Wanderhindernisse an Kreuzungsbauwerke

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Wanderhindernis

Kreuzungsbauwerke an Gewässern sind Anlagen wie Brücken, Durchlässe oder Verrohrungen, die Wegeverbindungen darstellen. Bis vor wenigen Jahren wurden diese Anlage so konstruiert, dass sie nur den Nutzungsansprüchen unserer Gesellschaft an Mobilität entsprachen.
Bisher wurden lediglich die Stabilität und Sicherheit bei der Konstruktion in Augenschein genommen. Die Bedürfnisse der Gewässerfauna wurde erst in 2009 durch die Novellierung des Wasserhaushaltgesetzes bei dem Bau der neuen Kreuzungsbauwerke berücksichtigt.
Aus diesem Grund stellen immer noch viele Kreuzungsbauwerke durch ihre häufig betonierte Sohle und den sich oft nachfolgend anschließenden Absturz Wanderhindernisse für zahlreiche aquatische Lebewesen dar.
Viele Gewässerorganismen, wie zum Beispiel Fische, sind in ihrem Lebenszyklus auf ab- und aufwärts gerichtete Wanderungen angewiesen. In erste Linie sind diese Wanderungen nötig, damit die Fische ihre Laichgründe, Nahrungsquellen und Überwinterungshabitate erreichen können. Zudem dient die Wanderung von Gewässerorganismen der Ausbreitung von Arten und dem genetischen Austausch von verschiedenen Populationen untereinander, um die gewässertypische Artenvielfalt aufrechterhalten zu können.
Durch die Umgestaltung der Kreuzungsbauwerke können die zusammengehörigen Gewässerabschnitte zur Regeneration der Ökosysteme wiedervernetzt werden.
Um die Problematik der Wanderung von Gewässerorganismen an Kreuzungsbauwerken zu beheben, hat Sonja Steegmüller M.Sc. in Kooperation mit dem Dezernat 41.2 des Regierungspräsidium Gießen eine Masterarbeit in dieser Thematik ausgearbeitet.
Als Resultat dieser Arbeit ist die Broschüre „Lineare Durchgängigkeit an Kreuzungsbauwerken“ entstanden. Diese Broschüre zielt darauf ab, die Gemeinde und andere Akteure bei der Gewährleistung der Wanderung und die Verbesserung der Biodiversität im Gewässer zu unterstützen.
Demzufolge stellt diese Broschüre einen Baustein bereit, um die Ziele der europäischen Wasserrahmenrichtlinie gemeinsam zu erreichen.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei Frau Steegmüller für diesen Beitrag.
Im untenstehenden Downloadlink finden Sie die angesprochene Broschüre.
Bitte beachten Sie, dass für die Wirksamkeit der Maßnahmen eine Betrachtung der Merkmale des jeweiligen Gewässers erfolgen muss. Eine Abstimmung mit den zuständigen Behörden ist daher in allen Fällen erforderlich.

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