E-Schrott und Kühlgeräte

Es ist nicht zulässig, Elektrogeräte über die Restmülltonne zu entsorgen. Dies wird durch das Symbol mit der durchgekreuzten Mülltonne auf allen Neugeräten kenntlich gemacht. Durch das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) ist es für Bürgerinnen und Bürger stattdessen möglich, ausgediente Elektrogeräte kostenlos zurück zu geben.

Die Elektroaltgeräte können

  1. bei den Sammelstellen der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger, die oft als kommunale Wertstoffhöfe bezeichnet werden,
  2. bei Vertreibern (Geschäfte, die Elektrogeräte verkaufen), wenn die Verkaufsfläche (bei Onlinehändlern: Lagerfläche) für Elektrogeräte  mindestens 400 m² beträgt,

zurückgegeben werden (Bringsystem).

Vertreiber müssen alle kleinen Elektroaltgeräte zurücknehmen, auch wenn kein neues gekauft wird. Als klein gelten diese Geräte, wenn sie in keiner Abmessung größer als 25 cm sind. Größere Elektroaltgeräte müssen Vertreiber zurücknehmen, wenn der Kunde ein neues Gerät mit der gleichen Funktion kauft.

Es ist auch möglich, dass öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger Elektroaltgeräte bei den privaten Haushalten abholen (Holsystem). Vertreiber sind bei der Auslieferung eines Neugerätes dazu verpflichtet. Der Kunde hat jedoch dem Vertreiber beim Kauf mitzuteilen, dass er ein entsprechendes Altgerät zurückgeben möchte.

Nicht zulässig ist es, wenn so genannte „fahrende Händler“ (z. B. Altmetallhändler) Elektroaltgeräte einsammeln. Zum einen verstößt dies gegen die Vorgaben des ElektroG. Zum anderen ist zu befürchten, dass die Elektroaltgeräte unsachgemäß und umweltgefährdend entsorgt werden.

Die Sammelstellen der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger halten zur Sammlung in der Regel sechs verschiedene Behältnisse vor:

  1. Haushaltsgroßgeräte, automatische Ausgabegeräte
  2. Kühlgeräte, ölgefüllte Radiatoren
  3. Bildschirme, Monitore, TV-Geräte
  4. Lampen
  5. Haushaltskleingeräte, Informations- und Telekommunikationsgeräte, Geräte der Unterhaltungselektronik, Leuchten und sonstige Beleuchtungskörper sowie Geräte für die Ausbreitung und Steuerung von Licht, elektrische und elektronische Werkzeuge, Spielzeuge, Sport- und Freizeitgeräte, Medizinprodukte, Überwachungs- und Kontrollinstrumente
  6. Photovoltaikmodule

Nach der Gesetzesdefinition gilt das ElektroG für

  1. alle Geräte, die zu ihrem ordnungsgemäßen Betrieb elektrische Ströme oder elektromagnetische Felder benötigen und
  2. Geräte zur Erzeugung, Übertragung und Messung solcher Ströme und Felder,

die für den Betrieb mit Wechselspannung von höchsten 1000 Volt oder Gleichspannung von höchstens 1500 Volt ausgelegt sind.

Im ElektroG sind die Elektroaltgeräte bis zum 14.08.2018 in folgende zehn Kategorien eingeteilt:

  1. Haushaltsgroßgeräte
    (z. B. Kühlschränke, Waschmaschinen, Elektroherde, Nachtspeicheröfen etc.)
  2. Haushaltskleingeräte
    (z. B. Staubsauger, Toaster, Wecker, Föhne, etc.)
  3. Geräte der Informations- und Telekommunikationstechnik
    (z. B. Computer, Drucker, Telefone, Handys, etc.)
  4. Geräte der Unterhaltungselektronik
    (z. B. Radios, Fernseher, Hi-Fi-Anlagen, etc.)
  5. Beleuchtungskörper
    (z. B. Leuchtstoffröhren, Niederdruck-Natriumdampflampen, etc.)
  6. Elektrische und elektronische Werkzeuge
    (z. B. Bohrmaschinen, Nähmaschinen, Rasenmäher, etc.)
  7. Spielzeug sowie Sport- und Freizeitgeräte
    (z. B. Modelleisenbahnen, Videospielkonsolen, Fahrradcomputer, etc.)
  8. Medizinprodukte
    (z. B. Kardiologiegeräte, Beatmungsgeräte, Analysegeräte, etc.)
  9. Überwachungs- und Kontrollinstrumente
    (z. B. Rauchmelder, Thermostate, etc.)
  10. Automatische Ausgabegeräte
    (z. B. Heißgetränkeautomaten, Geldautomaten, etc.)

Neben den Altgeräten selbst gehören auch sämtliche Bauteile, Unterbaugruppen und Verbrauchsmaterialien zum Altgerät und sind mit diesem zu entsorgen.

Altgeräte, die auf Grund ihrer Betriebsmittel ein besonderes Gefährdungspotenzial aufweisen (ölgefüllte Radiatoren, Kühlgeräte mit FCKW‑haltigem Kältemittel, etc.) müssen in den Sammelstellen mit besonderer Vorsicht umgeladen und zum Transport bereit gestellt werden.

Es kann an einzelnen Sammelstellen vorkommen, dass nicht alle Gerätegruppen angenommen werden können. Die entsorgungspflichtigen Körperschaften (Landkreise, kreisfreie Städte) müssen dies jedoch für ihr gesamtes Entsorgungsgebiet (mit möglicherweise mehreren Sammelstellen bzw. in Kombination mit dem Holsystem) sicherstellen.

Detaillierte Informationen erhalten Sie dazu von Ihrer Stadt / Gemeinde oder Landkreis. (siehe auch Links)

Die Qualität der weiteren Entsorgung wird durch den Stand der Technik definiert. So wird eine Schadstoffentfrachtung durch die selektive Behandlung von Werkstoffen und Bauteilen umgesetzt, die letztlich erst eine Kreislaufwirtschaft ohne Schadstoffanreicherung ermöglicht. Mit der Vorgabe von Verwertungsquoten für die einzelnen Kategorien wird insgesamt eine hochwertige Verwertung dieser Abfälle sichergestellt.

Weitere Informationen finden Sie u. a. auf der Internetseite des Zentralverbandes der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V.

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