Gerüche

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Junge hält sich die Nase zu
Gerüche im Immissionsschutz

Geruchsbelästigungen können beispielsweise durch Chemieanlagen, Lebensmittelfabriken, aber auch durch Abfallgestank oder Tierintensivhaltungen verursacht werden. Das nachbarschaftliche Verhältnis kann durch vorgenannte Geruchseinwirkungen soweit beeinträchtigt werden, dass es zu Beschwerden kommt.

Ob diese Beschwerden tatsächlich berechtigt sind, kann nur durch längerfristige, stichprobenartige Sachstandsermittlungen vor Ort erhoben werden. Bei der Bewertung von Gerüchen kommt erschwerend hinzu, dass die Geruchseindrücke von Menschen unterschiedlich stark und gefühlsmäßig unterschiedlich (wohlriechend, stinkend, etc.) empfunden werden. Insofern ist die Geruchsermittlung nur über ein Probandenteam möglich, um eine subjektive Geruchsbewertung von Einzelpersonen zu vermeiden.

Da eine Nachweisführung bei Geruchsbelästigung mittels physikalisch-chemischer Messverfahren äußerst aufwendig bzw. nach dem Stand der Technik noch nicht anwendbar ist, werden zur Ermittlung der vorhandenen Belastung viele Begehungen mit Geruchsprobenahme an definierten Probenahmepunkten durchgeführt. Die Auswertung der Geruchsproben erfolgt durch ein  Probandenteam (Riecherkollektiv) unmittelbar, da sich Gerüche auch kurzfristig nach einer Probenahme verändern können. Die Durchführung einer sogenannten olfaktometrischen Messung erfolgt in der Regel durch eine nach § 26 BImSchG bekanntgegebene Messstelle (siehe Downloadbereich -  Linkliste), um Mindeststandards zu entsprechen.

Im Hinblick auf techn. Entwicklungen gibt es schon „elektronische Olfaktometer“, die bereits zur Produkt- und Prozesskontrolle oder auch zur Eingangskontrolle im Lebensmittelbereich und in der Kunststoffindustrie Anwendung finden. Es laufen seit geraumer Zeit auch mehrere Forschungsprojekte, mit dem Ziel diese „elektronische Nasen“ im Bereich der Ermittlung von Immissionen im Umweltbereich einzusetzen. Grundlage der Beurteilung des Umfangs von Geruchsemissionen und  -immissionen im Umfeld geruchsrelevanter Anlagen sind einschlägige Regelwerke zur Luftreinhaltung, wie z.B. die Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft).

Da die TA-Luft nur allgemeine Hinweise zu Gerüchen enthält, wird zur Ausfüllung und Konkretisierung dieser Hinweise die Geruchsimmissions-Richtlinie (GIRL) herangezogen. Diese enthält detaillierte Anforderungen an die Durchführung zur Feststellung und Beurteilung von Geruchseinwirkungen sowohl im Genehmigungs- als auch im Überwachungsverfahren. Ferner enthält die Richtlinie Anforderungen an Geruchsempfindlichkeiten von Probanden sowie an meteorologische Eingangsdaten für Ausbreitungsrechnungen.

Ihren jeweiligen anlagenspezifischen Ansprechpartner finden Sie unter "Zuständigkeiten/Kontakt".

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