Im Austausch (von rechts): Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich, Christian Piterek (Regionalmanagement), Geschäftsführer Sascha Pfeiffer, Alexander Rink (Servicetechniker), Jens Ihle (Regionalmanagement), Dr. Patrick Nilles (Head Quality), Holger Dietz (Sales & Marketing) und Dr. Florian Braun (Project Manager).

Regierungspräsidium Gießen

Hochspezialisiert und weltweit unterwegs

Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich sowie Jens Ihle und Christian Piterek vom Regionalmanagement Mittelhessen besuchen Unternehmen Pharmbiocon in Bad Endbach

Gießen/Bad Endbach. „Ich bin ein Kind der Region. Daher war es mir wichtig, dass das Unternehmen hier in Bad Endbach wächst.“ Auf seine Heimat lässt Sascha Pfeiffer nichts kommen. Im Jahr 2013 hat sich der gelernte Maschinenbauer mit Lyo Engineering selbstständig gemacht. Seitdem ist sein Unternehmen mit den Schwerpunkten Maschinenbau und Beratung kontinuierlich größer geworden. Im Jahr 2018 gründete er dann die Pharmbiocon GmbH – in dieses Unternehmen ging Lyo Engineering später auf. In deren Laboren werden unter anderem zahlreiche Tests und Prüfungen für die Pharma- und Biotechnologiebranche gemacht, es werden Prozesse entwickelt und analysiert und es wird für namhafte globale Kunden in kleinen/mittleren Mengen als Lohnfertiger produziert. Doch dabei soll es nicht bleiben. Sascha Pfeiffer und sein Team möchten in einigen Jahren selbst pharmazeutische Produkte im Serienmaßstab steril abfüllen und gefriertrocknen. Das und mehr erfuhren der Gießener Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich sowie Geschäftsführer Jens Ihle und Regionalmanager Christian Piterek vom Regionalmanagement Mittelhessen beim Besuch des Unternehmens, das bereits jetzt große Pharmaunternehmen zu seinen Kunden zählt.

Bereits seit mehr als 20 Jahren arbeitet Sascha Pfeiffer, gebürtiger Bad Endbacher und gelernter Maschinenbauer, im Bereich der Gefriertrocknung. Bei diesem Verfahren wird Medikamenten wie zum Beispiel Impfstoffen das Wasser entzogen. Dadurch werden sie als Pulver haltbar gemacht. Jetzt möchte der 46-Jährige mit seinem Team noch einen Schritt weitergehen und in diesem Bereich nicht nur große Pharmaunternehmen beraten und Produktionsprozesse entwickeln, sondern in größerem Umfang auch selbst produzieren. Dafür werden derzeit die Voraussetzungen geschaffen – von der Suche nach einem Standort bis hin zur Frage der Finanzierung. Fest steht bereits: Der Standort in der Landstraße in Bad Endbach stößt dabei an seine Grenzen. „Die Erweiterung ist hier in Bad Endbach leider nicht möglich“, bedauerte Sascha Pfeiffer. Drei Optionen werden gerade geprüft, zwei davon am Pharma & Life Science Park Marburg, eine in Lahntal. Bis zum Jahresende soll eine Entscheidung getroffen werden.

Das derzeit achtköpfige Team braucht vor allem eines: Platz für die großen Maschinen, in denen die Wirkstoffe gefriergetrocknet und flüssige Produkte in kleine Glasfläschchen abgefüllt werden können. Sascha Pfeiffer und seine Beschäftigten wollen sich dabei auf aseptische, also von Mikroorganismen freie Arzneimittel, wie Krebsmedikamente oder spezielle und innovative Impfstoffe, konzentrieren. Ein Markt, der in Deutschland nach Angaben des Pharmbiocon-Geschäftsführers strukturell unterversorgt ist. Bis zu 90.000 Glasfläschchen mit gefriergetrocknetem und 300.000 mit flüssigem Inhalt sollen pro Woche produziert werden. „Fertigstellung und Produktionsstart sollen im vierten Quartal 2030 sein“, ergänzte Project Manager Dr. Florian Braun. „Der Bedarf ist da“, betonte Dr. Patrick Nilles, Head Quality. „Uns erreichen immer wieder Anfragen nach Kooperationen.“

„Mittelhessen ist eine bedeutende Bildungs- und Wirtschaftsregion mit vielen Hidden Champions. Ich bin gerne bei Unternehmen, die etwas Besonderes machen. Pharmbiocon ist eines davon – und hochspezialisiert und weltweit unterwegs“, sagte Dr. Christoph Ullrich. Lobende Worte gab es auch von Jens Ihle: „Pharmbiocon steht für die Innovationskraft unserer Region. Das Unternehmen ist regional verwurzelt, aus dem pharmazeutischen Maschinenbaucluster heraus entstanden und verfügt über großes Wachstumspotenzial. Wir haben hier gesehen, dass unternehmerisches Können am Markt gefragt ist.“

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Oliver Keßler

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