Gewässerentwicklung

Unsere heutige mittelhessische Landschaft ist geprägt von den rasanten Gesellschaftsveränderungen im letzten Jahrhundert- von der immensen Ausdehnung unserer Siedlungsflächen sowie der Intensivierung und technischen Optimierung der Landwirtschaft. Dabei wurde auch stark in die Gewässer eingegriffen – sie wurden auf Teilstrecken begradigt, an den Auenrand verlegt, in den Ortslagen oftmals in ein starres Betonbett gezwängt oder sogar verrohrt, Ufersäume vollständig gerodet und Auenflächen zur besseren Bewirtschaftung durch Entwässerung trockengelegt. Aus naturnahen Gewässern wurden im Laufe der Zeit einförmige, strukturlose bzw. naturferne Bach– und Flussläufe. Ohne die vielfältigen Gewässerstrukturen bieten sich nur monotone Lebensstätten (Habitate) an, die an biologischer Vielfalt (Biodiversität) kaum noch etwas zu bieten haben.

Durch Renaturierungsmaßnahmen werden dem Gewässer die natürlichen Strukturen zurückgegeben und eigendynamische Prozesse gefördert. Durch die enorme „Selbstheilungskraft“ des dynamischen Gewässersystems stellen sich schnell wieder vielfältige Habitate ein. Diese schaffen gerade mit einer Verbindung zur Aue, wichtige Trittsteine in der Vernetzung von hochwertigen Lebensräumen und beugen so der zunehmenden Verinselung von Lebensräumen vor.

Durch ihre hohe Widerstandskraft gegen negative Umweltauswirkungen, können naturnahe Gewässerabschnitte Hochwasserereignisse abpuffern und Lebensräume für viele Arten auch unter schwierigen Bedingungen erhalten (Klimawandel).

>Bilder< Renat Vorher und nachher

Zur Erreichung eines guten ökologischen Zustandes, bzw. guten ökologischen Potentials, ist die Gesamtbetrachtung des Gewässers entscheidend. Ohne die Berücksichtigung der stofflichen Belastung und ohne eine nachhaltige Gewässerbewirtschaftung, können die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) nicht erreicht werden.

Für die gute regionale Zusammenarbeit steht die Gemeinnützige Fortbildungsgesellschaft für Wasserwirtschaft und Landschaftsentwicklung (GFG) mbH mit ihren Gewässernachbarschaften zur Verfügung. Hier tauschen sich alle Unterhaltungspflichtigen über aktuelle Themen zur Gewässerbewirtschaftung aus. Link Gewässernachbarschaften

Das Regierungspräsidium Gießen ist als obere Wasserbehörde zuständig für großräumige Renaturierungsmaßnahmen an Fließgewässern. Wir beraten Kommunen und unterstützen sie bei der Umsetzung der Projekte aus dem Maßnahmenprogramm nach der Wasserrahmenrichtlinie.

Für die Förderung von Renaturierungsmaßnahmen werden vom Land Hessen Gelder zur Verfügung gestellt: Link Förderung

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