Invasive Arten

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Indisches Springkraut
Invasive Arten

Bereits seit der Eiszeit wandern gebietsfremde Arten in unsere Umwelt ein, bestehende Ökosysteme unterliegen damit einem steten Wandel. Dies ist ein natürlicher Prozess und stellt in der Regel keine größeren Gefährdungen dar. Das Tempo der Besiedlung mit nicht heimischen Arten hat sich allerdings in den letzten Jahren extrem erhöht. Ursachen dafür sind die zunehmende Globalisierung mit weltweitem Handel, Transport und Verkehr, Reisen in alle Welt, der Klimawandel und nicht zuletzt der Eingriff des Menschen in die Natur.

 

So werden immer mehr Tier- und Pflanzenarten beabsichtigt oder unbeabsichtigt  verschleppt, die sich dann in Gebieten außerhalb ihres natürlichen Herkunftsbereiches ansiedeln  können. Nicht jede gebietsfremde Art stellt eine Gefahr für die Umwelt dar. Einige davon gefährden jedoch Biotope und verdrängen einheimische Arten. Sie gelten dann als „invasiv“. Weltweit gelten biologische Invasionen mit gebietsfremden Arten als zweitwichtigste Ursache für den Verlust der biologischen Vielfalt, auch Biodiversität genannt. Der Gesetzgeber hat daher im Bundesnaturschutzgesetz den Umgang mit invasiven Arten geregelt.

 

Die Bekämpfung invasiver Arten ist in der Regel jedoch zeitaufwändig, kostenintensiv und trotz konsequenter Maßnahmen oftmals wenig erfolgreich. Zudem sind viele invasive Pflanzenarten in Deutschland bereits so weit verbreitet, dass eine vollständige Ausrottung nicht mehr realistisch ist. Wichtig ist es daher dort anzusetzen, wo es durch das Vorkommen invasiver Arten tatsächlich zu Gefährdungen für die „Biodiversität“ kommt. Auch sieht das Bundesnaturschutzgesetz vor, dass entsprechende Maßnahmen zur Bekämpfung als auch zur Verhinderung der weiteren Ausbreitung erfolgversprechend und verhältnismäßig sein müssen. In vielen Bereichen fehlen dazu heute noch Erfahrungswerte. Das Land Hessen ist daher zur Zeit damit beschäftigt, strategische Überlegungen zum fachlich sinnvollen Umgang mit invasiven Pflanzenarten anzustellen.

 

Als wichtige Entscheidungshilfen sind in dem Zusammenhang die vom Bundesamt für Naturschutz (BfN), Bonn, erarbeiteten „Schwarze und Graue Listen invasiver und potenziell invasiver Pflanzenarten“ für Deutschland zu betrachten. Nähere Informationen zu diesen Listen sowie zu der Fragestellung, wann man genau von einer „invasiven Art“ spricht, finden Sie in dem Infoblatt im Untermenü „Informationsmaterialien“.

 

Zum weiteren Erkenntnisgewinn hat das Regierungspräsidium Gießen in den vergangenen Jahren ergänzend verschiedene Projekte angestoßen, deren Ergebnisse in die vorgenannten Überlegungen einfließen. Im Untermenü „Projekte“ finden Sie Kurzbeschreibungen der aktuellen als auch der bereits abgeschlossenen Aktivitäten zu Maßnahmen gegen das Nadelkraut, die Staudenlupine und das Indische Springkraut.

 

Das oberste Ziel ist jedoch die Vermeidung von Neuansiedlungen. Prävention und Vorsorge sind daher die wesentlichen Aspekte im Umgang mit invasiven Arten. In dem Zusammenhang stellt die Verschleppung von vermehrungsfähigen Teilen wie Samen und Wurzelstücke invasiver Pflanzen im Rahmen von Bautätigkeiten ein großes Problem dar. Der Flyer „Renaturierungen an Fließgewässern – Neophytenprävention im Rahmen von baulichen Maßnahmen“ behandelt diese Thematik und zeigt die erforderlichen Vorkehrungen auf.

 

Auch unsere Gewässer stellen einen äußerst geeigneten Lebensraum für invasive Tier- und Pflanzenarten dar. Zum Teil werden sie vom Menschen bewusst ausgesetzt, wie z.B. Aquarienpflanzen und nordamerikanisch Krebse. Aber auch das unbeabsichtigte Aussetzen der Chinesischen Teichmuschel, die irrtümlich als heimische Teichmuschelart ausgebracht wurde, kann weitreichende Folgen für das ökologische Gleichgewicht im Gewässer haben.

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