Strahlenpass

Der Strahlenpass ist ein persönliches Eigentum des Inhabers und dient dem Schutz der strahlenexponierten Person. Er ist ein Dokument in dem in übersichtlicher und einheitlicher Form die ermittelten Körperdosen bilanziert werden, die strahlenexponierte Personen während ihrer beruflichen Tätigkeit erhalten, entweder während ihres Aufenthalts in Kontrollbereichen von fremden Anlagen oder an Arbeitsplätzen an denen die terrestrische Strahlung eine Körperdosis größer als 6 mSv/Jahr verursachen kann.

 

Wer benötigt einen Strahlenpass?
Beruflich strahlenexponierte Personen, die

  • in Kontrollbereichen einer fremden Anlage oder Einrichtung gemäß
    § 40 Abs. 2 in Verbind. mit § 15 StrlSchV beschäftigt werden
    (z. B. Montagearbeiten in Kernkraftwerken, Reinigungsdienste in der Nuklearmedizin) oder

  • in einer fremden Betriebsstätte anzeigebedürftige Arbeiten gem. § 95 Abs. 3 StrlSchV ausüben.

Diese beruflich strahlenexponierten Personen dürfen nur dann eine der oben genannten Tätigkeiten ausführen, wenn sie im Besitz eines vollständig geführten, bei der zuständigen Behörde registrierten, Strahlenpasses sind. (Allgemeine Verwaltungsvorschrift zu § 40 Abs. 2 und § 95 Abs. 3 StrlSchV – AVV Strahlenpass).

 

Wo bekomme ich einen Strahlenpass?
Die Strahlenpässe kann der Arbeitgeber (Inhaber einer Genehmigung nach § 15 StrlSchV oder Anzeigepflichtiger nach § 95 Abs. 3 StrlSchV) bei verschiedenen Fachverlagen beziehen. Adressen sind über das Internet zu erfahren oder bei der Behörde zu erfragen.

 

Was ist zu beachten?
Der Arbeitgeber muss den Strahlenpass entsprechend ausgefüllt bei der zuständigen Behörde registrieren lassen, bevor die beruflich strahlenexponierte Person ihre Tätigkeit aufnehmen darf. Erläuterungen zum Ausfüllen sind im Strahlenpass enthalten.

 

Wer registriert den Strahlenpass?
Die zuständige Behörde zur Registrierung richtet sich nach dem Sitz des Arbeitgebers. Für Mittelhessen ist die registrierende Behörde eines Strahlenpasses nach Strahlenschutzverordnung das Regierungspräsidium Gießen, Abteilung IV Umwelt, Dez. 44, Strahlenschutz.

 

Wie lange ist ein Strahlenpass gültig?
Ein Strahlenpass ist 6 Jahre gültig. Der Strahlenpass kann um 5 Jahre verlängert werden, falls noch Eintragungen möglich sind. Ist kein Platz für Eintragungen mehr vorhanden, muss ein Folgepass ausgestellt werden. In diesem Fall sind der bisher geführte Pass sowie der neue Pass der zuständigen Behörde vorzulegen.

 

Was mache ich, wenn ein Strahlenpass verlorengeht?
Der Verlust des Strahlenpasses ist bei der Behörde zu melden, die den Strahlenpass registriert hatte. Gleichzeitig sind mit der Verlustmeldung ein neuer Strahlenpass und Nachweise über die bisher ermittelten Körperdosen der strahlenexponierten Person vorzulegen.

 

WICHTIGER HINWEIS:

Für die Registrierung eines Strahlenpasses nach § 35 Abs. 2 RöV Röntgenverordnung ist die zuständige Behörde das Regierungspräsidium Gießen, Abteilung II Inneres und Soziales, Dez. 25.1, Arbeitsschutz.

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