Eine Cent-Münze, eine Kaffeebohne und ein Japankäfer liegen auf einer Hand.

Regierungspräsidium Gießen

Fünf weitere Japankäfer gefunden

Gefährliche Schädlinge gingen in die Falle – Als nächste Maßnahme werden genauere Untersuchungen im Umkreis der Falle durchgeführt

Gießen/Trebur. In Trebur im Landkreis Groß-Gerau sind am Montag, 15. Juni, fünf männliche Japankäfer gefunden worden. „Sie waren in einer von uns aufgestellten Falle“, erklärt Dr. Christian Hillnhütter, Leiter des für ganz Hessen zuständigen Pflanzenschutzdienstes beim Regierungspräsidium Gießen. Nach der Untersuchung im Labor steht zweifelsfrei fest, dass es sich um Exemplare des gefährlichen, invasiven Schädlings handelt. Als nächste Maßnahme werden genauere Untersuchungen im Umkreis der Falle durchgeführt. Dann wird entschieden, ob Maßnahmen zur Bekämpfung eingeleitet werden müssen oder nicht. „Wir informieren darüber, sobald die Entscheidung gefallen ist, und was das für die Eigentümer der betroffenen Grundstücke und die Bevölkerung bedeutet. Gleichzeitig bitten wir schon jetzt um Verständnis, wenn es zu Einschränkungen kommt“, betont Dr. Christian Hillnhütter.

Mehr als 400 Pflanzen auf dem Speiseplan

Bereits im vergangenen Sommer waren in Trebur sieben Japankäfer gefunden worden. Da die Schädlinge erneut hier aufgetreten sind, ist es derzeit nicht erforderlich, die Befalls- und die Pufferzone auszuweiten. Hier gelten bereits Regelungen, um ein weiteres Ausbreiten zu verhindern. Diese Maßnahmen sind in einer Allgemeinverfügung festgehalten. Dazu zählt beispielsweise ein Bewässerungsverbot von Rasenflächen innerhalb der Befallszone. Außerdem müssen Fahrzeuge und Geräte, mit denen in der Erde gearbeitet wird, gereinigt werden, bevor sie die Befallszone verlassen. „An dieser Stelle gilt der Bevölkerung ein großes Dankeschön für die Umsetzung der geltenden Maßnahmen seit August 2025“, lobt Dr. Christian Hillnhütter. Die Befallszone erstreckt sich in einem Radius von einem Kilometer um den jeweiligen Fundort. Um diese Zone herum wurde zudem eine Pufferzone mit einem Umkreis von fünf Kilometern eingerichtet.

Doch warum ist der Japankäfer so gefährlich? „Anders als zum Beispiel der Kartoffelkäfer frisst der Japankäfer nicht nur eine Pflanze, sondern hat mehr als 400 Pflanzen auf seinem Speiseplan. Dazu zählen auch Obstbäume, Mais oder Weinreben“, ergänzt Dr. Christian Hillnhütter. „Das macht ihn so gefährlich für unsere Natur, die Landwirtschaft, Garten- und Weinbau.“ Bei starkem Befall bleiben an den Pflanzen oft nur die Gerippe der Blätter zurück. Die Pflanzen werden stark geschwächt oder können absterben.

Verdächtige Funde über Beteiligungsportal melden

Die Tiere sind in etwa so groß wie eine Kaffeebohne. Der Japankäfer hat einen metallisch glänzenden, grünen Kopf und braune Flügel. Sein besonderes Merkmal sind fünf weiße Haarbüschel an jeder Hinterleibsseite und zwei weiße Haarbüschel am Ende des Hinterleibs. Nach wie vor bittet der Pflanzenschutzdienst die Bürgerinnen und Bürger in Trebur und darüber hinaus, die Augen offenzuhalten und verdächtige Funde online über das extra eingerichtete Beteiligungsportal zu melden (https://beteiligungsportal.hessen.de/portal/rpgi/beteiligung/themen/1007566).

Daneben setzt der Pflanzenschutzdienst auf sein bewährtes Monitoring. In ganz Hessen verteilt befinden sich rund 100 spezielle Fallen – nicht nur wegen des Japankäfers, sondern auch wegen anderer Schädlinge. Die Fallen werden regelmäßig kontrolliert, bereits seit 2020 wird darin auch nach Japankäfern gesucht. Im Raum Trebur wurde die Anzahl der Fallen nach den Funden im vergangenen Sommer erhöht.

Weitere Informationen rund um den Japankäfer gibt es auf der Internetseite des Pflanzenschutzdienstes unter https://pflanzenschutzdienst.rp-giessen.de/pflanzengesundheit/amtliche-erhebungen/der-japankaefer-popillia-japonica/Öffnet sich in einem neuen Fenster.

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Oliver Keßler

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