E-Schrott und Kühlgeräte

Durch das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) ist es für Bürgerinnen und Bürger seit dem 24. März 2006 möglich, ausgediente Elektrogeräte kostenlos bei den Sammelstellen des öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgers zurück zu geben. Die Entsorgung über die Hausmülltonne ist nicht zulässig! Dies wird durch das Symbol mit der durchgekreuzten Mülltonne seit dem 13. August 2005 auf allen Neugeräten kenntlich gemacht.

Grundsätzlich besteht auch die Rückgabemöglichkeit über den Handel, z. B. bei Kauf eines neuen Gerätes. Hierfür besteht jedoch kein Rechtsanspruch.

Nach der Gesetzesdefinition sind Elektrogeräte

  • alle Geräte, die zu ihrem ordnungsgemäßen Betrieb elektrische Ströme oder elektromagnetische Felder benötigen und

  • Geräte zur Erzeugung, Übertragung und Messung solcher Ströme und Felder,

die für den Betrieb mit Wechselspannung von höchsten 1000 Volt oder Gleichspannung von höchstens 1500 Volt ausgelegt sind.

Dazu zählen

  1. Haushaltsgroßgeräte
    (z. B. Kühlschränke, Waschmaschinen, Elektroherde, Nachtspeicheröfen etc.)

  2. Haushaltskleingeräte
    (z. B. Staubsauger, Toaster, Wecker, Föhne, etc.)

  3. Geräte der Informations- und Telekommunikationstechnik
    (z. B. Computer, Drucker, Telefone, Handys, etc.)

  4. Geräte der Unterhaltungselektronik
    (z. B. Radios, Fernseher, Hi-Fi-Anlagen, etc.)

  5. Beleuchtungskörper
    (z. B. Leuchtstoffröhren, Niederdruck-Natriumdampflampen, etc.)

  6. Elektrische und elektronische Werkzeuge (mit Ausnahme industrieller Großwerkzeuge)
    (z. B. Bohrmaschinen, Nähmaschinen, Rasenmäher, etc.)

  7. Spielzeug sowie Sport- und Freizeitgeräte
    (z. B. Modelleisenbahnen, Videospielkonsolen, Fahrradcomputer, etc.)

  8. Medizinprodukte (mit Ausnahme implantierter und infektiöser Produkte)
    (z. B. Kardiologiegeräte, Beatmungsgeräte, Analysegeräte, etc.)

  9. Überwachungs- und Kontrollinstrumente
    (z. B. Rauchmelder, Thermostate, etc.)

  10. Automatische Ausgabegeräte
    (z. B. Heißgetränkeautomaten, Geldautomaten, etc.)

Neben den Altgeräten selbst gehören auch sämtliche Bauteile, Unterbaugruppen und Verbrauchsmaterialien (E-Schrott) zum Altgerät und sind ebenso zu entsorgen.

In der Regel erfolgt die Entsorgung durch den Bürger im Bringsystem durch Anlieferung bei der Sammelstelle des jeweiligen öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgers (Wertstoffhof, Bauhof, Recyclingzentrum u. ä.). Eine andere Form der Sammlung erfolgt durch Abholung seitens der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger z. B. im Rahmen der Sperrmüllabfuhr oder nach Vereinbarung (Holsystem).

Auf Grund der Entwicklung der Rohstoffpreise sind Elektroaltgeräte vermehrt in das Blickfeld organisierter Kreise gerückt, die diese an den dafür zertifizierten Erstbehandlungsanlagen vorbei entsorgen. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass die Sammlung und Rücknahme von Elektroaltgeräten ausschließlich durch die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger (ÖRE) bzw. beauftragte Dritte sowie über die freiwillige Rücknahme durch Vertreiber erfolgen darf. Die vermehrt anzutreffende Abholung von Elektroaltgeräten beim Endverbraucher durch sog. fahrende Händler und auch die Sperrmüllberaubung selbst sind unzulässig. Die Gefahr, dass Elektroaltgeräte unsachgemäß und umweltgefährdend entsorgt werden, wächst dadurch immens. Ebenso können wertvolle Rohstoffe dem Stoffkreislauf verloren gehen.

Die Sammelstellen halten zur Sammlung in der Regel fünf verschiedene Behältnisse vor:

  1. Haushaltsgroßgeräte, automatische Ausgabegeräte

  2. Kühlgeräte

  3. Informations- und Telekommunikationsgeräte, Geräte der Unterhaltungselektronik

  4. Gasentladungslampen

  5. Haushaltskleingeräte, Beleuchtungskörper, elektrische und elektronische Werkzeuge, Spielzeuge, Sport- und Freizeitgeräte, Medizinprodukte, Überwachungs- und Kontrollinstrumente

Altgeräte, die auf Grund ihrer Betriebsflüssigkeiten ein besonderes Gefährdungspotenzial aufweisen (ölgefüllte Radiatoren, Kühlgeräte mit FCKW haltigem Kühlmittel, etc.) müssen in den Sammelstellen mit besonderer Vorsicht umgeladen und zum Transport bereit gestellt werden.

Es kann an einzelnen Sammelstellen vorkommen, dass nicht alle Gerätegruppen angenommen werden können. Die entsorgungspflichtigen Körperschaften müssen dies jedoch für ihr gesamtes Entsorgungsgebiet (mit möglicherweise mehreren Sammelstellen) sicherstellen.


Detaillierte Informationen erhalten Sie dazu von Ihrer Stadt / Gemeinde oder Landkreis. (siehe auch Links)

Mit der separaten Erfassung der Elektroaltgeräte und der Entsorgungsverpflichtung durch Hersteller und Vertreiber werden produktbezogene Anforderungen geschaffen, wie es sie z. B. schon für Autos im Sinne der Altfahrzeugverordnung (AltfahrzeugV) gibt. Die Qualität der weiteren Entsorgung wird durch den Stand der Technik definiert. So wird eine Schadstoffentfrachtung durch die selektive Behandlung von Werkstoffen und Bauteilen umgesetzt, die letztlich erst eine Kreislaufwirtschaft ohne Schadstoffanreicherung ermöglicht. Mit der Vorgabe von Verwertungsquoten für die einzelnen Kategorien wird insgesamt eine hochwertige Verwertung dieser Abfälle sichergestellt.

Weitere Informationen finden Sie u. a. auf der Internetseite des Zentralverbandes der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V.

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