Von Pappnasen und Sicherheitsabstand

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Verpackungsspezialisten Blenk in Villmar

Gießen/Villmar. „Wir haben hier in Mittelhessen viele Firmen, die mit innovativen Ideen unterwegs sind, wir müssen aber mehr über sie sprechen.“ Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich informiert sich regelmäßig vor Ort bei Unternehmen im Gießener RP-Bezirk mit seinen fünf Landkreisen zwischen Limburg und Schlitz, Münchhausen und Hungen. Diesmal besuchte er die Firma Blenk Verpackungslösungen in Villmar, gemeinsam mit Ulrich Heep (Präsident IHK Limburg) sowie Monika Sommer (Hauptgeschäftsführerin IHK Limburg). Ein Unternehmen, das in der Corona-Zeit auf eine originelle Idee kam, Abstand zu halten.

Zunächst 1977 in Wiesbaden gegründet, gehört Blenk seit rund 15 Jahren zur Klingele-Gruppe, einem der führenden Hersteller von Papier, Verpackungslösungen aus Wellpappe und Klebstoffen. „Das Unternehmen ist auf die Entwicklung und den Vertrieb von Versandverpackungen sowie auf individuelle Verpackungslösungen spezialisiert“, erklärt Geschäftsführer Ralf Ruffini während des Firmenbesuchs. Im Zuge der Corona-Pandemie kam die zündende Idee, Abstandhalter und Trennwände in verschiedenen Designs aus Wellpappe zu produzieren.

„Hiermit ermöglichen wir es kleinen Unternehmen und Global Playern, kostengünstig und noch dazu spielerisch die gesetzlichen Vorgaben des Mindestabstandes im Kampf gegen das Covid-SARS 2 Virus einzuhalten“, erläutert Ruffini. Für den Gastronomiebereich gibt es beispielsweise menschliche Pappfiguren oder Kakteen als Platzhalter zum Sperren von Stühlen oder Tischen. Die neuen Produkte beflügelten das Geschäft so sehr, dass die personellen Grenzen schnell erreicht waren.

Des einen Freud, ist des anderen Leid. Einige Kilometer weiter, in Limburg, hat die Corona-Krise die Firma Much Festservice unerwartet und hart getroffen. „Von heute auf morgen sind annähernd sämtliche Aufträge für Veranstaltungen weggebrochen“, sagt Geschäftsführer Bernd Much im Rahmen des Gesprächs. In einer solchen Situation stellen sich neben der Sorge über die eigene Zukunft viele weitere Fragen. Beispielsweise, wie geht es mit den eigenen Angestellten weiter? Die beiden befreundeten Unternehmenslenker hatten eine einfache und dennoch naheliegende Idee: die kurzfristige Beschäftigung des Personals im anderen Betrieb, um dort den aktuellen Zuwachs zu bewältigen. „Das ist ein gutes Beispiel, wie man sich gegenseitig unterstützen kann und das zugleich zum Wohle aller ist“, betonen Ruffini und Much.

„Es ist eine Stärke unserer Wirtschaft in Mittelhessen, dass sie flexibel und innovativ ist“, sagte Regierungspräsident Ullrich. „Wichtig für den Erfolg von Unternehmen ist dabei mehr denn je, nicht nur auf sich selbst zu schauen, sondern gemeinschaftlich mit ihren Partnern zu handeln.“ Die Leidenschaft für das Produkt sei es aber, was einen antreiben sollte und letztlich auch erfolgreich mache.

Auch IHK-Präsident Ulrich Heep lobte die Zusammenarbeit der beiden Betriebe als ein gutes Beispiel, das Mut macht und Anregung auch für andere Unternehmen sein kann, gemeinsam besser durch die Krise zu kommen. „Daran zeigt sich schön, man kann jammern oder die Lücken suchen. In diesem Fall wurde die Not zur Tugend gemacht und neue Produktlinien entwickelt, um die Ansteckungsgefahr mit dem neuen Covid-SARS 2 Virus zu verringern.“

Regierungspräsident Christoph Ullrich setzt sich auch in seiner Funktion als Vorsitzender des Vereins Mittelhessen e.V. dafür ein, die Identität der Region Mittelhessen in der Bevölkerung zu stärken. „Ich staune immer wieder, welche Firmen in der Region beheimatet sind, welche Produkte sie herstellen, welche Dienstleistungen sie erbringen und wie groß ihr Bekanntheitsgrad in der jeweiligen Branche ist“, sagt er während des Rundgangs durch das Unternehmen.

„Es ist beeindruckend zu sehen, in welchen vielfältigen Bereichen unsere heimischen Unternehmen unterwegs sind und wie der Zusammenhalt untereinander ist“, sagt RP Christoph Ullrich. „Wir müssen nur noch viel mehr darüber reden, welche Kompetenzen wir hier in unserer Region haben.“ Für das Image der Unternehmen sei das wichtig, aber eben auch für die gesamte Region Mittelhessen.

Stichwort – Verein Mittelhessen e. V. und Regionalmanagement Mittelhessen GmbH:
Der Verein Mittelhessen e. V. ist ein Gesellschafter der Regionalmanagement Mittelhessen GmbH. Unter dem Vorsitz von Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich bringen sich fast 250 Mitglieder in den regionalen Dialog ein, entwickeln Ideen und helfen bei der Umsetzung einer mittelhessischen Identität.
Die Regionalmanagement Mittelhessen GmbH stärkt und vermarktet den Wirtschafts- und Hochschulstandort in der Mitte von Hessen. Der Schulterschluss aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik ist in den Themenfeldern Infrastruktur, Bildung und Fachkräfte sowie Forschung und Innovation tätig.
In der Regionalmanagement Mittelhessen GmbH haben sich 2013 alle Handwerkskammern, Hochschulen, Industrie- und Handelskammern, Landkreise und Oberzentren mit dem Verein Mittelhessen zusammengetan, um das seit 2003 bestehende Regionalmanagement weiter zu entwickeln, und Strategien für die Region zu planen und gemeinsam umzusetzen.

Kontakt für Pressevertreter
Pressesprecher: Herr Oliver Keßler
Stabsstelle Presse, Öffentlichkeitsarbeit, Region Mittelhessen
Telefon: 0641-303 2005
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E-Mail: pressestelle@rpgi.hessen.de

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