Rundgang in neuer Erstaufnahmeeinrichtung in Bad Arolsen – Die ersten Asylsuchenden sind angekommen – Bis zu 350 Plätze

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Rundgang in neuer Erstaufnahmeeinrichtung in Bad Arolsen
RP Dr. Christoph Ullrich (3. v. l.), Abteilungsleiter Manfred Becker (r.), die RP-Mitarbeiter Heinrich Rüsseler (3. v. r.) und Bernd Krauskopf (Mitte), Jürgen van der Horst (2. v. r.), Henrik Ernst (l.) und Johanniter-Regionalvorstand Benjamin Krause

Gießen. Es war dem Gießener Regierungspräsidenten Dr. Christoph Ullrich ein besonderes Anliegen: Um der Öffentlichkeit zu zeigen, wie die Asylsuchenden in der neuen Erstaufnahmeeinrichtung in Bad Arolsen leben, hatte das Regierungspräsidium (RP) Vertreterinnen und Vertreter der Medien zu einem Termin vor Ort eingeladen. Wo beim Rundgang am Vormittag noch die letzten Vorbereitungen liefen, kamen am Nachmittag 41 Geflüchtete an. Bis zu 350 Menschen werden auf dem Areal der früheren Prinz-Eugen-Kaserne untergebracht. Neben Holzhäusern steht hierfür das ehemalige Kasinogebäude zur Verfügung. „Wir möchten informieren und zeigen, was wir hier machen“, sagte der Regierungspräsident. Dabei wurden bei Ullrich, der sein Amt vor fünf Jahren auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise angetreten hatte, unweigerlich Erinnerungen wach. Beispielsweise daran, welcher Kraftakt es war, die vielen Menschen schnell unterzubringen. „In Hessen musste auch 2015 niemand im Freien übernachten. Ich bin stolz, was wir geleistet haben“, betonte er rückblickend und mit ausdrücklichem Dank an alle Beteiligten.

In Bad Arolsen wurden bereits damals auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne vier zweigeschossige Holzhäuser aus Fertigteilen errichtet. Doch als die im Mai 2016 fertig waren, war die große Flüchtlingswelle vorbei. Der Standort diente daraufhin als Reserve und wird jetzt aus zweierlei Gründen aktiviert: Zum einen wird die Erstaufnahmeeinrichtung in Rotenburg zum Ende des Monats geschlossen. Zum anderen werden die Standorte in Hessen Corona bedingt nicht voll belegt, um die Abstands- und Hygieneregeln einhalten zu können. Regierungspräsident Ullrich dankte besonders der Stadt Bad Arolsen mit Bürgermeister Jürgen van der Horst an der Spitze für die Zusammenarbeit. Der Rathauschef wiederum betonte: „Die Stadt, die Politik und die Gesellschaft stehen dazu, dass wir den Menschen helfen und sie aufnehmen. Das ist eine Aufgabe, die wir gerne annehmen.“

Die Einrichtung in Bad Arolsen wird wie die übrigen vom RP Gießen betrieben. Die Behörde erhält Unterstützung von Dienstleistern, die sich beispielsweise um die Verpflegung der Asylsuchenden, die medizinische Versorgung oder den Sozialdienst kümmern. „Ich bin froh, dass wir diese Partner haben“, betonte RP-Mitarbeiter Heinrich Rüsseler. Er ist zusammen mit seinem Kollegen Bernd Krauskopf für die Einrichtung des Standortes zuständig. Eigentlich stehen in Bad Arolsen rund 500 Plätze zur Verfügung, ergänzte Manfred Becker, Abteilungsleiter Flüchtlingsangelegenheiten, Erstaufnahmeeinrichtung und Integration beim RP. Wegen Corona werden aber ganz bewusst nur bis zu 350 belegt. Und das peu à peu, wie Becker sagte.

Auch er hatte viel Lob für die Dienstleister übrig. Einer davon sind die Johanniter. Sie kümmern sich in Bad Arolsen um den Sozialdienst. Wie Henrik Ernst, Fachbereichsleiter Soziale Arbeit, Flüchtlingshilfe und Integration im Regionalverband Kurhessen, informierte, gehören dem rund 35-köpfigen Team unter anderem Sozialpädagoginnen und -pädagogen sowie ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher an. Er freute sich, dass das frühere Kasinogebäude gute Voraussetzungen für ihre Arbeit bietet: Es ist multifunktional nutzbar. Ein großer Raum ist dabei vor allem den in der Einrichtung untergebrachten Kindern vorbehalten. Ausgestattet mit einer Spielküche, Bauklötzen, Büchern, Kuscheltieren und mehr steht hier die Kinderbetreuung im Fokus. Deutschkurse, Kurse zur Wertevermittlung und sportliche Aktivitäten werden ebenfalls angeboten, berichtete Regierungspräsident Ullrich.

Wie in anderen Erstaufnahmeeinrichtungen können sich auch in Bad Arolsen Bürgerinnen und Bürger gerne ehrenamtlich engagieren. Die Organisation läuft direkt über die Stadtverwaltung. „Wer Hilfe anbieten möchte, für den ist das Rathaus die erste Anlaufstelle“, betonte Bürgermeister van der Horst.

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