Gießen. Sie ist ein Naturschauspiel: wenn am Mittwoch in Richtung Nordwesten die Sonne abends schon recht tief, wird sich der Mond um kurz nach 19 Uhr vor die Sonne schieben. Auch in Mittelhessen werden viele Menschen diesen seltenen Momenten genießen. Das sollen sie auch, aber mit dem wichtigen Schutz: einer Schutzbrille. Bei dem Kopf und bei der Nutzung gibt es ein paar Dinge zu beobachten, wie die Verbraucherschützer im Regierungspräsidium (RP) Gießen berichten.
Tatsächlich kann ungeschützter Blick in die Sonne die Netzhaut schädigen. Mit fatalen Folgen. Das geht sehr schnell, ist dabei aber nicht gleich zu spüren, da die Netzhaut keine Rezeptoren für Schmerz hat. „Beim Beobachten der Sonnenfinsternis sollten die Augen daher unbedingt geschützt werden“, sagt Max Baier vom RP Gießen. Eine normale Sonnenbrille reicht dafür nicht aus, auch Schweißerbrillen oder Rettungsfolien sind ungeeignet. Auch „Hausmittel wie CDs sind keine geeignete Alternative. Im Handel sind spezielle Sonnenfinsternis- bzw. Lichtschutzbrillen erhältlich, die optisch den 3-D-Brillen ähneln, aber komplett anders funktionieren. Denn: Die Schutzfolien der Sonnenfinsternismodelle lassen nur etwa 0,001 Prozent des Sonnenlichts durch.
Auch Smartphones brauchen einen geeigneten Filter
Verkauft werden sie in Astronomie-Shops, bei Optikern und Buchhandlungen, teilweise auch in Optikgeschäften und vor allem im Internet. Die Preise variieren stark und starten bei etwa 99 Cent pro Brille. Ein wichtiger Tipp beim Kauf lautet: „Achten Sie darauf, dass die Brille ein CE-Zeichen aufweist und die DIN EN ISO 12312-2:2015 erfüllt wird“, sagt Max Baier. Dies sollte zum Beispiel aus den Begleitdokumenten hervorgehen und direkt auf der Brille stehen. Auch bei der Nutzung selbst kann einiges falsch gemacht werden: „Ein guter Sitz der Brille ist wichtig, damit keine Sonnenstrahlung an den Gläsern vorbei die Augen trifft.“ Die Brille sollte deshalb auch die Augen komplett bedecken und breite Schutzbügel haben, die die Streustrahlung auf ein Minimum verringern. Und noch ein letzter Hinweis: „Prüfen Sie vor der Verwendung, ob die Brille beschädigt ist.“ Die Schutzfolie darf keine Kratzer, Risse oder sonstigen Beschädigungen haben. Wer noch die alte „SoFi-Brille“ von 1999 in der Schublade hat, lässt sie besser dort liegen kauft sich ein neues Modell.
Viele wollen diesen seltenen Moment einer Sonnenfinsternis mit Fotos festhalten. Auch hier gilt wie für das menschliche Auge: das Smartphone oder die Kamera brauchen einen geeigneten Filter, der den hochempfindlichen Kamera-Chip vor der Sonnenstrahlung schützt. Das gilt auch für Teleskope und Objektive. Alles entscheidend ist dabei: Keinesfalls die Sonnenfinsternis damit direkt beobachten, denn die Geräte bündeln die Sonnenstrahlen zusätzlich.