Europäische Innovationspartnerschaft „Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit“ (EIP-Agri)

Maßgeblich für die Förderung der Operationellen Gruppen (OG) sind die „Richtlinien des Landes Hessen zur Förderung von Innovation und Zusammenarbeit in der Landwirtschaft“. Die Richtlinien können bei Bedarf am Ender der Seite heruntergeladen werden.

Was wird gefördert?

Ziel der Maßnahme ist es, einen Beitrag für eine wettbewerbsfähige, nachhaltig wirtschaftende und tierartgerechte Land- und Ernährungswirtschaft durch die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Landwirten, Forschern, Beratern sowie Unternehmen des Agrar-, Forst- und Nahrungsmittelsektors zur Entwicklung und Umsetzung innovativer Problemlösungen zu leisten.

Mit Hilfe der Unterstützung von "Operationellen Gruppen" (OG) als gemeinsame Gesprächs-, Austausch- und Arbeitsplattform für die landwirtschaftliche Praxis, Wissenschaft, Beratung, Wirtschaft und NGO´s u.a., sollen Anreize für die Entwicklung von innovativen Lösungen für "praktische Probleme" in den Bereichen Landwirtschaft, Gartenbau, Weinbau und Forsten im Rahmen der Zusammenarbeit geschaffen werden.

Aufgrund der spezifischen Gegebenheiten in Hessen sind dabei insbesondere folgende thematische Schwerpunkte für die Umsetzung der EIP zu beachten:

  1. Verbesserung der Wertschöpfung landwirtschaftlicher Produkte durch innovative Verarbeitungs- und Vermarktungsprogramme zum Aufbau und Qualifizierung regionaler Wertschöpfungsketten.

  2. Diversifizierung landwirtschaftlicher Aktivitäten, u.a. in Richtung sozialer Funktionen, z.B. Gesundheitsfürsorge, soziale Integration, gemeinschaftsgestützte Landwirtschaft und Umwelt- und Ernährungsbildung.

  3. Eindämmung des Klimawandels und Anpassung an seine Folgen.

  4. Entwicklung effektiver, umweltgerechter und/oder ökologischer Anbau- und Nutzungsverfahren, Verbesserung der Produktivität der Pflanzenproduktion und des Gartenbaus über standortangepasste Sorten, Düngung und Bodenbearbeitung.

  5. Verbesserung der Tierhaltung durch tiergerechte und leistungsorientierte Haltungs- und Zuchtverfahren.

  6. Stärkung der Zusammenarbeit und der Aktivitäten auf der Grundlage lokaler Strategien außerhalb von LEADER.

Eine OG führt ein definiertes Innovationsvorhaben durch.

Wer wird gefördert?

Gefördert werden OG nach Artikel 56 f. der Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 (ELER Verordnung)

  • in Trägerschaft bestehender rechtsfähiger Unternehmen bzw. Einrichtungen, oder
  • als eigenständige rechtsfähige Organisation 
  • auf der Basis einer Kooperationsvereinbarung, bei der ein für die inhaltliche und finanzielle Tätigkeit der OG hauptverantwortlicher Lead-Partner (Vorhabenkoordinator als Mitglied der OG) zu bestimmen ist.

Eine OG muss aus mindestens 2 Mitgliedern bestehen, davon mindestens ein Unternehmen der landwirtschaftlichen Primärproduktion. Unter dem Begriff „Landwirtschaft“ bzw. „Landwirtschaftliche Unternehmen“ werden alle Akteure der Bereiche Landwirtschaft, Gartenbau, Weinbau sowie Forsten subsummiert.

Mitglieder einer OG können sein:
- Unternehmen der Landwirtschaft, des Garten- und Weinbaus, der Forstwirtschaft,
- Unternehmen des vor- und nachgelagerten Bereichs der Landwirtschaft,
- Forschungs- und Versuchseinrichtungen,
- landwirtschaftliche bzw. forstwirtschaftliche Beratungs- und Dienstleistungseinrichtungen,
- Verbände, berufsständische Organisationen und Körperschaften des öffentlichen Rechts.

Wie wird gefördert?

  • Für Ausgaben der laufenden Zusammenarbeit (Geschäftsausgaben) bei OG, deren Tätigkeit sich ausschließlich auf Innovationen mit Bezug auf Erzeugnisse der Anhang I des AEUV (Download am Ende der Seite) beziehen, beträgt der Fördersatz bis zu 100% der förderfähigen Kosten.
  • Für Ausgaben der laufenden Zusammenarbeit (Geschäftsausgaben) bei OG, deren Tätigkeit sich nicht oder nicht ausschließlich auf Innovationen mit Bezug auf Erzeugnisse des Anhang I des AEUV beziehen, beträgt der Fördersatz bis zu 50% der förderfähigen Kosten.
  • Die laufende Ausgaben der Zusammenarbeit einer OG dürfen 25 %  der förderfähigen Ausgaben eines Vorhabens nicht überschreiten. 
  • Ausgaben für allgemeine Geschäftsausgabe gem. Nr. 5.2.1 b) der RL-IZ werden als Pauschale in Höhe von 15 % der angemessenen Personalausgaben gewährt.
  • Für Ausgaben eines einzelnen Innovationsvorhaben nach Nr. 5.2.2 a-f) der RL-IZ welche sich ausschließlich auf Innovationen mit Bezug auf Erzeugnisse nach Anhang I des AEUV beziehen beträgt der Fördersatz 100 % der förderfähigen Ausgaben.
  • Für Ausgaben eines einzelnen Innovationsvorhaben nach Nr. 5.2.2 a-f) der RL-IZ (z.B. Personalausgaben, wissenschaftliche Studien), welche sich nicht oder nicht ausschließlich auf Innovationen mit Bezug auf Erzeugnisse nach Anhang I des AEUV beziehen beträgt der Fördersatz 50 % der förderfähigen Ausgaben.
  • Für Ausgaben für Innovationsvorhaben (einschl. Investitionsausgaben für Maschinen, Instrumente und Ausrüstungsgegenstände einschl. der dafür erforderlichen baulichen Anlagen in landwirtschaftlichen Unternehmen der Urproduktion, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Durchführung eines innovativen Vorhabens entstehen) beträgt der Fördersatz bis zu 50 % des förderfähigen Investitionsvolumens.
  • Der Gesamtwert der gewährten Zuwendungen für ein Innovationsvorhaben darf 200.000 EUR zuzüglich der Zuwendung für die Ausgaben der laufenden Zusammenarbeit nicht überschreiten.
  • Das Vorhaben einer OG muss innerhalb des Förderzeitraums von 2014-2020 beantragt und bewilligt sein.
  • Die Förderung ist auf einen Zeitraum von fünf Jahren ab Bewilligung begrenzt.

Wo wird gefördert?

Der überwiegende Anteil der Mitglieder einer OG muss aus Hessen kommen.

Wann wird gefördert?

Die Einreichung eines Aktionsplanes sowie eines Kooperationsvertrages als wichtigste Bestandteile des Förderantrags erfolgt zu festgelegten Stichtagen:

Datum Betrifft
15.05.2017 Einreichung der Aktionspläne für EIP-Agri (Teil II A der RL-IZ) im Rahmen der 1. Stufe (Aktionsplan).
Ende Juli Sitzung des EIP-Beirats geplant
10.10.2017 Abgabe von Anträgen für EIP-Agri Teil II A (Stufe 2 - Antragstellung und Bewilligung)
Die entsprechenden Unterlagen für die Antragstellung finden Sie am Ende dieser Seite unter "Downdloads".
Bitte beachten Sie, dass Sie vor der Antragstellung (Stufe 2) einen Aktionsplan (Stufe 1) eingereicht haben müssen.
17.11.2017 Auswahlstichtag
Bewilligungen erfolgen im Anschluss an den Auswahlstichtag.

Für die einzureichenden Aktionspläne zur Anerkennung des Vorhabens sind detaillierte Informationen zu der Tätigkeit der OG und zu einem von dieser zu realisierenden Innovationsvorhaben erforderlich. Es sind die vorgegebenen Formulare zu verwenden (siehe Dowmnloads am Ende der Seite).

Interessierte Gruppen können beim hessischen Innovationsdienstleister fortlaufend Projektskizzen für eine unverbindliche Vorprüfung einreichen.

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