Wasserbilanz des Jahres 2018

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Hitze, Trinken

Gießen. Trockenheit, Dürre, Niedrigwasser, ausbleibende Niederschläge und geringe Grundwasserneubildungen machten im Jahr 2018 Schlagzeilen. In Flüssen und Bächen herrschte Wassermangel, die Wasserentnahmen aus Fließgewässer mussten teilweise eingeschränkt werden. „Infolge dessen sind im letzten Jahr auch die Grundwasserstände auf ein überwiegend unterdurchschnittliches Niveau gesunken. Teilweise wurden sehr niedrige Grundwasserstände erreicht“, erläutert Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich.

Bedingt durch die langanhaltende Hitze ist der Wasserverbrauch pro Einwohner und Kopf im vergangenen Jahr leicht angestiegen. „Verbrauchte ein Mittelhesse im Jahr 2017 noch 115 Liter, waren es im Jahr 2018 119 Liter. Also rund vier Liter mehr am Tag. Wasserversorgungsunternehmen berichten, dass bei den hochsommerlichen Temperaturen der tägliche Wasserverbrauch deutlich ansteigt“, sagt Frank Burk, Leiter des zuständigen Dezernates im Regierungspräsidium Gießen. Die entsprechenden Tagesspitzen beim Verbrauch bereitzustellen, stellt sowohl für die Trinkwassergewinnung als auch für die Verteilung enorme Herausforderungen dar. Trotzdem kam es in 2018 in Mittelhessen zu keinen Liefereinschränkungen.

Durchschnittlich verbrauchte ein Einwohner des Landkreises Marburg-Biedenkopf 113 Liter pro Tag, gefolgt vom Lahn-Dill-Kreis mit 115 Liter. Im Landkreis Gießen lag der Verbrauch bei 122 Litern. Im Vogelsbergkreis und im Landkreis Limburg-Weilburg benötigten die Einwohner 124 Liter pro Tag. Erst im Dezember hatte sich die Wetterlage umgestellt und atlantische Tiefdruckgebiete bescherten Hessen in weiten Teilen ergiebige Niederschläge. Die große Trockenheit wurde zwar beendetet, die Grundwasserstände haben sich jedoch nur unzureichend erholen können.

Somit war die Ausgangssituation in 2019 ungünstiger als im Vorjahr. Trotzdem konnten die während der Hitzeperiode der vergangenen Wochen an wenigen Tagen abgerufenen Spitzenverbräuche durch die Mittelhessischen Wasserversorger ausreichend bedient werden. Es bleibt zu hoffen, dass das kommende Winterhalbjahr wieder mit ergiebigen Niederschlägen dazu beiträgt die Grundwasserverhältnisse zu normalisieren.

Positiv zu erwähnen ist, dass die Netzverluste in den letzten zwanzig Jahren um circa 33 Prozent gesunken sind. „Dies ist auf Investitionen der Wasserversorger in das Wassernetz zurückzuführen, die nicht nur zu einer Verbesserung der Netzinfrastruktur beitrugen. Sie leisteten auch einen Beitrag zum schonenden Umgang mit der Ressource Grundwasser“, erklärt Burk.

Übrigens kann jeder zum schonenden Umgang mit Trinkwasser, auch in Anbetracht der Trockenheit in diesem Sommer beitragen. Besonderssparsame Duschköpfeverbrauchen maximalsechs Liter pro Minute. Regenduschköpfekommen schnell auf20 Liter pro Minute, also das Dreifache. Wenn alle Bürger in Hessen – also immerhin circa 6,2 Millionen - die Dusche am Tag nur eine Minute weniger laufen lassen sind das 37.200.000 bis 124.000.000 Liter Wasser am Tag weniger.

Die Durchlaufmenge am Wasserhahn liegt bei rund 20Liter pro Minute. Zum Händewaschen genügen aber auch sieben Liter pro Minute. Dies lässt sich mit einem sogenannten Perlator reduzieren. Diese 13 Liter sind immerhin in der Summe80.600.000 Liter Wasser. Und natürlich der tropfende Wasserhahn. Wenn nur in jedem dritten Haushalt, bei rund 3,1 Millionen Haushalten in Hessen, ein Wasserhahn tropft und es sind schnell 12 Liter pro Tag weg, sind dies auch 12.400.000 Liter Wasser am Tag.

Zur Verdeutlichung der Größenordnung: Ein olympisches Schwimmbecken ist 50 Meter lang und 25 Meter breit und die Wassertiefe muss mindestens zwei Meter betragen. Dies entspricht einem Volumen von 2.500.000 Liter Wasser. Fünf Olympiabecken tropfen täglich durch unsere Wasserhähne und bis zu fünfzig Beckenfüllungen könnten wir mit einer Minute weniger duschen einsparen. Das ist doch eine Überlegung wert, oder?

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