Gießen/Steffenberg. Wenn Frank Böhringer alles zusammenzählt, kommt er auf 49 Berufsjahre. Seit 42 Jahren pendelt er täglich von Steffenberg im Landkreis Marburg-Biedenkopf nach Gießen. Erst zur US-Armee, dann zur Polizei und dann zum Regierungspräsidium Gießen, wo er in der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge tätig ist. Zumindest örtlich hat sich für ihn ein Kreis geschlossen. Denn wo früher die Amerikaner waren, ist heute die Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen. Seit zehn Jahren arbeitet der 64-Jährige hier, aktuell im Bereich Fuhrpark, Lager und Logistik sowie Beschaffungswesen. Im öffentlichen Dienst ist er seit 25 Jahren. Zu diesem Jubiläum überreichte ihm Manfred Becker, Vertreter des Regierungsvizepräsidenten, eine Urkunde. Becker sprach ihm Dank und Anerkennung für die geleistete Arbeit aus. „Frank Böhringer hat einen großen Erfahrungsschatz, den er immer wieder gewinnbringend in die tägliche Arbeit einbringt“, lobte Manfred Becker, zugleich Leiter der Abteilung für Flüchtlingsangelegenheiten, Erstaufnahmeeinrichtung und Integration. Glückwünsche kamen zudem von Dr. Alexander Wieczorek, Leiter des Dezernats Verwaltung und Organisation.
Frank Böhringer hat eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker gemacht und zunächst in Autohäusern gearbeitet. 1984 wechselte er zur US-Armee, wo er in der Instandsetzungsabteilung arbeitete. „Schon 2002 war abzusehen, dass die Amerikaner irgendwann abgezogen werden“, erinnert sich der 64-Jährige. Er hätte mit nach Heidelberg gehen können. „Aber das habe ich abgelehnt. Ich habe ein eigenes Haus und die Kinder waren klein.“ Also entschied er sich, weiter zu pendeln und sich neu zu orientieren. Er ging zum Polizeipräsidium Mittelhessen und ließ sich zum Wachpolizisten ausbilden. In seiner Zeit bei der Polizei hat er beispielsweise Anzeigen aufgenommen und weitergeleitet oder auch den Telefondienst übernommen. „Das war eine tolle Zeit, in der ich viel erlebt habe“, sagt der Steffenberger rückblickend.
Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle wurde er Anfang 2016 zunächst zum Regierungspräsidium abgeordnet und im Sommer 2016 dorthin versetzt. Als gelernter Kfz-Mechaniker, dessen private Leidenschaft – wie könnte es anders ein – alte Autos und Mopeds sind, zählen die Fuhrparkverwaltung, die Fahrzeugpflege und die Lagerlogistik zu seinen Hauptaufgaben. „Aber eigentlich helfe ich immer und überall, wo ich gebraucht werde“, sagt Frank Böhringer.