Hessisches Programm für Agrarumwelt- und Landschaftspflege-Maßnahmen (HALM)

Das Förderprogramm HALM ist das Werkzeug der 2. Säule der GAP (Gemeinsamen Agrarpolitik) zur Umsetzung der Agrarumweltmaßnahmen in Hessen und soll zur Entwicklung des ländlichen Raums und der Erhaltung der Kulturlandschaft beitragen.

 

Dem HALM zuvor gingen in den Jahren 2000-2006 das Hessische Landschaftspflegeprogramm (HELP) und von 2007-2013 das Hessische Integrierte Agrarumweltprogramm (HIAP). Von 2014-2020 können die hessischen Landwirte auf freiwilliger Basis ihre Flächen nach HALM Richtlinien bewirtschaften.

 

Diese Richtlinien sollen der Erhaltung und Entwicklung der vielfältigen Kulturlandschaften, sowie der Schaffung von Biotopverbundsystemen dienen. Ausgangspunkt für die Entwicklung des Biotopverbundkonzeptes sind bereits amtlich ausgewiesene Schutzgebiete wie Naturschutzgebiete, NATURA 2000-Gebiete und geschützte Landschaftsbestandteile. Ebenso können durch die Richtlinien Flächen gefördert werden, die einen besonderen Wert für den Naturschutz und die Landschaftspflege haben und nicht in einem Schutzgebiet liegen.

 

Anders als bei HIAP, bei dem der Landwirt einen Vertrag abschließen musste, gibt es bei HALM Zuwendungsbescheide. Die Verpflichtungszeit hängt vom jeweiligen Förderverfahren ab, beträgt in den meisten Fällen jedoch 5 Jahre. Die Vergütung läuft anhand der in den Richtlinien festgelegten Höhe der Förderung.

 

Der Maßnahmenkatalog besteht aus sieben Förderverfahren, die die nachhaltige Bewirtschaftung auf den landwirtschaftlichen Flächen fördern. Mit HALM wird in Hessen auch die Erhaltung der Streuobstbestände wieder gefördert.

 

Grundsätzlich liegt der Schwerpunkt auf der extensiven Bewirtschaftung von Grünland und Äckern um Arten oder Biotoptypen zu fördern. Im nachhaltigen Ackerbau kann das z.B. der Anbau von jährlich mindestens fünf verschieden Hauptfruchtarten sein, die Beibehaltung von Zwischenfrüchten über den Winter oder das Anlegen von Blühstreifen. Auf Dauergrünland können Verfahren gefördert werden, die zur Grünlandextensivierung beitragen, oder zum Schutz bodenbrütender Vögel dienen. Diesen Verfahren sind jeweils spezifische Förderverpflichtungen angehängt, nach denen der Landwirt die Flächen bewirtschaften muss.

 

Das Förderverfahren „Förderung des Arten- und Biotopschutzes in Agrarökosystemen“ richtet sich besonders an die Erhaltung wertvoller Biotope, sowie der Umsetzung von Artenhilfsmaßnahmen. In Verbindung zu diesem Förderverfahren ist es dem Landwirt möglich, Naturschutzfachliche Sonderleistungen (NSL) auf Grünland durchzuführen (Dauergrünland, Grünlandextensivierung, Bodenbrüterschutz), diese bringen ihm zusätzlich zur Förderung etwa 60 - 150 Euro pro Hektar ein. Die NSL sind in drei Stufen und sechs Kategorien unterteilt, welche unter anderem den Zeitpunkt der Nutzung, die Technik und die Beweidung streng regeln.

 

Flächen in NATURA 2000-Gebieten und Naturschutzgebieten genießen Priorität. Wenn sich die Maßnahme aus dem abgestimmten Maßnahmenplan für ein NATURA 2000-Gebiet ableitet, genießt die Förderung einen weiteren Vorrang.

In Verantwortung des RP werden Maßnahmenpläne für NATURA 2000-Gebiete, die überwiegend Schutzgüter des „Offenlandes“ beherbergen (z.B. Magere Flachlandmähwiesen, Bergmähwiesen, Magerrasen, Lebensstätten des Wiesenknopf-Ameisenbläulings) durch die entsprechenden Fachdienst bei der örtlichen Kreisverwaltung erarbeitet. Hier finden Sie auch den örtlichen Regionalbetreuer für das jeweilige NATURA 2000-Gebiet.

 

Eine durch die HALM-Förderung unterstützte naturschutzkonforme Landbewirtschaftung stellt insbesondere bei der Wahrung eines günstigen Erhaltungszustandes in NATURA 2000-Gebieten das wichtigste Standbein dar.

 

Die Durchführung der vereinbarten Leistungen und die Richtigkeit der Flächenangaben werden von einer zentralen Prüfstelle überwacht. Ausführliche Informationen zur Förderung von Naturschutzleistungen im Rahmen des HALM und zu den Antragsfristen in Ihrem Kreis erhalten Sie über den für Sie zuständigen Landkreis.

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