Stiftung „Anerkennung und Hilfe“ hat zum Jahresbeginn ihre Arbeit aufgenommen

Menschen, die in ihrer Jugend in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe oder der Psychiatrie Repressalien ausgesetzt waren, können sich jetzt an die regionale Beratungsstelle der Stiftung „Anerkennung und Hilfe“ wenden, die seit Jahresbeginn beim Regierungspräsidium (RP) Gießen ihre Arbeit aufgenommen hat.

Sie bietet hessenweit für Betroffene ein persönliches Gespräch, individuelle Beratung und Unterstützung bei dem Prozess der Aufarbeitung der eigenen Geschichte und bei der Anmeldung für Anerkennungs- und Unterstützungsleistungen.

„Die Stiftung Anerkennung und Hilfe ist für Menschen gedacht, die als Kinder oder Jugendliche in den Jahren 1949 bis 1975 in der Bundesrepublik beziehungsweise von 1949 bis 1990 in der DDR in einer stationären Einrichtung der Behindertenhilfe oder in einer stationären psychiatrischen Einrichtung untergebracht waren und dort Leid und Unrecht erfahren haben“, erläutert Carsten Velten, Ansprechpartner der Beratungsstelle beim RP. Viele der dort untergebrachten Menschen litten noch heute an den Folgen von Zwangsmaßnahmen, Strafen, Demütigungen oder unter finanziellen Einbußen. Häufig hätten sie in den Einrichtungen gearbeitet, ohne dass dafür in die Rentenkasse eingezahlt worden sei. Um diese Menschen zu unterstützen, haben der Bund, die Länder und die Kirchen gemeinsam zum 1. Januar 2017 die Stiftung „Anerkennung und Hilfe“ ins Leben gerufen.

„Unsere Beraterinnen und Berater unterstützen betroffene Personen persönlich bei der Aufarbeitung der Erlebnisse und der Antragstellung bei der Stiftung“, so Velten weiter. Sofern Betroffene bis zu zwei Jahre oder mehr sozialversicherungspflichtig in einer Behindertenhilfe beziehungsweise Psychiatrie gearbeitet hätten, ohne dass dafür Sozialversicherungsbeiträge gezahlt wurden, könnte ihnen auf Anmeldung eine einmalige pauschale Geldleistungen von 9000Euro sowie unter bestimmten Voraussetzungen eine einmalige Rentenersatzleistung von bis zu 5000Euro gewährt werden.

Die Antragstellung ist zeitlich limitiert. Anträge können nur in den nächsten drei Jahren bis spätestens zum 31.12.2019 über die Anlauf- und Beratungsstelle beim Regierungspräsidium Gießen an die Stiftung „Anerkennung und Hilfe“ gestellt werden. Für persönliche Besuche wird um eine vorherige Anmeldung gebeten.

Die Ansprechpartner sind telefonisch oder per Mail unter den nachfolgenden Kontaktdaten zu erreichen: Carsten Velten, Tel. 0641 - 303-2728, carsten.velten@rpgi.hessen.de; Andreas Hochstein, Tel. 0641 - 303-2712, andreas.hochstein@rpgi.hessen.de. Schriftlich können sich Betroffene an das Regierungspräsidium Gießen, Abteilung VI-Dezernat 61-, Postfach 100851, 35338 Gießen, wenden.

Kontakt Pressevertreter
Pressesprecherin: Frau Gabriele Fischer
Pressestelle Regierungspräsidium Gießen
Telefon: 0641-303 2005
Fax: 0641-303 2008
E-Mail: pressestelle@rpgi.hessen.de

Landgraf-Philipp-Platz 1-7
35390 Gießen

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