Stempel Sozialversicherung

Sozialversicherung und Studienplatzquote Medizin

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Die Aufgaben des Fachgebietes Sozialversicherung des Hessischen Landesprüfungs- und Untersuchungsamtes im Gesundheitswesen (HLPUG) bestehen in der gesetzlich vorgeschriebenen Prüfung verschiedener Bereiche der gesetzlichen Krankenversicherung.

Das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) und die für die Sozialversicherung zuständigen obersten Verwaltungsbehörden der Länder haben mindestens alle fünf Jahre die Geschäfts-, Rechnungs- und Betriebsführung der ihrer Aufsicht unterstehenden Institutionen und deren Arbeitsgemeinschaften gemäß § 274 SGB V und § 46 Abs. 6 SGB XI zu prüfen. Diese Aufgabe wird in Hessen durch die Abteilung III des HLPUG wahrgenommen. Regelmäßig geprüft werden

  • die landesunmittelbaren Kranken- und Pflegekassen,
    • AOK Hessen
    • Merck BKK
    • BKK Herkules
    • BKK Karl Mayer
    • BKK Werra Meissner
  • der Medizinische Dienst Hessen,
  • die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH),
  • die Kassenzahnärztliche Vereinigung Hessen (KZVH),
  • die Gemeinsame Prüfungsstelle der Ärzte und Krankenkassen in Hessen,
  • die Gemeinsame Prüfungsstelle der Zahnärzte in Hessen,
  • die Arbeitsgemeinschaften der Krankenkassen.

Darüber hinaus wird zwischen den Krankenkassen jährlich ein Risikostrukturausgleich (RSA) durchgeführt. Mit dem RSA werden die finanziellen Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds für die Leistungsausgaben der Krankenkassen in Abhängigkeit von der Zahl der Versicherten und deren Verteilung nach Alter, Geschlecht und Risikogruppen (§ 266 SGB V) verteilt.

Die Prüfung des Risikostrukturausgleiches (§ 20 RSAV) sowie die Beitragsfestsetzung und -einziehung durch Krankenkassen und Weiterleitung an den Gesundheitsfonds (§ 252 Abs. 5 SGB V) obliegt ebenfalls dem HLPUG.

Das HLPUG berichtet aus den Ergebnissen seiner Prüfungen an die Vorstände, Geschäftsführungen und Verwaltungsräte der geprüften Institutionen sowie an die zuständige Aufsichtsbehörde (z.B. Hessisches Ministerium für Soziales und Integration). Aufgrund der sensiblen Dateninhalte sind die Prüfberichte nicht öffentlich. Im Rahmen der Prüfungen wird neues Fachwissen in den Gedankenaustausch mit den geprüften Stellen eingebracht. Die Prüfungen dienen daher auch der Beratung und verfolgen das Ziel der dauerhaften Qualitätsverbesserung.

Mit dem Gesetz zur Sicherung der hausärztlichen Versorgung und des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (GHVÖG) wirkt das Land Hessen zusammen mit anderen Instrumenten und Maßnahmen einer regionalen hausärztlichen Unterversorgung entgegen. Gleichzeitig werden kommunale Gebietskörperschaften darin unterstützt, freiwerdende Ärztestellen in öffentlichen Gesundheitsämtern zu besetzen.

Eine Doppel-Vorabquote im Hochschulzugang für das Studium der Humanmedizin trägt dazu bei, künftige Medizinerinnen und Mediziner für Hessen zu gewinnen. Die ausgewählten Bewerberinnen und Bewerber verpflichten sich, nach Approbation und entsprechender fachärztlicher Weiterbildung für zehn Jahre in ländlichen Räumen beziehungsweise im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) selbstständig zu praktizieren oder angestellt zu arbeiten.

Das Hessische Landesprüfungs- und Untersuchungsamt im Gesundheitswesen (HLPUG) koordiniert den mehrstufigen Bewerbungs- und Auswahlprozess für die quotierten Studienplätze. Es begleitet und fördert Studierende, u.a. durch gezielte Stipendien, um die angehenden Medizinerinnen und Mediziner zu unterstützen. Überdies bleibt das HLPUG für die späteren Ärztinnen und Ärzte bis zum Ende der Vertragslaufzeit eine wichtige Anlaufstelle.