Ankunftszentrum Gießen

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Luftbildaufnahme des Ankunftszentrums Gießen
Luftbildaufnahme des Ankunftszentrums Gießen

Auf einer Fläche von mehr als 6.000 m² sind seit Mai 2016 alle erforderlichen Arbeitsschritte für die Erstaufnahme Geflüchteter unter einem Dach vereint. Im Ankunftszentrum Gießen können im Normalbetrieb bis zu 250 Flüchtlinge pro Tag aufgenommen werden, bei Maximal- oder Mehrschichtbetrieb bis zu 1200 täglich. Der Weg des Flüchtlings im Ankunftszentrum wird von erfahrenen Lotsen begleitet. Sie helfen, ebenso wie die Dolmetscher, beim Durchlaufen der Aufnahmestationen.

Vom Flüchtling zum Asylbewerber – Der Weg durch das Ankunftszentrum (AZ):

Anhand des Verfahrens von Flüchtling Bassam (31 Jahre) wird Ihnen der Weg durch das AZ dargestellt. Er wird in seinem Heimatland politisch verfolgt und beantragt Asyl in Deutschland. Flüchtling Bassam kommt über Nacht in Gießen an und meldet sich im Meisenbornweg asylsuchend, indem er sein Asylbegehren kundgibt.

Im Anschluss wird der Asylsuchende Bassam ins Ankunftszentrum in die Rödgener Straße gebracht. Wäre Bassam minderjährig und ohne Begleitung seiner Familie, würde er als sogenannter umA (unbegleiteter minderjähriger Ausländer) eingestuft und vor Ort vom Jugendamt während des Verfahrens begleitet und betreut werden.

Im Ankunftszentrum angekommen wird Bassam mit seinen Personalien registriert und durch die Erfassung von biometrischen Daten erkennungsdienstlich behandelt. Nach der Aufnahmequote der Bundesländer (Königsteiner Schlüssel) wird Bassam dem Land Hessen zugeteilt. Anschließend durchläuft er die Medizinische Untersuchungs- und Versorgungspassage (MUVP) im Ankunftszentrum, in der sein Gesundheitszustand festgestellt wird. Hierzu wird eine Anamnese, eine ärztliche Untersuchung und eine Überprüfung auf Tuberkulose durchgeführt sowie ein Impfangebot unterbreitet. Außerdem wird er über die rechtlichen Rahmenbedingungen des Asylverfahrens belehrt.

Beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), welches auch im AZ angesiedelt ist, stellt er einen Asylantrag. Damit ist Bassam ein Asylbewerber. Wenige Tage später wird das BAMF mit ihm die Asylanhörung, das sogenannte Interview, führen. Für Bassam wird dies ein aufregender Tag, da es bei der Asylanhörung für ihn darum geht, ob er in Deutschland bleiben darf oder nicht. Im AZ wird er von Entscheidern des BAMF über seine Fluchtgründe befragt. Seine Angaben dienen als Grundlage, um über seine weitere Zukunft in Deutschland zu entscheiden.

Für die Entscheidung braucht das BAMF einige Wochen bis Monate. Diese Zeit wird er in einer Kommune oder in einem Landkreis verbringen, in den er zugewiesen wurde. Wird Bassam eine gute Bleibeperspektive zugesprochen, bekommt er aber zunächst noch die Möglichkeit sich bei der Bundesagentur für Arbeit, die sich auf dem Gelände des AZ befindet, vorzusprechen.

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