Flächen kann dieser Teilbereich des Schutzgebietes im Frühjahr nicht mehr gemäht werden. Im Laufe der vergangenen Jahre haben sich dadurch starke Veränderungen eingestellt. Das hat dazu geführt, dass viele wertvolle Pflanzenarten, die ehemals auf der Fläche vorkamen, nicht mehr anzutreffen sind. Der Artenreichtum ist deutlich zurückgegangen.

„Deshalb hat unsere zuständige Obere Naturschutzbehörde für das Schutzgebiet entschieden, einen Zaun für eine naturschutzgerechte landwirtschaftliche Nutzung aufzustellen“, erläutert RP Ullrich. Beteiligt an der geplanten Nutzungsänderung sind neben dem Landwirt und der Oberen Naturschutzbehörde die Stadt Gießen, das Amt für den ländlichen Raum Wetzlar sowie die Gutachter für das FFH- und Vogelschutzgebiet. Mit dem Zaun kann die Fläche als Mähweide, einer Kombination aus Beweidung und Mahd, genutzt werden. So soll zum einen der Fortbestand des restlichen, artenreichen Grünlandes gewährleistet und zum anderen die dort vorkommende seltene Schmetterlingsart erhalten werden namens Dunkler Ameisenbläuling. Darüber hinaus werden Brutgebiete für die stark gefährdeten Wiesenbrüter und Vögel der Feuchtbereiche geschaffen.

Indem Beweidung und Mahd kombiniert werden, kann in der Zeit der noch hohen Feuchtigkeit auf der Fläche bereits frühzeitig die erste Nutzung durch Rinder erfolgen. Denn: Eine Mahd ist zu diesem Zeitpunkt wegen der hohen Feuchtigkeit noch gar nicht möglich. Mit den neuausgerichteten Pflege- und Bewirtschaftungsmaßnahmen wird es gelingen, den Zielsetzungen des FFH-Gebietes und des Vogelschutzgebietes gleichermaßen zu dienen, sind die Naturschutzexperten im RP Gießen überzeugt. Ein erstes positives Signal dafür sei das neue Vorkommen der Vogelart Wasserralle.

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