RP Ullrich ruft Kommunen zu Bewerbung auf

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Naturschutzgebiet Elbbachtal

Gießen. Wasser mäandert zwischen Wiesen, Feldern und Wäldern. So zeichnet sich das idyllische Bild des Baches auf dem Land. Oft sieht die Realität aber anders aus: Bäche zwängen sich durch Kanäle oder Betonröhren. Das ist das Erbe von Baumaßnahmen der 60er und 70er Jahre – vor allem auch zur Abwasserableitung. Das soll sich nach dem Willen des Landes Hessen nun ändern. Der Wettbewerb „100 wilde Bäche für Hessen“ unterstützt die Renaturierung kleiner Fließgewässer unbürokratisch und mit bis zu 95 Prozent Förderung.

„Naturnahe Gewässer wirken sich positiv auf unseren Wasserhaushalt aus. Die beiden letzten trockenen Sommer haben uns gezeigt, wie wichtig es ist, den Niederschlag in den natürlichen Flächen zu halten“, erklärt Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich. „Im gesamten Bezirk liegen etwa 130 förderfähige Bäche. Fast alle unserer 101 Kommunen sind betroffen.“

Das RP Gießen möchte daher die betreffenden Gemeinden zur Teilnahme am Wettbewerb ermutigen. Für die Kommunen soll es eine spürbare Entlastung sein. Bei einem Zuschlag werden verschiedene Aufgaben von einem von Land finanzierten Dienstleister erledigt. Dazu gehören Flächenmanagement, Genehmigungsplanung, Förderung und Bauabwicklung. Für die mögliche Teilnahme wurden in Hessen 497 Bäche anhand verschiedener Kriterien ausgewählt. Mit dem Programm bietet das Land eine umfassende Unterstützung bei der Gewässerrenaturierung an.

„Früher wurden Bäche allzu oft zu einer reinen Ableitung von Wasser degradiert. Sie sind aber mehr: Bäche sind eine der artenreichsten Lebensräume in unserer Landschaft“, verdeutlicht RP Ullrich. „Sie fungieren als ökologischer Hochwasserschutz, sie steigern die Artenvielfalt und puffern Klimaveränderungen wirksam ab. Ich möchte, dass möglichst viele wilde Bäche durch Mittelhessen fließen.“

Hintergrund:
Der Wettbewerb „100 wilde Bäche für Hessen“ fördert die Renaturierung von kleinen Fließgewässern mit bis zu 95 Prozent. Ein Bach ist ein solches Gewässer mit einem Einzugsgebiet von 10 bis 100 Quadratkilometern. Die Maßnahmen dienen der Umsetzung der europaweiten Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). Um den guten ökologischen Zustand unserer Gewässer zu erreichen, erlangen gerade Bäche eine ganz besondere Bedeutung. Bei diesen kann das Leitbild des naturnahen Gewässers eher erreicht werden, als bei großen Flüssen. Die Konflikte sind überschaubarer. Dabei ist der Effekt für das gesamte Gewässersystem enorm positiv. Weitere Informationen sowie die Bewerbungsunterlagen erhält man unter https://wildebaechehessen.de/.

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