Flächenhafter Schutz des Grundwasserkörpers

Die europäische Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL) gibt hinsichtlich des vorsorgenden Grundwasserschutzes ein umfassendes Instrumentarium vor. Hierzu gehört insbesondere die Aufstellung von Bewirtschaftungsplänen und Maßnahmenprogrammen für die oberirdischen Gewässer und das Grundwasser. Diese Pläne bzw. Programme werden für jeden der sogenannten Bewirtschaftungszyklen neu aufgestellt, so auch aktuell für den dritten Bewirtschaftungszyklus von 2021 bis 2027.

Das Ziel der Planungen in Bezug auf das Grundwasser ist, eine Sammlung von grundlegenden, ergänzenden und weitergehenden Maßnahmen und Instrumenten zu etablieren, um die von der EG-WRRL geforderten Qualitätsziele für das Grundwasser zu erreichen. Grundlage hierfür sind die in der Bestandserhebung des Jahres 2004 sowie im späteren Monitoring identifizierten Defizite, die es bis zum Jahr 2027 zu beheben gilt.

Für den Schutz des Grundwassers vor Nitrateinträgen, Pflanzenschutzmitteln und die Verminderung der durch Bodenerosion verursachten Phosphateinträge in die Oberflächengewässer ist als ergänzende Maßnahme im Maßnahmenprogramm eine gewässerschutzorientierte Beratung der Landwirte vorgesehen. Neben der flächendeckenden Grundberatung durch den Landesbetrieb Landwirtschaft soll in Gebieten mit einem höheren Belastungspotential (sog. Maßnahmenräume) durch örtliche Maßnahmenträger eine auf der Grundberatung aufbauende ergänzende integrierte gewässerschutzorientierte Beratung initiiert werden.

Das Regierungspräsidium ist zuständig für die regionale Steuerung der Maßnahmenumsetzung. Die Maßnahmenräume werden anhand des auf Gemarkungsebene ermittelten Belastungspotentials festgelegt und örtliche Maßnahmenträger für die Projektumsetzung gewonnen. Als Maßnahmenträger kommen vor allem Landkreise, Zweckverbände, Kommunen und Versorgungsunternehmen in Betracht. Über eine vertragliche Vereinbarung mit dem jeweiligen örtlichen Maßnahmenträger wird den Landwirten durch qualifizierte landwirtschaftliche Berater eine kostenlose Gewässerschutzberatung angeboten. Die den Maßnahmenträgern entstehenden Beratungskosten sowie die Kosten für beratungsbegleitende Maßnahmen (z. B. Bodenuntersuchungen auf Reststickstoffgehalte) werden vom Land Hessen übernommen.

Seit Anfang 2011 wurden in Mittelhessen zehn Verträge mit Maßnahmenträgern abgeschlossen. Diese decken über 15 Prozent der mittelhessischen landwirtschaftlichen Nutzflächen ab.

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