Tag der offenen Baustelle der „Gisselberger Spannweite“

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Gisselberger Spannweite
Luftaufnahme eines Teilstücks der Baumaßnahmen zur Renaturierung der Lahn

Gießen/Marburg. Die Baustelle ist nicht zu übersehen: Über 100.000 Kubikmeter Erde, Sand, Kies und Steine werden zurzeit an der Lahn südlich von Marburg bewegt. Das Regierungspräsidium Gießen und die Stadt Marburg laden am Freitag, 18. Oktober, ab 14 Uhr nach Marburg-Gisselberg zum Tag der offenen Baustelle ein. Die Veranstaltung bietet die Möglichkeit, in die Teilmaßnahme „Gisselberger Spannweite“ des EU-LIFE-Projekts „Living Lahn“ einzutauchen.

Im Rahmen interessanter Experten-Führungen über das Baustellengelände wird die Vorgehensweise vorgestellt, die zur ökologischen Aufwertung der Lahn beitragen soll. Die geführten Rundgänge beginnen jeweils zur vollen Stunde. Die Gäste erfahren Wissenswertes über die Ziele und Hintergründe der Maßnahme, Lebensräume und Tier- und Pflanzenarten. Auf einer Länge von 1,5 Kilometern wird hier die Lahn umgestaltet. Flache Ufer, Rinnen und Senken, Kiesinseln, Totholz und Steilufer bieten künftig vielfältige Strukturen und damit Lebensräume für zahlreiche, teils stark gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Darüber hinaus besteht für große und kleinere Kinder die Möglichkeit, einen Bagger zu erklettern.

Die Maßnahme zur ökologischen Aufwertung der Lahn im Bereich der „Gisselberger Spannweite“ ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Regierungspräsidium Gießen und der Stadt Marburg. Sie wird gefördert vom Land Hessen und ist Teilmaßnahme des integrierten EU-LIFE-Projektes „Living Lahn – ein Fluss, viele Ansprüche“.

Anfahrt zum „Tag der offenen Baustelle – Gisselberger Spannweite“: In der Ortsmitte rechts abbiegen und der Straße „Große Wiese“ aus dem Ort folgen (Unterquerung Bahnschienen und B3, rechts abbiegen und 100 Meter auf dem Fahrradweg).

Hintergrund
Nach umfangreichen Vorbereitungen und Abstimmungen begannen Anfang August die Bauarbeiten für Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung der Lahn in den Gemarkungen Marburg-Gisselberg/Ronhausen/Cappel. Spatenstich war am 7. August durch Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich, den Marburger Bürgermeister Wieland Stötzel und Jürgen Schwarz, Vorsitzender des Fischereivereins Marburg e.V.

Die Umsetzung des Vorhabens „Gisselberger Spannweite“ schafft eine Vielfalt an Lebensräumen und Strömungsverhältnissen in der durch Begradigung geprägten Lahn und ihrer Aue. Dies ist wichtig um die Ziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie zu erreichen wie Verbesserung der Gewässerstruktur und biologische Qualitätskomponenten. Fische etwa benötigen im Lauf ihres Lebens ganz unterschiedliche Gewässerstrukturen, die neben einer guten Wasserqualität auch Nahrung, Laichplätze und Schutz vor Fressfeinden bieten. Deshalb werden in den Renaturierungsstrecken eigens Totholzstrukturen und Kiesdepots für die Fischfauna ins Gewässer eingebracht.

Der projektierte Streckenabschnitt vernetzt die naheliegenden Schutzgebiete „Auenverbund Lahn-Ohm“ (LSG), das Vogelschutzgebiet „Lahntal zwischen Marburg und Gießen“ und das Naturschutzgebiet „Unterm Wolfsberg“ und hat eine herausragende Bedeutung als wassergebundener Lebensraum. Von der ökologischen Aufwertung werden Tierarten profitieren, deren Lebensraum durch die Änderung der klimatischen Verhältnisse bedroht sind. Dazu gehören zum Beispiel selten gewordene Amphibien wie die Kreuzkröte, Vogelarten wie Bekassine, Kiebitz und Flussregenpfeifer und verschiedene Fledermausarten. Für den Erhalt dieser „Klimaverlierer“ werden gezielte Maßnahmen, etwa die Gestaltung der Ufer- und Auenbereiche oder die Anlage von Flachwasserzonen beitragen.

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