Polizeioberkommissarin Claudia Meyer, Lehrerin Marei Scholz, Schutzfrau vor Ort Polizeioberkommissarin Lisa Romfeld und Lehrerin Ingrid Hubing (v.l.)

Regierungspräsidium Gießen

Ängste und Vorbehalte abbauen

Polizei und Beschulungsangebot der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen bauen Zusammenarbeit aus – Regelmäßige Unterrichtsbesuche stärken Vertrauen, Integration und gegenseitigen Respekt

Gießen. Geflüchtete Kinder und Jugendliche in der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen (EAEH) am Standort Gießen lernen regelmäßig die Polizei, ihre Aufgaben und ihre Rolle in Deutschland kennen. Einmal im Monat besuchen Polizeibeamte den Unterricht des Beschulungsangebots. Dabei geht es nicht nur um die Arbeit der Polizei: Auch Regeln, Rechte und Pflichten, Werte wie gegenseitiger Respekt sowie angemessenes Verhalten im Alltag werden thematisiert. Die persönlichen Begegnungen ermöglichen den direkten Austausch mit der Polizei, sollen Vertrauen schaffen, Orientierung geben und die Integration der Kinder und Jugendlichen unterstützen.

Vom Pilotprojekt zur regelmäßigen Zusammenarbeit

Das für die EAEH verantwortliche Regierungspräsidium (RP) Gießen und das Polizeipräsidium Mittelhessen bauen damit ihre bisherige Zusammenarbeit weiter aus. Diese geht auf ein Ende 2023 gestartetes Pilotprojekt zurück, das nach ersten Erfahrungen weiterentwickelt wurde. Beteiligt sind die Lehrkräfte Ingrid Hubing und Marei Scholz vom Regierungspräsidium Gießen, Polizeioberkommissarin Claudia Meyer von der Präventionsabteilung des Polizeipräsidiums Mittelhessen sowie Schutzfrau vor Ort Polizeioberkommissarin Lisa Romfeld. Die Unterrichtseinheiten werden regelmäßig gemeinsam ausgewertet und bei Bedarf an die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler angepasst. Ein wesentliches Ziel der Kooperation ist es, mögliche Ängste und Vorbehalte gegenüber der Polizei abzubauen und ein respektvolles gesellschaftliches Miteinander zu fördern. „Dabei geht es nicht allein darum, unsere Arbeit als Polizei zu erklären“, sagt Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Mittelhessen Torsten Krückemeier. „Wir möchten mit den Kindern und Jugendlichen ins Gespräch kommen, Vertrauen schaffen und ihnen vermitteln, dass Regeln und Werte wie gegenseitiger Respekt sowie ein friedliches Miteinander wichtige Grundlagen unseres Zusammenlebens sind.“ Viele haben ihre ersten Erfahrungen mit staatlichen Institutionen und Sicherheitsbehörden in ihren Herkunftsländern gemacht. Rolle und Auftreten der Polizei können sich dort erheblich von denen in Deutschland unterscheiden.

„Die Kinder und Jugendlichen sollen die Polizei als Ansprechpartner kennenlernen und erfahren, welche Rolle sie in unserem gesellschaftlichen Zusammenleben übernimmt“, sagt Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich. Persönliche Begegnungen sind dafür besonders wichtig. „Sie schaffen Vertrauen, ermöglichen Fragen und helfen dabei, Unsicherheiten und Vorbehalte abzubauen.“

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Oliver Keßler

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