Anerkennung und Förderung von Erzeugerorganisationen für Obst und Gemüse

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Tomaten
Anerkennung landwirtschaftlicher Erzeugerorganisationen

Finanzielle Förderung von Erzeugerorganisationen im Obst- und Gemüseanbau

Zur Unterstützung der Erzeugung und Vermarktung von regionalen Obst- und Gemüseprodukten gibt es ein Förderprogramm im Rahmen der Gemeinsamen Marktordnung Obst und Gemüse (GMO-Obst und Gemüse). Unterstützt werden hierbei allerdings nicht die einzelnen Erzeuger, sondern die Zahlung dieser Beihilfe kann nur an anerkannte Erzeugerorganisationen (EO) erfolgen. Es handelt sich hierbei um privatrechtliche juristische Personen sowie Personengesellschaften, die definierte Anforderungen erfüllen müssen.

Ziel dieses Förderprogrammes ist die Bündelung der produzierten Obst- und Gemüseprodukte um diese professionell zu vermarkten. Zudem sollen die Umweltstandarts optimiert werden. In Deutschland gibt es z. Zt. 32 solcher EO'en, 1/3 der Erzeuger sind hier organisiert. Belgien weist einen Organisationsgrad von 90 Prozent aus, die niederländischen Erzeuger gar 100 Prozent.

Die Beihilfezahlungen werden weder von Bund oder Land kofinanziert, es handelt sich bei diesem Programm ausschließlich um Haushaltsmittel der Europäischen Union.

Anforderungsprofil einer Erzeugerorganisation ( EO )

Obligatorisches Ziel

Einsatz umweltgerechter Anbauverfahren und Techniken zum Schutz von Wasser, Boden und Landschaft sowie Erhalt der Artenvielfalt

Fakultative Ziele (mindestens eines muss angestrebt werden)

  • Sicherstellung einer planvollen und nachfragegerechten (Qualität, Quantität) Erzeugung

  • Bündelung des Angebotes und der Vermarktung der EO-Mitglieder

  • Produktionskosten optimieren und Erzeugerpreise stabilisieren

In einer Satzung verpflichten sich die Mitgliederbetriebe mit einem Erzeugnis nur einer EO anzugehören und durch diese die gesamte Erzeugung abzusetzen (abweichend davon ist allerdings eine Direktvermarktung in geringem Umfang zulässig (max. 25% der Erzeugung des jeweiligen Mitgliedes)

Anerkennungskriterien

Mitgliedschaft: mind. 15 Mitglieder, mind. ein Jahr Mitgliedschaft
Umsatz:

  1. mindestens 5.000.000 € (Wert der vermarktbaren Erzeugung) oder mindestens 10.000 to (vermarktbare Erzeugung)

  2. bei der Vermarktung von ausschließlich 
    - ökologisch/biologisch erzeugten Produkten oder
    - Schalenfrüchten
     mindestens 1.250.000 €  (Wert der vermarktbaren Erzeugung)

Operationelles Programm (OP)

Die EO muss ein OP als Handlungsplan (Zielaussagen und Kostenschätzungen) erarbeiten, welches von der zuständigen Stelle (Reg. Präs. Gießen) anerkannt werden muss und eine Laufzeit von 3- 5 Jahre hat. Änderungen des OP innerhalb deren Laufzeit sind unter bestimmten formalen Bedingungen möglich.

Auf der Grundlage dieses Planes werden jährliche Beihilfeanträge gestellt und sind vom Regierungspräsidum Gießen zu genehmigen.

Zielaussagen eines Operationellen Programmes

  • Mindestens zwei Umweltaktionen, z.B. Rückstandsverminderung beim Pflanzenschutz, Abfallvermeidung, Klimaschutzmaßnahmen, Nachhaltige Nutzung und Schutz von Gewässer und Boden

  • Produktionsplanung ( z. B.: Maschinen- und Gebäudeerwerb)

  • Verbesserung und Erhaltung der Produktqualität (z.B. Investitionen zum Witterungsschutz, Lagerhaltung, Qualitätssicherungssysteme)

  • Verbesserung der Vermarktung (z.B.: Organisation und Infrastruktur)

  • Forschungs- und Versuchsvorhaben (z.B.: Innovationen und Entwicklungen zur Erzeugung, Lagerung, Umweltschutz)

  • Weiterbildung und Beratung (z.B.: Kompetenzsteigerung von Erzeugern, EO als Unternehmen, Personalkosten)

  • Krisenprävention und Krisenmanagement (z.B.: Ernteversicherungen, Aktivitäten bei Vermarktungsförderung und Weiterbildung)

Betriebsfonds

Der Betriebsfonds dient ausschließlich der Finanzierung des OP.

Höhe der Beihilfe

Die jährlich zu ermittelnde Bemessungsgrundlage wird in gleicher Höhe als Zuschuss gezahlt. Der Betrag der Bemessungsgrundlage wird durch drei alternative Berechnungswege ermittelt. Der niedrigste Wert dieser Ergebnisse ist als Bemessungsgrundlage anzuerkennen.

  • nach dem Wert der  vermarkteten Erzeugung = 4,1% (4,6%) des WVE

  • nach Aufwendungen = 50 % der geltend gemachten und anerkannten Kosten des Operationellen Programmes

  • nach Mitgliederbeiträgen = 100 % der Beiträge und Einlagen zum Betriebsfonds der EO

Wert der vermarkteten Erzeugung (WVE)

Dieser Umsatzwert bezieht sich auf alle von den Mitgliedern angedienten Erzeugnisse, für die die EO anerkannt ist und die von der EO selbst vermarktet werden. Nicht dazu gehören Erzeugnisse, die selbst vermarktet werden (bis zu 25% je Mitglied und Produkt) oder Erzeugnisse, die über andere Wege abgesetzt werden.

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