Tag des Tischlerhandwerks

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RP Ullrich besucht zum Tag des Tischlerhandwerks die Pfeiffer GmbH & Co. KG in Aßlar
RP Ullrich besucht zum Tag des Tischlerhandwerks die Pfeiffer GmbH & Co. KG in Aßlar

Gießen. Was ist der Unterschied zwischen einem Tischler und einem Schreiner? Diese Frage ist schnell beantwortet. „Es gibt keinen“, schmunzelt Ulrich Leber, betriebstechnischer Berater beim Fachverband Leben Raum Gestaltung Hessen/Rheinland-Pfalz. Zumindest was das Berufsfeld angeht. Die Norddeutschen sagen lieber Tischler, Menschen im Süden der Republik eher Schreiner. In Hessen sind beide Begriffe geläufig. „Egal ob Tischler oder Schreiner: Das ist eine tolle Branche“, findet der Gießener Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich. Selbst leidenschaftlicher Handwerker, wird beim Besuch der Firma Pfeiffer GmbH & Co. KG in Aßlar ordentlich gefachsimpelt. Und der RP zieht gerne die dicken Hitzeschutzhandschuhe an, um auszuprobieren, wie sich Mineralwerkstoffe verarbeiten lassen. Denn vor allem auf die setzt das 1923 gegründete Familienunternehmen.

Anlass für den Besuch war der „Tag des Tischlerhandwerks“. „Wir wollen zeigen, was das Tischlerhandwerk macht, dass wir ausbilden und dass das ein attraktiver Beruf ist“, erläutert Ulrich Leber den Hintergrund der alle zwei Jahre stattfindenden Aktion. Dieses Mal öffneten hessische Tischler- und Schreinerbetriebe ihre Werkstätten aber nicht wie gewohnt für die Öffentlichkeit. Corona bedingt gewährten sie stattdessen Politikern Einblicke in ihre vielfältige Arbeit. So auch die beiden Geschäftsführer Holm und Arnd Pfeiffer. Sie begrüßten neben Christoph Ullrich und Ulrich Leber zudem Aßlars Bürgermeister Christian Schwarz und Kreishandwerksmeister Ralf Jeschke von der Kreishandwerkerschaft Lahn-Dill.

Waschtische, Arbeitsplatten, Duschtassen, ganze Küchen – all das und mehr wird in der Aßlarer Emmeliusstraße hergestellt. Die Besonderheit: Neben Holzwerkstoffen, Quarzstein und Acrylglas verarbeitet das Unternehmen seit 1987 vor allem Mineralwerkstoffe. Ein solcher Werkstoff ist beispielsweise Corian. Dieses Material ist formbar, stoßfest, immun gegen Chemikalien, porenfrei und daher leicht zu reinigen, erläutert Holm Pfeiffer beim Rundgang. Auf 160 Grad erhitzt, kann es für circa fünf Minuten verarbeitet werden. „Ab 70 Grad ist der Mineralwerkstoff formstabil“, erfahren Ullrich und die anderen Gäste vom Tischlermeister.

Die Produkte „made in Mittelhessen“ sind nicht nur in Deutschland gefragt, sondern auch in Skandinavien, Frankreich oder der Schweiz, wie Arnd Pfeiffer berichtet. Namhafte Unternehmen zählen zu den Kunden, seit einigen Jahren auch Privatleute. Heute, in Zeiten von Corona, sind die beiden Geschäftsführer froh über die Entscheidung, ins Privatkundengeschäft eingestiegen zu sein. „Es ist gefährlich, sich nur auf ein Standbein zu verlassen“, betont Holm Pfeiffer. So kann das Unternehmen in Zeiten der Pandemie die geplante Erweiterung vorantreiben. „Wir müssen bauen, um logistisch besser zu werden“, sagt Arnd Pfeiffer. Daher soll das alte Gebäude, Ende der 50er Jahre gebaut, abgerissen und durch eine 1000 Quadratmeter große Fertigungs- und Logistikhalle ersetzt werden. „Leichter wäre es, auf der grünen Wiese zu bauen. Aber es gibt keine Flächen“, gibt Holm Pfeiffer zu bedenken.

Bürgermeister Christian Schwarz ist indessen froh, das Unternehmen am Standort halten zu können. „Wir sind stolz, dass wir so ein Unternehmen in Aßlar haben.“ Regierungspräsident Ullrich ist ebenfalls beeindruckt von dem, was er sieht und hört. „Im Handwerk werden auf der einen Seite Traditionen und Erfahrungen gepflegt. Auf der anderen Seite wird Neues erprobt und umgesetzt. Mit Erfolg, wie Auszeichnungen wie zuletzt der ,German Brand Award 2020‘ zeigen“, sagt Ullrich.

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