Ziegenprojekt im FFH- und Naturschutzgebiet Amöneburg erhält im 13. Jahr neue Infotafeln

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Die Projektpartner stellen die drei neuen Infotafeln für das Ziegenprojekt im FFH- und Naturschutzgebiet Amöneburg vor
Die Projektpartner stellen die drei neuen Infotafeln für das Ziegenprojekt im FFH- und Naturschutzgebiet Amöneburg vor

Das Ziegenprojekt im FFH- und Naturschutzgebiet Amöneburg zum Schutz von seltenen Orchideen und Magerrasen läuft seit 13 Jahren. Die Projektpartner haben nun drei neue Infotafeln aufgestellt, die verdeutlichen, warum sich der organisatorische Aufwand für die Umwelt und damit letztlich auch den Menschen lohnt.

Woran ist eigentlich zu erkennen, dass ein anspruchsvolles Naturschutzprojekt Erfolg hat? Es ist die gute Abstimmung unter allen Projektpartnern, der richtige Umgang mit den Tieren, eine zielgerichtete Entwicklung und nicht zuletzt gute Öffentlichkeitsarbeit. All das vereint das Ziegenprojekt. Der Projektbeirat, bestehend aus Tierhaltern, Gemeindevertretern, oberer Naturschutzbehörde und dem Amt für Ländlichen Raum, sowie die Maßnahmenplaner vom Forstamt Kirchhain kommen jährlich zusammen. In diesem Gremium wird entschieden, wie die Pflege der geschützten Magerrasen weiter organisiert wird.

Bürgermeister Plettenberg freut sich über die langjährige Zusammenarbeit und sieht das Projekt als Bereicherung für die Stadt Amöneburg. Viele Besucher treffen hier bei einem Gang um den Berg auf die Tiere und haben Fragen zum Projekt. Jürgen Busse vom Regierungspräsidium Gießen und Leiter des Schutzgebietsdezernats betont, dass es sich hierbei um eines der „Vorzeigeprojekte im Naturschutz handelt“. „Durch die Ziegen können hier nicht nur seltene Orchideen und Magerrasen erhalten werden, sondern durch die Beweidung ist es erfolgreich gelungen, die Schlehen-Verbuschung der Magerrasen wieder zurückzudrängen“, erklärt er. Florian Zilm vom Forstamt Kirchhain erklärt, durch die trockenen Sommer sei es zur Bildung von offenen Bodenstellen an den Steilhängen gekommen. Er erläutert weiter: „Dieser Entwicklung wurde zielgerichtet entgegengewirkt indem der Tierbestand reduziert wurde“. Zudem habe der Tierhalter Klaus Erber einen Teil der Fläche ausgezäunt, damit sich die Vegetation dort wieder erholen kann. Seit gut zwei Monaten sind die Ziegen auf eine Ausweichfläche umgestellt worden, weshalb derzeit lediglich 20 Schafe weiden. Zu dem Ortstermin geladen war diesmal ebenfalls der Ortsbeirat. Gemeinsam mit den Vertretern des Projekts wurden verschiedene Punkte erörtert und Fragen zum Projekt beantwortet.

Finanziert hat das Regierungspräsidium Gießen die neuen Tafeln. Darauf erfahren die Besucherinnen und Besucher noch mehr Wissenswertes über die Pflanzen und Tiere, die ebenfalls von der Beweidung profitieren, da ihr Lebensraum dadurch erhalten wird. Es sollen sich alle eingeladen fühlen, sich bei einem Spaziergang durch das Schutzgebiet selbst ein Bild von den neuen Tafeln zu machen. Ansprechpartnerin für das FFH- und Naturschutzgebiet ist Bianka Lauer (Tel. 0641 303-5543, E-Mail: bianka.lauer@rpgi.hessen.de)

Stichwort: Ziegenprojekt

Träger des Projekts sind: der Landkreis Marburg-Biedenkopf, die Stadt Amöneburg, der Tierhalter Klaus Erber, das Regierungspräsidium Gießen mit einem seiner Naturschutz-Dezernate sowie das Amt für den ländlichen Raum und die Untere Naturschutzbehörde Marburg-Biedenkopf. Ziel ist es, unter Beachtung des historischen Vorbildes durch eine gemeinsame Finanzierung der Projektpartner ein nachhaltiges Pflegekonzept zu etablieren. Dadurch werden die kulturlandschaftliche Besonderheit und die Erscheinung der Amöneburg-Hänge zur Geltung gebracht.

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Stabsstelle Presse, Öffentlichkeitsarbeit, Region Mittelhessen
Telefon: 0641-303 2005
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