Staatliche Abwasseruntersuchung

Die Einhaltung der im Erlaubnisbescheid festgelegten Überwachungswerte wird durch regelmäßige Abwasseruntersuchungen überprüft. Der Umfang dieser Untersuchungen orientiert sich an dem Erlaubnisbescheid der jeweiligen Kläranlage. Die Abwasseruntersuchungen sollen aber zumindest zweimal jährlich erfolgen. Häufigere Untersuchungen können in Abhängigkeit von der Emissionsgefährdung, des Abflusses, der Gewässerrelevanz, der Einhaltung der Anforderungen, der Reinigungsleistung und der Eigenkontrollmessungen erforderlich sein.

Die praktische Durchführung der staatlichen Abwasseruntersuchungen wird in dem "Merkblatt zur staatlichen Abwasseruntersuchung der Einleitungen in Hessen", das als Arbeitshilfe dient, beschrieben.

Die Staatliche Einleitekontrolle gliedert sich im Wesentlichen in drei Punkte:

  • Überprüfung ob alle für die Abwasserreinigung erforderlichen Anlageteile in Betrieb sind und die zu behandelte Wassermenge biologisch gereinigt wird.
  • Beurteilung der Einhaltung der Überwachungswerte nach dem Abwasserabgabengesetz (4 aus 5 Regel, 100%),
  • Betrachtung der Auswirkung der Einleitung auf das Gewässer

Im Rahmen dieser Aufgabe überprüft in der Region Mittelhessen das hiesige Dezernat 230 kommunale Kläranlagen. Die hieraus resultierenden Untersuchungsberichte werden direkt oder über die Unteren Wasserbehörden an die Kläranlagenbetreiber gesandt.

Der wasserrechtliche Vollzug obliegt für Kläranlagen mit einer Ausbaugröße von ≥ 20.000 EW der oberen Wasserbehörde (in Mittelhessen das Regierungspräsidium Gießen) sowie für Kläranlagen mit einer Ausbaugröße von < 20.000 EW den Unteren Wasserbehörden (Kreisausschuss der Landkreise Limburg-Weilburg, Lahn-Dill-Kreis, Gießen, Marburg-Biedenkopf sowie Vogelsbergkreis).

Betriebsüberprüfung

Im Rahmen der Betriebsprüfung ist festzustellen, ob die jeweils in Betracht kommenden wasserrechtlichen Vorschriften sowie die Regelungen des Erlaubnisbescheides eingehalten werden.

Die Betriebsüberprüfung wird für die Kläranlagen (Abwasserbehandlungsanlagen) wegen ihrer wasserwirtschaftlichen Bedeutung jährlich überprüft. Eine unmittelbare Überprüfung erfolgt bei bekanntgewordenen Störfällen.
Die Überprüfung erstreckt sich auf folgende Bereiche:

  • Auswirkung der Einleitung auf das Gewässer
  • Funktion aller Einrichtungen einschließlich der Messeinrichtungen
  • Bau und Unterhaltungszustand aller Anlagenteile
  • Beseitigung der anfallenden Reststoffe (Klärschlamm, Rechengut, Sandfanginhalt, fett- und ölhaltige Stoffe)
  • Werden die nach der Eigenkontrollverordnung erforderlichen Messungen und Untersuchungen durchgeführt?
  • Wird das Betriebstagebuch ordnungsgemäß und vollständig geführt?
  • Betriebsorganisation der Abwasserreinigung

Die Mischwasser- und Regenwasserbehandlungsanlagen (Regenüberläufe, Regenüberlaufbecken, Reckenrückhaltebecken) werden nach ihrer Priorität und nach einem Prüfplan in drei bis fünf Jahren einmal überprüft. Bei Störfällen erfolgt eine unmittelbare Überprüfung.

Bei der Überprüfung wird kontrolliert:

  • Auswirkung der Einleitung auf das Gewässer
  • Funktion aller Einrichtungen einschließlich der Messeinrichtungen
  • Bau und Unterhaltungszustand

Über die Betriebsüberprüfung wird eine Niederschrift erstellt und dem Betreiber zugesandt. Die Beseitigung von festgestellten Mängeln wird angeordnet und überwacht.

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