Demontagebetrieb für Altfahrzeuge

Vom Produkt zum Abfall

Fahrzeuge, die nicht mehr repariert und somit nicht mehr in Betrieb gesetzt werden, sind Abfälle, die zu entsorgen sind. Ebenso sind Fahrzeuge, aus denen Teile ausgebaut werden, um sie für die Reparatur eines baugleichen Fahrzeugs zu verwenden, stillzulegen und zu entsorgen. Die genaue Definition der Fahrzeuge können Sie dem beigefügten Download entnehmen.


Die Entsorgung hat so zu erfolgen, dass die gefährlichen Bestandteile (z. B. Batterien, Betriebsflüssigkeiten, Katalysatoren, Airbags) entfernt oder unschädlich gemacht werden. Ein möglichst hoher Anteil der Bauteile eines Fahrzeugs soll als Ersatzteil wieder verwendet werden. Wenn der Verkauf als Ersatzteil nicht möglich ist, sind die Bauteile vorwiegend stofflich zu verwerten.


Demontagebetriebe nehmen in der mehrstufigen Entsorgungskette eine Schlüsselposition ein. Der Stand der Technik ist im Anhang der Altfahrzeug-Verordnung (AltfahrzeugV) beschrieben.

Genehmigungen für Demontagebetriebe

Anlagen zur Demontage von Altautos sind bei einer möglichen Durchsatzleistung von 5 oder mehr Altautos pro Woche nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) genehmigungsbedürftig. Es handelt sich dann um Anlagen nach Nr. 8.9 Spalte 2 lit. c) des Anhangs zur Verordnung über genehmigungsbedürftige Anlagen (4. BImSchV).


Bei einer geringeren Durchsatzleistung ist mindestens eine Baugenehmigung erforderlich.


Die Lagerflächen für die gebrauchsfähigen Kraftfahrzeugteile, die Restkarossen und die anderen Abfälle sind Bestandteile des Demontagebetriebes.

Wenn zusätzlich zu den Altfahrzeugen auch Eisen- oder Nichteisenschrotte angenommen werden, dann sind die Demontagebetriebe im Regelfall zusätzlich nach Nr. 8.9 Spalte 1 oder 2 lit. b) der 4. BImSchV zu genehmigen. Es wäre dann abhängig von der Platzgröße oder Lagerkapazität eine allgemeine oder standortbezogene Vorprüfung des Einzelfalls nach dem Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG) erforderlich.


Wenn zusätzlich Gebrauchtwagen gelagert werden sollen, dann sind die dafür vorgesehenen Stellplätze auszuweisen. In den Antragsunterlagen sind die Tätigkeit des Gebrauchtwagenhandels und die Lage der Stellplätze eindeutig zu beschreiben.

Betriebsaufteilung, Betriebseinrichtungen und Betriebsausrüstungen

Die genauen Anforderungen sind in Nr. 3.1 des Anhangs zur AltfahrzeugV beschrieben.


Es ist z. B. erforderlich, den Betrieb in verschiedene Bereiche aufzuteilen (z. B. das Eingangslager, der Demontagebereich und das Lager für gebrauchsfähige flüssigkeitstragende Kraftfahrzeugteile). Bereiche, in denen mit Wasser gefährdenden Stoffen umgegangen wird, sind wasserundurchlässig zu befestigen. Ferner sind bestimmte technische Geräte einzusetzen.

Demontage

Die Vorbehandlung gemäß hat so zu erfolgen:

  • Nach der Annahme sind von jedem Altfahrzeug unverzüglich die Batterie zu entnehmen, der Flüssiggastank zu behandeln und pyrotechnische Bauteile durch geschultes Personal zu demontieren oder auszulösen.

  • Alle Betriebsflüssigkeiten und Betriebsmittel sind zu entnehmen und getrennt zu sammeln. Wenn Bauteile wiederverwendet werden sollen, dürfen die Betriebsflüssigkeiten in ihnen bleiben. Diese Bauteile sind allerdings unverzüglich auszubauen.

Es sind folgende Bauteile zu demontieren:

  1. Latentwärmespeicher

  2. Stoßdämpfer, wenn nicht trockengelegt

  3. asbesthaltige Bauteile

  4. quecksilberhaltige Bauteile, soweit durchführbar

  5. nach Anhang II der Richtlinie 2000/53/EG gekennzeichnete Bauteile und Werkstoffe, die nach dem 1. Juli 2003 in den Verkehr gebracht wurden

  6. kraftfahrzeugfremde Stoffe, wie beispielsweise Haushaltsabfälle.

Bevor die Restkarosse an eine Schredderanlage oder eine sonstige Anlage zur weiteren Behandlung abgegeben wird, sind zusätzlich folgende Materialien zu demontieren:

  1. Katalysatoren,

  2. Auswuchtgewichte,

  3. Aluminiumfelgen,

  4. Front-, Heck- und Seitenscheiben sowie Glasdächer,

  5. Reifen,

  6. große Kunststoffbauteile,

  7. kupfer-, aluminium- und magnesiumhaltige Metallbauteile.

4), 6) und 7) können an den Restkarossen verbleiben, wenn sie beim Schreddern getrennt werden. Für 4) und 6) ist eine gesonderte Zulassung erforderlich.

Dokumentationen, Nachweise, Prüfungen

Demontagebetriebe sind Abfallentsorgungsanlagen. Nach dem Kreislaufwirtschaftgesetz (KrWG) und der AltfahrzeugV müssen verschiedene Dokumentationen vorhanden sein und Nachweise geführt werden.
Es handelt sich dabei um:

  1. eine Betriebsordnung

  2. ein Betriebshandbuch

  3. ein Betriebstagebuch

  4. ein Register für die angenommenen Abfälle

  5. ein Register für die abgegebenen Abfälle

  6. Verwertungsnachweise für die Altfahrzeuge, die angenommen werden.

Demontagebetriebe, die Altfahrzeuge im Sinne der AltfahrzeugV annehmen und behandeln, bedürfen darüber hinaus eine Bescheinigung durch einen Sachverständigen, die jährlich neu ausgestellt werden muss. Alternativ ist ein Entsorgungsfachbetriebzertifikat ausreichend, in dem ausgewiesen ist, dass die Anforderungen der AltfahrzeugV geprüft wurden. Es dürfen also nur anerkannte Demontagebetriebe solche Altfahrzeuge nach AltfahrzeugV annehmen und Verwertungsnachweise ausstellen. Sie müssen diese Verwertungsnachweise unverzüglich aushändigen und sind verpflichtet, die Restkarossen nur anerkannten Schredderanlagen oder sonstigen Anlagen zur weiteren Behandlung zu überlassen.

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