Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich, Dr. Florian Greiner, Geschäftsführer der Lern- und Erinnerungsort Notaufnahmelager Gießen gGmbH, und Abteilungsleiter Manfred Becker stehen vor einer Ausstellungstafel.

Regierungspräsidium Gießen

„Einer der zentralen Orte in der Bundesrepublik Deutschland“

Wanderausstellung „Ankommen in der Freiheit: Das Notaufnahmelager Gießen“: Drei Wochen zu Gast in der Verwaltung der Erstaufnahmeeinrichtung beim RP Gießen

Gießen. „Ankommen in der Freiheit: Das Notaufnahmelager Gießen“ heißt eine neue Wanderausstellung, die erstmals an einem Ort eröffnet worden ist, der passender nicht sein könnte. In den kommenden drei Wochen wird sie bis zum 1. April in der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen in der Lilienthalstraße 2 für die Öffentlichkeit zu sehen sein. Dabei handelt es sich um die Nachfolgeeinrichtung, die  vom Regierungspräsidium (RP) Gießen betrieben wird.

Auf rund 60 Quadratmetern und mit acht Rollups sowie einer Medienstation widmet sich die Ausstellung der wechselvollen Geschichte des Notaufnahmelagers Gießen. Eröffnet wurde die Ausstellung unter anderem von Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich, Regierungsvizepräsident Jan Schneider, Abteilungsleiter Manfred Becker sowie Dr. Florian Greiner, Geschäftsführer der Lern- und Erinnerungsort Notaufnahmelager Gießen gGmbH, die für die Konzeption und Umsetzung verantwortlich ist.

Bestmöglicher Ort für Premiere

„Die Wanderausstellung macht deutlich, dass Flucht und Migration keine abstrakten Themen sind, sondern tief in unserer Geschichte und in unserer Gegenwart verankert“, sagt Dr. Florian Greiner vom Lern- und Erinnerungsort Notaufnahmelager Gießen. „Gerade in Gießen, wo sich historische Erfahrungen der Aufnahme mit heutigen Aufgaben der Flüchtlingsarbeit überschneiden, wird diese Verbindung besonders greifbar. Umso mehr freuen wir uns, die Ausstellung erstmals in den Räumlichkeiten der Erstaufnahmeeinrichtung der Öffentlichkeit präsentieren zu können.“

Auch für Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich ist das Foyer im Verwaltungsgebäude 1 der bestmögliche Ort für die Premiere der Wanderausstellung. „Das Notaufnahmelager war an seinem Standort am Meisenbornweg mit Sichtweite zur Lahn für Heimatvertriebene nach 1945 einer der zentralen Orte in der Bundesrepublik Deutschland – und das nicht nur, wenn es um die DDR geht“, sagt er. Christoph Ullrich weiß, wovon er spricht. Im Oktober 2015 hatte er auf der Höhe der Flüchtlingsbewegungen seinen Dienst als Regierungspräsident angetreten.

Das Notaufnahmelager steht exemplarisch für die deutsche Nachkriegsgeschichte und die Folgen der deutschen Teilung: Fast eine Million Flüchtlinge aus DDR kamen hier zum Beispiel an. Neben den acht informativen Rollups macht vor allem die Medienstation mit den Stimmen von Betroffenen sowie anderen Zeitzeugen Geschichte greifbar und ermöglicht dadurch verschiedene Blickwinkel. Die Ausstellung sensibilisiert für die Geschichte der Demokratie und regt zur Reflexion über den Umgang mit Schutzsuchenden an. Damals wie heute leistet dieser Ort einen wertvollen Beitrag, um sich mit den fundamentalen Prinzipien einer Demokratie auseinanderzusetzen.

Bis 1. April zu sehen

„Deshalb lade ich die Bürgerinnen und Bürger, Schulklassen und alle an dem Thema Interessierte ein, sich in den kommenden drei Wochen die Ausstellung bei uns hier im Verwaltungsgebäude anzuschauen“, sagt Manfred Becker, Abteilungsleiter für die Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen. RP Ullrich ergänzt: „Und wer sich danach noch intensiver damit beschäftigen möchte, sollte den Lern- und Erinnerungsort Notaufnahmelager Gießen im Meisenbornweg besuchen und ein bisschen Zeit mitbringen. Es lohnt sich.“

Gegründet wurde das Notaufnahmelager nach dem Zweiten Weltkrieg. Später war es die zentrale Anlaufstelle für Menschen, die aus der DDR in die Bundesrepublik flohen. Nach der deutschen Wiedervereinigung bis zu seiner Schließung 2018 diente der Ort zur Erstaufnahme für Asylsuchende. Seitdem ist die Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen im Nordosten von Gießen auf dem ehemaligen Gelände der US-Army untergebracht. Außerdem gibt es sieben weitere, in ganz Hessen verteilte Standorte, eine Außenstelle am Frankfurter Flughafen sowie eine Notunterkunft für ukrainische Kriegsflüchtlinge in Alsfeld.

Die Wanderausstellung „Ankommen in der Freiheit: Das Notaufnahmelager Gießen“ kann vom 11. März bis 1. April im Foyer des Verwaltungsgebäudes 1 der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen (Adresse: Lilienthalstraße 2, 35394 Gießen) besucht werden. Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Freitag jeweils von 8 bis 16 Uhr. Letzter Einlass ist um 15:30 Uhr. Gruppen oder Klassen benötigen keine Anmeldung.

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Oliver Keßler

Oliver Keßler

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