Beibehaltungsgenehmigung

Grundsätzlich verliert ein/-e Deutsche/-r seine/ihre Staatsangehörigkeit mit dem Erwerb einer ausländischen Staatsangehörigkeit, wenn dieser Erwerb auf Antrag (z. B. Einbürgerung) erfolgt.

Wer vor dem Erwerb einer ausländischen Staatsangehörigkeit die Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit beantragt und nach entsprechender Genehmigung auch die entsprechende Urkunde ausgeändigt bekomen hat, verliert die deutsche Staatsangehörigkeit nicht.

Wer vor dem Erwerb einer ausländischen Staatsangehörigkeit die Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit beantragt und nach entsprechender Genehmigung auch die entsprechende Urkunde ausgehändigt bekommen hat, verliert die deutsche Staatsangehörigkeit nicht.

Eine nachträgliche Genehmigung ist nicht möglich.

Zu beachten ist hierbei jedoch, dass im Staatsangehörigkeitsrecht der generelle Grundsatz gilt, dass ein öffentliches Interesse daran besteht, Mehrstaatigkeit bei Erwerb einer anderen Staatsangehörigkeit auf Antrag zu vermeiden, da hierdurch Interessenkonflikte vermieden werden.

Daher kann durch Erteilung einer Beibehaltungsgenehmigung nur dann ausnahmsweise von diesem Grundsatz abgewichen werden, wenn öffentliche oder private Belange den Erwerb der ausländischen Staatsangehörigkeit und den Fortbestand der deutschen Staatsangehörigkeit rechtfertigen und diese Belange so gewichtig sind, dass sie dem ansonsten geltenden Prinzip der Vermeidung von Mehrstaatigkeit im Ausnahmefall vorrangig sind. § 12 des Staatsangehörigkeitsgesetzes spricht hier von „erheblichen Nachteilen“ die durch entsprechende Nachweise zu belegen sind. Nicht zu den erheblichen Nachteilen gehören beispielsweise Reiseerleichterungen, noch nicht eingetretene Renten- oder Erbansprüche oder Erleichterungen des Eigentumserwerbs im Ausland. Im Zweifelsfall besteht die Möglichkeit einer unverbindlichen Anfrage vor einer Antragstellung.

Die Gebühr für eine Beibehaltungsgenehmigung beträgt 255,- €. Zu beachten ist, dass im Falles eines gestellten Antrages auch im Falle einer Ablehnung eine Gebühr in Höhe von 191,- € und im Falle einer Rücknahme des Antrages eine Gebühr in Höhe von 127,- € zu erheben ist.

Eine Beibehaltungsgenehmigung wird in der Regel auf zwei Jahre befristet. Innerhalb dieser Zeit muss die Annahme der ausländischen Staatsangehörigkeit erfolgen.

Hinweis

Der Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit nach § 25 Abs. 1 S. 1 des Staatsangehörigkeitsgesetzes (StAG) tritt gemäß § 12 Abs. 2 StAG nicht ein, wenn ein Deutscher die Staatsangehörigkeit eines anderen Mitgliedsstaates der Europäischen Union oder der Schweiz erwirbt.

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