Phosphor-Elimination

Ertüchtigung von Kläranlagen ab 1.000 Einwohnerwerten zur verbesserten P-Elimination

Nach §7 Hessisches Wassergesetz – aufbauend auf der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie WRRL -sind die oberirdischen Gewässer so zu bewirtschaften, dass ein guter ökologischer und chemischer Zustand nach § 25 a des Wasserhaushaltsgesetzes erreicht wird.

Im Entwurf des Maßnahmenprogramms für den Bewirtschaftungszeitraum 2015-2021 zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in Hessen wurde die Reduzierung der Nährstoffbelastung der Gewässer aus Kläranlagen und diffusen Quellen als eine der fünf wichtigen Wasserbewirtschaftungsfragen beschrieben, um diesen angestrebten Gewässerzustand zu erreichen.

Eine Zusammenstellung der Phosphor-Eintragspfade in Hessen im Entwurf des Maßnahmenprogramms zeigte, dass ca. 50% des in die Gewässer eingetragenen Phosphors aus kommunalen Kläranlagen stammte. Damit stellen zu diesem Zeitpunkt die Punkt-Einträge das größte Potenzial zur Verminderung des Nährstoffeintrages dar.

Die erforderlichen Gegenmaßnahmen setzen in vielen Fällen eine Sachverhaltsaufklärung mit Bilanzierung der Stoffströme aus diffusen und punktförmigen Quellen einschließlich der Wechselwirkungen Sediment – Wasser voraus. Dies bezieht sich prioritär auf die Belastung durch den Nährstoff Phosphat, da eine hohe Phosphat-Nährstoffbelastung eine hohe Trophie bewirkt, die ein Hinderungsgrund für das Erreichen des „guten ökologischen Zustandes“ gem. EU-WRRL ist.

Projekt

Um dem Ziel des guten Gewässerzustandes näher zu kommen, wurde vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz das Projekt "Ertüchtigung von Kläranlagen ab 1.000 EW zur verbesserten Phosphor-Elimination" ins Leben gerufen, mit dem die Fachhochschule Gießen-Friedberg beauftragt wurde.

Die hierfür notwendigen Maßnahmen auf den Kläranlagen sind in einer Arbeitshilfe beschrieben worden. Diese Arbeitshilfe ist ein Bestandteil eines Umsetzungskonzeptes der Wasserrahmenrichtlinie, die den Verwaltungsvollzug in diesem Aufgabenbereich konkret und praxisnah unterstützt und einen sachgerechten und einheitlichen Vollzug in Hessen gewährleistet. Neben den grundsätzlichen verfahrenstechnischen Fragestellungen wird auch das Kosten-Nutzen-Verhältnis einzelner Maßnahmen betrachtet.

Massnahmenprogramm 2016-2021

Nach den Erfolgen, die durch die P-Elimination bei der Umsetzung des Maßnahmenprogramms 2016-2021 erreicht wurden, bestehen immer noch Defizite bei Phosphatbelastung der Gewässer.

Anhand der „Landesweiten Messungen“ durch das HLNUG wurden auch Ammonium/Ammoniak als belastungsrelevante Parameter identifiziert.

Das Maßnahmenprogram MP 2021-2027 befand sich vom 22. Dezember 2020 bis zum 22. Juni 2021 in der Offenlegung. Lt. MP 2021-2027 sind weiterhin Maßnahmen zur Verminderung des Phosphateintrages vorgesehen, aber auch die Verminderung der Ammonium/Ammoniakeinträge aus punktuellen Einleitungen ist geplant.

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