Strahlenpass

Der Strahlenpass ist ein persönliches Eigentum des Inhabers und dient dem Schutz der strahlenexponierten Person. Er ist ein Dokument in dem in übersichtlicher und einheitlicher Form die ermittelten Körperdosen bilanziert werden, die strahlenexponierte Personen während ihrer beruflichen Tätigkeit erhalten.

Wer benötigt einen Strahlenpass?
Beruflich strahlenexponierte Personen, die

  • in Strahlenschutzbereichen einer fremden Anlage oder Einrichtung gemäß
  • § 25 Abs. 1 StrlSchG beschäftigt werden (z. B. Montagearbeiten in Kernkraftwerken, Reinigungsdienste in der Nuklearmedizin) oder
  • in einer fremden Betriebsstätte einer anzeigebedürftigen Beschäftigung gem. § 26 Abs. 1 oder § 59 Abs. 2 StrlSchG nachgehen,

sofern gem. § 68 Abs. 1 Satz 2 StrlSchV auf die Ermittlung der Körperdosis nicht verzichtet werden kann.
Diese beruflich strahlenexponierten Personen dürfen nur dann eine der oben genannten Tätigkeiten ausführen, wenn sie im Besitz eines vollständig geführten, bei der zuständigen Behörde registrierten, Strahlenpasses sind. (Allgemeine Verwaltungsvorschrift (AVV) Strahlenpass).

Wo bekomme ich einen Strahlenpass?
Die Strahlenpässe können bei verschiedenen Fachverlagenbezogen werden. Adressen sind über das Internet zu erfahren oder bei der Behörde zu erfragen.

Was ist zu beachten?
Der Strahlenpass muss vom

  • Strahlenschutzverantwortlichen oder
  • Verpflichteten nach § 131 Absatz 1 oder § 145 Absatz 1 Satz 1 StrlSchG oder
  • Verantwortlichen nach § 115 Absatz 2 oder § 153 Absatz 1 StrlSchG

entsprechend ausgefüllt bei der zuständigen Behörde registriert werden lassen, bevor die beruflich strahlenexponierte Person ihre Tätigkeit aufnehmen darf. Erläuterungen zum Ausfüllen sind im Strahlenpass enthalten.
Zuvor ist von ist ein eindeutiges Personenkennzeichen, die sogenannte Strahlenschutzregisternummer (SSR-Nummer) beim Bundesamt für Strahlenschutz zu beantragen.

Wer registriert den Strahlenpass?
Die für die Registrierung zuständige Behörde richtet sich nach dem Sitz des Arbeitgebers. Für Mittelhessen ist die registrierende Behörde eines Strahlenpasses das Regierungspräsidium Gießen, Abteilung IV Umwelt, Dez. 44.2 Strahlenschutz.


WICHTIGER HINWEIS: Für die Registrierung eines Strahlenpasses im Zusammenhang mit § 26 StrlSchG (Anzeigebedürftige Beschäftigung im Zusammenhang mit dem Betrieb fremder Röntgeneinrichtungen oder Störstrahler) ist die zuständige Behörde das Regierungspräsidium Gießen, Abteilung II Arbeitsschutz und Inneres, Dez. 25.1, Arbeitsschutz.

Wie lange ist ein Strahlenpass gültig?
Ein Strahlenpass ist 6 Jahre gültig. Der Strahlenpass kann um 5 Jahre verlängert werden, falls noch Eintragungen möglich sind. Ist kein Platz für Eintragungen mehr vorhanden, muss ein Folgepass ausgestellt werden. In diesem Fall sind der bisher geführte Pass sowie der neue Pass der zuständigen Behörde vorzulegen.

Was mache ich, wenn ein Strahlenpass verlorengeht?
Der Verlust des Strahlenpasses ist bei der Behörde zu melden, die den Strahlenpass registriert hatte. Gleichzeitig sind mit der Verlustmeldung ein neuer Strahlenpass und Nachweise über die bisher ermittelten Körperdosen der strahlenexponierten Person vorzulegen.
 

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