Trampelpfad durch das Naturschutzgebiet Lückebachaue nach wie vor gesperrt

Naturschützer des Regierungspräsidiums Gießen appellieren, Bereich zu meiden – Ziel: Seltene Tiere und Pflanzen schützen

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Blick in ein Naturschutzgebiet mit Infoschildern und einem illegalen Trampelpfad
Der Trampelpfad durch das Naturschutzgebiet Lückebachaue bleibt gesperrt.

Gießen/Linden/Pohlheim. Die Lückebachaue ist wahrlich ein Paradies für Tiere und Pflanzen. Neben dem sanft geschwungenen, langsam fließenden Hauptbach gibt es weitere Gewässer und Tümpel, frische bis feuchte Wiesen und Gehölze. Das und mehr macht das 39 Hektar große Gebiet zu einem wertvollen Lebensraum für seltene Pflanzenarten wie Sumpf-Sternmiere, Fuchs- und Blasen-Segge sowie seltene und geschützte Tierarten wie Blauflügel-Prachtlibelle, Bekassine, Kuckuck und Waldwasserläufer. „Die Lückebachaue wurde nicht umsonst vor einem guten halben Jahr als Naturschutzgebiet ausgewiesen“, sagt der Gießener Regierungsvizepräsident Martin Rößler. Damit gelten besondere Regeln für Spaziergänger oder auch Hundebesitzer.

Schilder entwendet

Die ersten Schilder mit dem Hinweis „Betreten verboten“, die an einigen Stellen des Naturschutzgebietes offiziell von der Oberen Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium Gießen aufgestellt wurden, sind allerdings schon entwendet worden. „Das ändert jedoch nichts daran, dass der illegale Trampelpfad durch das Schilf gesperrt ist“, betonen die Naturschützer des Regierungspräsidiums. Sie stellen jetzt neue Schilder auf und appellieren eindringlich insbesondere an die Anwohner, nicht mehr durch das Naturschutzgebiet zu laufen. „Damit tragen Sie zum Schutz der empfindlichen Vogelwelt und der Natur insgesamt bei“, heißt es aus dem RP.

Die Lückebachaue ist seit Dezember 2020 Naturschutzgebiet. Ziel ist es, das Areal so weit zu beruhigen, dass die im Schilf und in den Wiesen brütenden seltenen Vogelarten nicht mehr durch Spaziergänger und Hunde gestört werden können. Im Vorfeld wurde auch aufgrund einer Petition von Bürgern geprüft, ob ein naturschutzverträglicher Weg innerhalb des Gebietes angelegt werden kann. Dieser sollte den Ortsrand von Watzenborn-Steinberg mit dem Lindener Stadtwald verbinden. Offizielle Wege, die diese Verbindung schaffen und durch das Naturschutzgebiet führen, gibt es nämlich nicht. Allerdings hat sich herausgestellt, dass es keine naturverträgliche Möglichkeit gibt, einen solchen Weg einzurichten. Der zurzeit genutzte Trampelpfad, der über Privatgrundstücke und eine illegal errichtete Brücke führt, quert einen für seltene Wasservögel wichtigen Schilfbereich. Dort wurde unter anderem der Waldwasserläufer gesichtet. Dieser konnte in der Lückebachaue aber bisher nicht brüten, da der Bereich zu stark von Fußgängern und Hunden frequentiert wird und sich die Tiere dadurch bedroht fühlen.

Infotafeln und Beobachtungsplätze geplant

Mit den Städten Pohlheim und Linden soll jetzt der vorhandene, etwas längere Weg zum Wald, der außerhalb des Naturschutzgebietes verläuft, attraktiver gemacht werden. Auch Infotafeln und Beobachtungsplätze sind angedacht, damit das Naturschutzgebiet dennoch „erlebbar“ ist. Anregungen hierzu können gerne bei der Oberen Naturschutzbehörde eingereicht werden.

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